Die HR-Technologietrends für 2014

Feature | 21. August 2013 von Susan Galer 0

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Noch ist es Sommer, doch schon beginnt die Zeit der Prognosen: Forscher, Unternehmen und Meinungsführer geben ihre Einschätzung zu verschiedenen Wirtschafts- und Technologiethemen für das kommende Jahr bekannt. Die Personalwirtschaft ist dabei keine Ausnahme: Kürzlich versammelten sich HR-Fachleute bei der Annual Society for Human Resource Management Conference (SHRM) in Chicago und sprachen über die wichtigsten Technologietrends, die sich 2014 auf Arbeitgeber und Beschäftigte auswirken werden.

IT-Innovationen unterstützen die HR-Abteilung

Laut Podiumssprecher Paul Belliveau, Geschäftsführer des HCM-Beratungshauses AVANCÉ und Mitglied des Technologie- und HR-Management-Ausschusses der SHRM, „hat Informationstechnologie die Funktion, den nötigen Rahmen zu schaffen, damit die HR-Abteilung ihre Strategien umsetzen und das Business unterstützen kann“.

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Dieser Artikel ist Teil unseres Themenschwerpunkts Personalmanagement. Alle Beiträge des Schwerpunkts finden Sie in unserem Special.

Hier ein Überblick über die zehn wichtigsten Technologietrends in der Personalwirtschaft, die 2014 nach Ansicht der SHRM für Unternehmen und ihre Mitarbeiter relevant sein werden.

    1. HR-Daten sind in der Cloud sicher. Wenn es richtig gemacht wird, ist die Cloud genauso sicher wie fest installierte On-Premise-Softwarelösungen.
    2. Gamification etabliert sich. Speziell im Hinblick auf die digitale Generation bietet Gamification die beste Möglichkeit für Arbeitgeber, mit Spitzentalenten zu kommunizieren, sie zu motivieren, zu schulen, für das Unternehmen zu gewinnen und langfristig zu binden.
    3. Die Integration von sozialen Medien wird zu besserer Kommunikation und Zusammenarbeit führen. Software, die Social-Media-Funktionen direkt in die täglichen Abläufe mit internen und externen Kollegen einbettet (im Gegensatz zu separaten Anwendungen), schafft die optimale Plattform für Zusammenarbeit.
    4. Virtualisierung und Globalisierung verändern den Arbeitsplatz. Arbeiten außerhalb des Büros und sogar aus dem Ausland wird sich immer stärker durchsetzen. Dies verlangt von Arbeitgebern einen innovativen Ansatz bei der Nutzung von Collaboration-Werkzeugen.
    5. Funktionsübergreifende Innovationsteams werden zur Norm. Ziel dabei ist es, die Kreativität, Produktivität und Qualität zu erhöhen. HR muss mit anderen Abteilungen zusammenarbeiten, um Best Practices kennenzulernen und diese zur Erreichung der HR-Ziele anzuwenden.
    6. Cloud-Technologie und Geschäftsprozess-Outsourcing unterstützen die Erreichung von Geschäftszielen, denn sie reduzieren Infrastrukturkosten und setzen gleichzeitig HR-Ressourcen für strategische Innovationen frei.
    7. Mobilgeräte setzen sich immer stärker durch – auf allen Hierarchiebenen. Der Zugriff auf Informationen jederzeit und von überall beschleunigt die Personalbeschaffung, steigert die Produktivität und führt zu Effizienzgewinnen, von denen nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Lieferanten und Kunden profitieren.
    8. Die Personalwirtschaft muss Big Data auswerten, um ihren Beitrag auf die Unternehmensleistung zu analysieren. Mit den richtigen Informationen können Unternehmen messen, wie die Arbeit der Personalabteilung den Erfolg des Unternehmens beeinflusst. Sie können den kurz- und langfristigen Personalbedarf prognostizieren, kritische Qualifikationsdefizite identifizieren, verschiedene Szenarien erkunden und Mitarbeiterstrategien entwickeln, um die geschäftlichen Anforderungen in einem sich schnell wandelnden globalen Umfeld zu erfüllen.
    9. Integration, Konsolidierung und Suite-Lösungen werden die Interoperabilität von Systemen, Datenbanken und Tools verbessern. HR kann auf Basis zuverlässiger Daten aus dem gesamten Unternehmen fundiertere Workforce-Management-Entscheidungen treffen.
    10. Es wird zu einer globalen Standardisierung von HR-Terminologie, Metriken, Datenmodellen und Systemen kommen, da HR-Fachleute weltweit die gleichen Systeme nutzen werden.

Technologietrends verändern Status und Funktion der HR

Offensichtlich ist, dass hochentwickelte Technologien das Arbeitsleben für immer verändern werden – die Personalwirtschaft bildet dabei keine Ausnahme. Angesichts der zunehmenden Verbreitung hochentwickelter integrierter Software geht Belliveau davon aus, dass sich HR im Laufe der Zeit in eine rein betriebswirtschaftliche Funktion verwandelt. Er prognostiziert: „Wenn wir alles richtig machen, wird die traditionelle Personalwirtschaft nach und nach verschwinden und sich stattdessen zu einer zentralen Business-Funktion mit speziellem HR-Fachwissen wandeln.“

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3 comments

  1. Stephan Koß

    Hallo Frau Galer,

    danke für den Beitrag. Was ich allerdings schmerzlich vermisse ist ein Retrotrend (1): Jetzt werden die Bewerbungsstrecken seit Jahren zu Prozessstraßen umgebaut. Allerdings sind die Ergebnisse derart nüchtern, so dass Bewerber (so fern Sie nach dem Studium nicht irgendwie müssen) Abstand davon nehmen. Hier sollte eine neue Personalisierung einsetzen. Gamification oder mobile Versionen sind nicht die Lösung, die Bewerber zurückzuholen (auch wenn sich der IT Architekt wegen prozessstrassenkonformer Integrationsmöglichkeiten wünscht). Lassen Sie mal zum Spaß in einer Unternehmung ein paar Führungskräfte sich bewerben und werten die Ergebnisse aus….

    lG

    Stephan Koß

    (1) http://linkedinsiders.wordpress.com/2013/08/15/trends-im-recruiting-oder-andere-wege/

  2. sapinfo

    Lieber Herr Koß,

    danke für Ihren Diskussionbeitrag. Sie haben Recht: Wenn eine solche “Prozessstraße” benutzerunfreundlich und unpersönlich angelegt ist, nützt auch die innovativste Technologie nichts, sondern der Bewerber geht lieber woanders hin. Allerdings liegt das dann nicht an Techniktrends wie Gamification oder der Ausrichtung auf mobile Nutzer an sich, sondern an der schlechten Umsetzung solcher Trends. Meinen Sie nicht?

    Ihre Redaktion SAP.info

  3. Stephan Koß

    Ja, Definitiv! Ich gebe ja auch zu, dass meine Erfahrungen nicht zwingend empirische Relevanz haben. Mein “Artikel” hat aber viel Zuspruch gefunden. Gerade große Konzerne und Unternehmensberatungen haben solche Fabriken eingerichtet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ständige Messbarkeit des Prozesses, Eingang, Ausgang etc, die Bewerber werden vorselektiert, gebenchmarked, und was auch alles so möglich ist….. aber “der Mensch” bleibt auf der Strecke, bzw. Bewerber werden erfolgreich abgewehrt.
    Die Idee ist doch, sich auf alte Stärken zu besinnen, als jedem Trend hinterherzurennen. Das könnte Raum für neue Ideen bringen.
    lG
    Stephan Koß

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