Die Mobile-Roadmap von SAP – Teil II

30. Juli 2013 von Nicolas A. Zeitler 0

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Auf der Mobile Business Conference von NEO Business Partners in Berlin gab Jürgen Röhricht von SAP einen Überblick über die Mobilstrategie der Walldorfer. Grundsätzliches zu den drei Säulen der Strategie und zum Thema Apps gab unser erster Artikel vorige Woche. Der zweite Teil widmet sich der Weiterentwicklung der SAP Mobile Platform und SAP Mobile Secure.

Die SAP Mobile Platform

Das Mobilitäts-Portfolio von SAP ist historisch durch Zukäufe gewachsen. Mit der Übernahme von Sybase im Jahre 2010 kamen der Sybase Mobiliser und die Sybase Unwired Platform (SUP) hinzu, die die Entwicklung mobiler Unternehmensanwendungen für B2C als auch B2B/B2E ermöglichen. Im April 2012 kaufte SAP den Lösungsanbieter Syclo hinzu. Dessen Lösungsangebot für mobile Sales-, Service- und Inspektionsdienste basiert auf der sogenannten Agentry-Plattform. Auf der SAP Mobile Platform führen die Walldorfer die Lösungen nun zusammen.

Gemeinsame Standards: Die drei Lösungen verfolgen unterschiedliche Entwicklungskonzepte. „Das bedeutet auch eine gewisse Komplexität für den Kunden“, so Röhricht. Mit der Zusammenführung vereinheitlicht SAP diese unterschiedlichen Ansätze basierend auf offenen Standards, speziell OData, bei Datenstrukturen und -modell sowie bei der Integration in Backendsysteme. Das einheitlich genutzte Transport-Protokoll ist http(s). Laut Jürgen Röhricht hilft die Vereinheitlichung Unternehmen, gegenüber dem Einsatz der drei bisher getrennten Lösungen Kosten in Entwicklung und Betrieb zu sparen. „Die Total Cost of Development sinkt, weil der Aufwand für die Entwicklung wegen der gemeinsamen Standards niedriger ist“, so Röhricht. Die Festlegung auf den Standard Open Data (OData) bringe für Unternehmen bessere Interoperabilität verglichen mit proprietären Datenmodellen.

SAP Mobile Platform 3.0 noch für 2013 angekündigt

Stand und Fortgang der Vereinheitlichung: Die aktuelle Version ist die SAP Mobile Platform 2.3 Enterprise Edition, in der die Technologien der Sybase Unwired Platform und Agentry zusammengeführt wurden und über eine Konsole administriert und bedient werden können. Neben der Enterprise Edition gibt es bis dato die Consumer Edition für B2C-Anwendungen. Noch für dieses Jahr stellt SAP die Version 3.0 in Aussicht, in der Consumer und Enterprise Edition technologisch vereint werden. Einen genauen Termin haben die Walldorfer nicht bekannt gegeben. Die SAP Mobile Platform 3.0 soll B2E-, B2B- und B2C-Applikationen auf einer Plattform unterstützen. Der Sybase Mobiliser muss dann nicht mehr separat gehandhabt werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Bring Your Own Tools in der App-Entwicklung

Als Vorteile der SAP Mobile Platform (SMP) stellte Röhricht heraus:

–          Der Betrieb mehrerer Applikationen auf einer zentralen Infrastruktur reduziert Support- und Betriebskosten. Dabei ist es nebensächlich, ob Anwendungen auf HTML-Basis oder als native Apps realisiert werden, da die SMP alle marktüblichen Architekturen abdeckt.

–          Die Integration mit der Enterprise-Mobility-Management-Plattform SAP Afaria erlaubt den automatisierten Rollout von Apps einschließlich App-Konfiguration und Gerätemanagement. Über die Plattform lassen sich außerdem Autorisierung, Sicherheit, Verschlüsselung, Offline-/Online-Fähigkeiten und die Integration in die bestehende IT-Systemlandschaft steuern.

–          Die SMP ist optimiert auf die Integration mit SAP-Backend-Systemen und kann mit allen bestehenden Non-SAP-Systemen arbeiten.

