SAP HANA: Die Roadmap

Feature | 18. September 2012 von Holger Eriksdotter 0

Ein Jahr nachdem SAP die HANA-Technologie im Frühling 2010 vorgestellt hat, verzeichnet der Software-Gigant einen Umsatz von 200 Millionen Euro und stetigen Kundenzulauf. Mehr als 400 Unternehmen konnte SAP nach eigener Auskunft bereits für die neue Technologie gewinnen. Dabei sind unterdessen mehr als 160 Implementationen mit über 65.000 End-Usern im Produktivbetrieb. Typischerweise bringt die Umstellung von einer herkömmlichen Datenbank auf die HANA-In-Memory Technologie eine mehrere Hundert bis tausendfache Beschleunigung der Antwortzeiten. Mit anderen Worten: Eine Abfrage, die früher mehrere Stunden brauchte und üblicherweise über Nacht lief, ist mit HANA in ein bis zwei Sekunden erledigt. Nicht ohne Stolz verkündete SAP-Vorstand Vishal Sikka zum ersten Jahrestag der In-Memory-Datenbank, dass der „10.000 Plus-Club“ inzwischen auf 16 Mitglieder angewachsen ist. Gemeint sind damit Kunden, die mit SAP HANA eine Beschleunigung ihrer Abfragen im Vergleich zu Festplatten-basierten Datenbanken um mehr als das Zehntausendfache verzeichnen.

Seit Mai SAP HANA für Amazon Web Services zu haben

Nicht verwunderlich also, dass SAP an allen Fronten kräftig in den Ausbau der HANA-Technologie investiert. Ursprünglich als „Sidecar“-Technologie“ zur Beschleunigung von BI- und Datawarehouse-Abfragen gestartet, nimmt HANA zunehmend seinen Weg in das Zentrum der Enterprise-IT. „Wir sind dabei, HANA nicht nur zur vollwertigem Datenbank, sondern zu einer übergreifenden Plattform auszubauen, die neben SAP-Anwendungen auch von Drittanbietern genutzt werden kann“, sagt Ingo Brenckmann, der als Senior Developer und Program Director für SAP HANA für das Produkt-Management zuständig ist. Dazu passt das „SAP HANA Distinguished Engineer Programm“, mit dem SAP das Knowhow und Innovationen rund um HANA fördern will. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit Experten und Mentoren von Bluefin Solutions, Deloitte Consulting, IBM Global Business Solutions sowie unabhängigen Consultants ins Leben geruften. Es steht allen Entwicklern, Datenbankadministratoren und HANA-Technologen offen, die ihre Fähigkeiten zur Unterstützung von auf SAP HANA basierenden Kundenlösungen weiterentwickeln und fördern möchten.

Ebenso stehen seit Mitte Mai kostenlose Entwicklungsinstanzen von HANA über die Online-Plattform Amazon Web Services zur Verfügung. Entwickler können hier Geschäftsanwendungen auf Basis von HANA entwerfen. Ihnen steht hier auch die Modellierungsumgebung HANA Studio zur Verfügung. Sie unterstützt die visuelle Erstellung von Datenmodellen, wobei sich komplexere Logik direkt als SQL-Script-Code implementieren und mit Modellen verknüpfen lässt. Zukünftige Funktionen und Erweiterungen werden in Form von Service-Packs zur Verfügung gestellt. Der aktuelle Stand seit letzten Mai ist das Service-Pack 4. Geplant sind jeweils zwei neue Service Packs pro Jahr. Das nächste Release ist für Ende 2012 angekündigt.

Weiter auf Seite 2: Die geplanten Neuerungen im Einzelnen

Die geplanten Neuerungen für SAP HANA

Es soll wieder eine Vielzahl von Neuerung bringen. Zu den bedeutendsten gehören:

  • ERP on SAP HANA Readiness: Damit soll es erstmals möglich werden, die HANA-Technologie nicht neben („Sidecar“) sondern anstatt einer herkömmlichen Datenbank einzusetzen.
  • Packaged Suite Analytics: Dabei geht es um komplexe Berechnungen, die direkt auf der HANA-Datenbankebene (also im Hauptspeicher anstatt auf der Applikationsebene) durchgeführt werden und zum Beispiel das ERP-Reporting um ein Vielfaches beschleunigen.
  • Neue Applikationen “powered by SAP HANA”: Zu den schon jetzt erhältlichen gut 30 Applikationen auf Basis von HANA – etwa im Bereich Sales und Operations Planning, Smart Meter Analytics (Auswertung von Messgerätedaten) oder der Auswertung von Fehlermeldungen – sollen weitere Apps hinzukommen, die große Datenmengen in Realtime verarbeiten können.
  • Verbesserter Support für HANA-Entwickler für BI – SQL, Monitoring, Backup und Recovery, etc.

„Mit diesen Neuerungen machen wir einen entscheidenden Schritt, um SAP HANA auch als Primär-Datenbank für unternehmenskritische Applikationen zu etablieren“, erklärt Prakash Darji, Global Vice President für Data-Warehouse-Technologie bei SAP. „Insgesamt geht es aber darum, das Eco-System rund um HANA auszubauen.“ Auch über das nächste Service-Pack hinaus gibt es bereits eine Roadmap, die diesen Weg vorzeichnet: So soll eine Vielzahl weiterer Applikationen auf Basis von HANA entstehen, die Integration mit der Business-Suite vertieft und die Einsetzbarkeit in Private Cloud Szenarien verbessert werden. Der Support weiterer Tools von Drittanbietern steht ebenso auf der Agenda wie die native Integration des Big-Data-Frameworks Hadoop und der Support und tiefere Integration des relationalen Datenbankmodells Sybase IQ. Feste Termine stehen dafür bisher aber noch nicht fest.

 

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