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3 Leitideen der digitalen Wirtschaft

Blog | 15. Oktober 2015 von James Marland 0

Don Tapscotts Buch „Digital Economy“ ist nun 20 Jahre alt. Erstaunlicherweise ist es heute noch genauso aktuell wie zu Zeiten des Einwahlmodems. Welche Leitideen heute noch Gültigkeit haben.

Das Buch „The Digital Economy“ von Don Tapscott

Buch „The Digital Economy“ von Don Tapscott

In den ersten Jahren nach der Gründung von Ariba wurde uns allen das Buch „The Digital Economy“ von Don Tapscott ans Herz gelegt. Damals, im Jahre 1998, war das Buch schon eine sehr gute Lektüre und erstaunlicherweise trifft es 20 Jahre später immer noch ins Schwarze.

Wirtschaftsliteratur kommt schnell aus der Mode. Von Büchern, die noch erklären, was das Akronym „www“ bedeutet, ist zu erwarten, dass ihr Verfallsdatum sehr schnell erreicht ist. Trotz alledem war es die Zeit des Einwahlmodems. AOL-Disketten pappten noch auf Zeitschriften, CDs und Bücher konnte man tatsächlich noch in echten Geschäften kaufen. Ich traf Don Tapscott diesen Sommer zum 20. Jubiläum seines Werkes an der Rezeption der Kanadischen Botschaft in London. Seine Sicht auf die vergangenen Jahre war beeindruckend.

In einem so kurzen Blog wie diesem, kann ich seinem Buch leider nicht gerecht werden. Aber zu sehen wie SAP viele der im Buch geschilderten Themen aufgreift, ist äußerst interessant. Auch Bill McDermott ist offenbar ganz davon angetan: „Vor 20 Jahren zeigte Don Tapscott schon, dass er den richtigen Riecher hatte. Seine neuen Ansichten, Einblicke und Analysen sind ein Lese-Muss für jeden – vom Studenten bis zum CEO.“ Hier sind drei Leitideen die heute wie damals, 1995, Anklang finden:

1. Geschäftsdaten allein reichen nicht – Sie benötigen Netzwerkintelligenz

Vor 20 Jahren versuchten wir noch Data Warehouses zu erstellen, indem wir die Daten aus unseren Unternehmenssystemen extrahierten. Der Erfolg hielt sich in Grenzen, denn ein großer Schwachpunkt waren die damaligen Speichermedien für Datenbanken. Zusätzlich konnten die wichtigsten Informationen in den Daten überhaupt nicht gefunden werden. Tapscott stellte seiner 1995iger-Leserschaft Konzepte wie „agents“ und „hypermedia“ vor. Auch wenn sich diese Begriffe nicht durchsetzen konnten, das Konzept „The Age of Networked Intelligence“ tat es. Mittlerweile benötigen Unternehmen den Input von Kunden, Lieferanten und Zwischenhändlern wie Transportunternehmen, um Probleme wie Bestandsengpässe oder sich ständig ändernde Kundenwünsche zu lösen.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Eine Firma möchte einen Lagerarbeiter der Stufe 2 in Corby für 10,20 £ die Stunde einstellen. Die Anwendung Fieldglass gibt jedoch Grund zu Bedenken: Die Firma bezahlt dem potenziellen Mitarbeiter zu wenig. Ein neues konkurrierendes Amazon-Lagerhaus hat in der Nähe eröffnet und die Preise nach oben geschraubt. Woher es das weiß? Netzwerkintelligenz.

2. Neue Geschäftsmodelle sind allgegenwärtig: Sind Ihre Systeme dafür gewappnet?

Einer der größten „Lehrmomente“ im Buch war die Verdrängung der gedruckten Enzyklopädie durch CD-ROMs. Aber auch die Hotelindustrie wird heute durch Services wie AirBnB, Großhändler und Lieferanten durch Amazon Business verdrängt. Ein anderes Beispiel aus dem Buch erzählt die Geschichte eines Jackenverkäufers, der seinen Laden schließt und als virtueller Hersteller Kleidung nach Maß anfertigt. Das nennt man jetzt „the segment of one“. Der letzte Durchbruch der SAP „Beyond CRM“ ermöglicht es aber den Unternehmen, der drohenden Internetkonkurrenz (auch von Tapscott prophezeit) zu trotzen, indem es Kunden ermöglicht, ihre Endkunden stärker miteinzubeziehen.

Behält man die Geschäftsabläufe seines Unternehmens nicht ständig im Auge, verschwindet man schnell vom Markt. Wie viel Zeit bleibt Ihnen noch bei dieser Geschwindigkeit des Wandels? Keine weiteren 20 Jahre.

3. Die digitale Wirtschaft ist eine vernetzte Wirtschaft

Wertschöpfungsketten agieren in vielen Unternehmen nicht mehr nur in den geschlossenen vier Wänden, vielmehr erstrecken sie sich über verschiedene Unternehmen und ganze Kontinente. E-Mails senden ist zu ineffizient, Bestellungen neu eingeben ist zu fehleranfällig, Massenmails an Kunden zu senden ist zu unpersönlich. Egal ob es nun der Lieferant, der Kunde, die Bank oder der Anwalt ist, wir müssen lernen, digital zu kommunizieren. Es ist unmöglich, diese Beziehungen alleine aufzubauen und gleichzeitig zu pflegen. Deshalb sind wir gezwungen, einem Geschäftsnetzwerk beizutreten.

Wie also sollte die Reaktion auf die digitale Wirtschaft aussehen? Wie Tapscott treffend in seinem Buch erklärt: „Der Druck der digitalen Wirtschaft stellt enorme Anforderungen an IT-Abteilungen und CIOs“, das ist auch heute noch der Fall. Die damals so angepriesenen Systeme, wie relationale Datenbanken, lassen heutige IT-Teams auf der Stelle treten. Man kann neue digitale Strategien nicht auf alten, diskbasierten, relationalen Datenbanken aufbauen: Man braucht Echtzeit-Systeme. Man braucht S/4HANA.

Den Kern des Unternehmens digitalisieren, um sich mit der digitalen Wirtschaft zu verbinden

Es klingt verlockend auf die neuesten Technologien wie IoT oder SEO umzusteigen, um aber in der digitalen Wirtschaft Fuß fassen zu können, ohne in Massen von Daten zu ertrinken, muss man bei den Wurzeln anfangen. Lesen Sie dazu auch meinen Blog: „How to get fit? Don’t ignore the Core“.

 

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf SAP Business Trends veröffentlicht.

Bildquelle: Shutterstock

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