–          Für die Entwicklung mobiler Apps unterstützt SAP das Bring-Your-Own-Tools-Konzept. Das bedeutet, dass Entwickler die bereitgestellten SDKs in Ihren gewohnten Entwicklungswerkzeugen wie XCode, Eclipse, Sencha, Cordova oder Appcelerator Titanium nutzen können.

–          Die SAP Mobile Platform unterstützt Anwendungsszenarien in B2E, B2C and B2B und kann on-Premise oder in der Cloud betrieben werden.

Sicherheit durch umfassendes Enterprise Mobile Management

SAP Mobile Secure

Sicherheit bietet SAP nicht über eine einzelne Lösung sondern über ein ganzes Sicherheitsportfolio. SAP spricht in diesem Zusammenhang deswegen auch von Enterprise Mobile Management (EMM), das über das oft diskutierte reine Mobile Device Management (MDM) hinausgeht.  Umfassende Sicherheit bedeute nicht nur, ein mobiles Gerät zu sichern, sondern auch alle Arten an Apps zu sichern und Inhalte zu schützen, so Jürgen Röhricht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die Funktionen des SAP Enterprise Store

Die Komponenten von SAP Mobile Secure sind:

–       SAP Afaria als Mobile-Device-Management– (MDM) Lösung zum sicherenManagement mobiler Geräte. Ebenfalls stellt Afaria die Möglichkeit zur Verfügung, Apps über ein App-Portal auf Geräte zu provisionieren und zu managen.

–       Mobile App Protection by Mocana: SAP und Mocana haben eine Reseller-Partnerschaft geschlossen. SAP verkauft die Sicherheitssoftware Mocana Mobile App Protection weiter, mit der Unternehmen Anwendungs- und Sicherheitsregeln für iOS- und Android-Anwendungen einrichten können. Möglich ist es zum Beispiel, auf App-Ebene einen sicheren Datentransfer einzurichten oder Authentifizierung für einzelne Apps einzurichten. „Relevant ist das vor allem in BYOD-Szenarien oder hoch regulierten Branchen“, so Röhricht.

–       SAP Enterprise Store: Diese Plattform geht weiter als das Afaria App Portal und erlaubt es Unternehmen, Apps auch für nicht durch Afaria gemanagte Geräte und basierend auf einem Unternehmensbranding zum Herunterladen anzubieten – sowohl als firmeneigener App-Store für die eigenen Mitarbeiter, als auch für Partnerunternehmen oder deren Kunden. Zu den zusätzlichen Services gehören Funktionen, wie sie aus Consumer-App-Stores bekannt sind, darunter Kurzinformationen zu den Apps und Bewertungsmöglichkeiten.

SAP Mobile Documents mit Dropbox-Funktionen – und mehr

–       SAP Mobile Documents: Diese App vereinfacht den Dokumentenaustausch auf dem Anwender-Rechner und mobilen Geräten. Zusätzlich zu Funktionen der aus dem Privatanwenderbereich bekannten Dropbox lassen sich Unternehmens-CMS wie SAP Netweaver Knowledge Management oder Microsoft Sharepoint anschließen. SAP Mobile Documents hat umfangreiche Sicherheitsfunktionen: zertifikatsbasierte Authentifizierung, verschlüsselte Dokumentenablage auf mobilen Geräten, Integration mit SAP Afaria, außerdem lässt sich zentral einstellen, ob Dokumente überhaupt auf dem Gerät abgespeichert werden dürfen oder ob immer ein Onlinezugriff notwendig ist. Unternehmen können dadurch für Dokumente Berechtigungen vergeben, so dass nicht jeder Nutzer auf jede Datei zugreifen kann. Auch die Verwendung von Dokumenten lässt sich regeln. Ein Beispiel: Ein Unternehmen hält seine Preisliste in SAP NetWeaver vor. Dieses Dokument können Vertriebsmitarbeiter auf ihren mobilen Geräten aufrufen. Sie können die Liste allerdings nicht herunterladen oder per E-Mail versenden – dadurch könnten ja Versionen der Liste in Umlauf kommen, die kurz darauf schon veraltet sind.

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