A.T.Kearney: 2017 fast 10 Mrd. Mobilfunknutzer

Feature | 28. Februar 2013 von Olga Heiland 0

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Grafik: A.T. Kearney, Cisco 2013 Mobile VNI Study, GSMA Intelligence

Im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona wurde von GSMA und A.T. Kearney die Studie „The Mobile Economy 2013“ veröffentlicht. Die Studie gibt einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation der Mobilfunkindustrie, über Chancen und Risiken in den kommenden fünf Jahren sowie über notwendige Voraussetzungen für weiteres Investment und Wachstum in diesem Sektor. Bis 2017 soll die Mobilfunkindustrie der Studie zufolge über zehn Billionen US-Dollar zum globalen BIP beitragen und über zehn Millionen Mitarbeiter weltweit beschäftigen. Die Mobilfunkindustrie leiste somit einen wesentlichen Beitrag zur Weltwirtschaft. Insgesamt trage das gesamte Mobilfunk-Ökosystem heute mit 1,6 Billionen US-Dollar Umsatz etwa 2,2 Prozent zum globalen BIP bei. „Der volkswirtschaftliche Beitrag der Mobilfunkindustrie reicht weit über den schon allein eindrucksvollen Umsatz von 1,6 Billionen US-Dollar hinaus. Er umfasst die Steigerung des persönlichen Wohlbefindens und Wohlstandes, der Unternehmensproduktivität und den Beitrag zu öffentlichen Haushalten“, sagt Mark Page, Leiter des Bereichs Kommunikation, Medien und Technologie bei A.T. Kearney und Mitautor der Studie.

Gemäß der Studie nutzen weltweit nahezu 3,2 Milliarden Menschen – etwa die Hälfte der Weltbevölkerung – Mobilfunk. Bis 2017 sollen voraussichtlich weitere 700 Millionen Kunden hinzukommen und bis 2018 soll die Vier-Milliarden-Marke erreicht werden. „Mobilfunk hat sich längst von einem reinen Kommunikationsmittel zu einem lebensverbessernden, in manchen Fällen sogar lebensrettenden, Werkzeug für jeden einzelnen entwickelt. Es ist sehr spannend zu sehen, welche Möglichkeiten noch vor uns liegen, die sich aus der Anbindung der Weltbevölkerung an das mobile Internet ergeben“, sagt Anne Bouverot, Director General, GSMA.

Wachstumsschub bei mobilen Datendiensten

Insgesamt gab es Ende 2012 6,8 Milliarden Mobilfunkverbindungen weltweit. Bis Ende 2017 wird diese Zahl auf 9,7 Milliarden steigen, ein Wachstum von 7,6 Prozent pro Jahr. Mobile Breitbandverbindungen zeichneten 2012 für 1,6 Milliarden Verbindungen verantwortlich. Bis 2017 werden es 5,1 Milliarden Verbindungen sein, davon 920 Millionen über LTE. Das dynamische Wachstum mobiler Breitbandverbindungen von 26 Prozent pro Jahr bis 2017 wird förmlich für eine Explosion des Datenverkehrsaufkommens sorgen.

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Aufgrund der wachsenden Verfügbarkeit mobiler Breitbandverbindungen und dem dramatischen Wachstum des Datenverkehrs hänge die Zukunft der Mobilfunkindustrie von der zeitnahen und wirtschaftlich sinnvollen Verfügbarkeit ausreichender Mobilfunkfrequenzen ab. Als weitere Voraussetzung nennt die Studie ein transparentes und planbares regulatorisches Umfeld, vor allem in Bezug auf die Lizensierung von Mobilfunkfrequenzen, den Wettbewerb, die Besteuerung und das geistige Eigentum. Schließlich sei es erforderlich, dass sich die Wettbewerbsbehörden bei allem Schutz gegen Missbrauch von übermäßiger Marktmacht der Idee einer grundsätzlichen Marktkonsolidierung öffnen, um den neuen ökonomischen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen.

Europa droht zurückzufallen

Um signifikante sozioökonomische Effekte, die durch Mobilfunk hervorgerufen werden, zu realisieren, bedarf es nach der Studie eines entsprechenden regulativen Umfeldes. Gerade in Europa gibt es noch einiges zu tun. In den Jahren zwischen 2008 und 2012 ist der Mobilfunkumsatz in Europa, getrieben durch die Regulierung der Terminierungsentgelte, um 32 Milliarden US-Dollar auf 216 Milliarden US-Dollar geschrumpft. Hier kann Europa nur durch sinnvolle Regulierung und flächendeckendes mobiles Breitbandinternet wieder den Anschluss finden.

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