Die Reichweite erhöhen

Feature | 7. Juli 2003 von admin 0

Für viele Unternehmen geht Business Intelligence (BI) heute weit über die strategische, langfristige und zentrale Analyse hinaus, die der intensiven Datenverarbeitung durch die Analysten vorbehalten ist. Vermehrt suchen jetzt Anwender aus allen Unternehmensbereichen bei BI-Lösungen Unterstützung für die tägliche Entscheidungsfindung. Die IT-Teams stehen somit vor der Aufgabe, die Infrastruktur für die verschiedenen Anforderungen hinsichtlich Detailgrad und Datenaktualität bereitzustellen. Die Anwender einer BI-Lösung sind hingegen auf unterschiedliche Werkzeuge für Reporting und Analysen angewiesen: Während die Analysten anspruchsvolle Werkzeuge für die erweiterte Analyse und Ad-hoc-Datenprüfung benötigen, haben Führungskräfte Bedarf an personalisierten Informationen, einer intuitiven Benutzeroberfläche und Möglichkeiten zur eingehenden Auswertung von zusammengefassten Informationen. Die große Zahl an reinen Informationskonsumenten haben in der Regel wenig Interesse daran, die Rohdaten zu durchforsten, sondern wünschen einfache, zugängliche “Momentaufnahmen” der Daten zur Unterstützung ihrer täglichen Arbeit.

Durchgängiger Ansatz

Um diese breit gefächerten Anforderungen erfüllen zu können, greifen Organisationen häufig auf einen bunten Mix von Anwendungen, Werkzeugen und Schnittstellen zurück. Je mehr unterschiedliche Technologien in einer Infrastruktur genutzt werden, desto größer ist selbstverständlich die Komplexität – was wiederum zunächst zu höheren Einführungskosten und auf lange Sicht zu einer eingeschränkten Anpassungsfähigkeit führt. Daher ist es notwendig, Business-Intelligence-Insellösungen, individuelle und isolierte Datenstrukturen sowie Technologiesilos in der Systemlandschaft zu vermeiden.

Überblick über die Kernfunktionsbereiche von SAP BW

Überblick über die Kernfunktionsbereiche von SAP BW

Mit mySAP Business Intelligence (mySAP BI) bietet SAP eine einheitliche, durchgängige Lösung für diese Aufgabenstellung. Im Kern dieser Lösung steht das SAP BW, das die in der nebenstehenden Abbildung aufgeführten Funktionsbereiche abdeckt. Von Beginn an hat SAP BW den durchgängigen Business-Intelligence-Ansatz verfolgt und unterstützt mit einer Reihe von integrierten BI-Werkzeugen die enge Integration mit der gesamten Systemlandschaft.
Zur Weiterführung dieses Konzepts des integrierten und eingebetteten Business Intelligence wurde SAP BW jetzt in die Integrations- und Applikationsplattform SAP NetWeaver eingebunden. Dieser Artikel behandelt nur einige Aspekte des umfassenden Nutzens, den SAP BW im Zusammenspiel mit anderen Komponenten von SAP NetWeaver liefert.

Anwenderintegration: Zugang zu rollenspezifischen Informationen

Um einer Vielfalt von Endanwendern Informationen gezielt und personalisiert zur Verfügung zu stellen, nutzt SAP BW das SAP Enterprise Portal (SAP EP). Hier finden die Anwender einen zentralen und personalisierten Zugang per Single Sign-On zu allen relevanten Informationen.
SAP BW und SAP EP sind Bestandteile der Gesamtarchitektur von SAP NetWeaver. Sie sind nicht einfach verknüpft, sondern auf mehreren Ebenen nahtlos integriert und nutzen eine Reihe von Konzepten und Technologien gemeinsam. Das Ergebnis? SAP-BW-Anwender können von allen Vorteilen des SAP Enterprise Portal profitieren. Einige Beispiele:

  • Vielen Endanwendern ist bereits eine BI-bezogene Rolle zugeordnet. Diese Rollen können problemlos in Enterprise-Portal-Rollen kopiert werden; hierdurch wird ein konsistentes Rollenkonzept in beiden Systemen sichergestellt. Für den Anwender bedeutet dies einen zentralen Zugang zu allen relevanten Informationen, für das IT-Team eine effizientere Verwaltung von Benutzerrollen im gesamten Unternehmen.
  • SAP BW unterstützt iViews – dieselben Programme, die im Portal Framework für die Interaktion mit verschiedenen Quellen verwendet werden (siehe nebenstehende Abbildung). Mit iViews können Anwender Informationen aus Quellen innerhalb des Unternehmens und im Internet abrufen und im SAP Enterprise Portal anzeigen. SAP-BW-Anwender sind auch in der Lage, problemlos ihre eigenen iViews anzulegen und damit die genutzten Informationen individuell an ihre Bedürfnisse anzupassen.
  • SAP BW nutzt die Unification-Technologie von SAP EP. Unification ermöglicht das Zusammenspiel von verschiedenartigen Applikationen und Informationsquellen im Enterprise Portal und ist Grundlage für die Drag&Relate-Funktion, die das Sammeln und Verknüpfen von Informationen sowie die einfache Navigation über Anwendungsgrenzen hinweg erlaubt.

Die enge Integration von SAP BW und SAP EP auf mehreren Ebenen bietet den Anwendern eine völlig neue Möglichkeit, Business-Intelligence-Informationen (Berichte, Diagramme, OLAP-Analysen etc.) mit unstrukturierten Informationen (Webseiten, Ergebnisse von Marktforschungsunternehmen, Dokumente) und Informationen aus operativen Systemen zu kombinieren (wie z.B. die Fähigkeit, Transaktionen direkt in ein SAP-R/3-System einzugeben). Weisen die Daten beispielsweise auf einen Rückgang der Umsätze mit einem wichtigen Kunden hin, können die Anwender jetzt die Dokumente oder Berichte anzeigen, die von Kollegen oder Dritten als Anlage beigefügt wurden, und den Grund für diesen Rückgang prüfen.
Zu den Collaboration- und Information-Sharing-Funktionen, die den Endanwendern dank der Kombination von SAP BW und SAP EP zur Verfügung stehen, zählt auch eine umfassende Anzahl von Technologien einschließlich Shared E-Mail, Threaded Discussion, Document-Stores und Online-Chats.

Prozessintegration liefert aktuelle Daten

ETL und EAI

ETL und EAI

Zur strategischen beziehungsweise taktischen Entscheidungsunterstützung ist der traditionelle Batch-orientierte ETL-Datenbeschaffungsprozess (Extraktion, Transformation und Laden) für eine bestimmte Benutzergruppe ausreichend. Um auch jene Anwender im Unternehmen zu unterstützen, die eher operative Aufgaben abdecken und daher sehr aktuelle Daten benötigen, kommt eine neue Technologie ins Spiel: Enterprise Application Integration (EAI). EAI umfasst eine Palette von Technologien, die mithilfe von Adaptern, Middleware und Message Brokers die Abbildung und Ausführung von Geschäftsprozessen über verschiedene Applikationen hinweg ermöglicht. Die nebenstehende Abbildung zeigt eine Gegenüberstellung der beiden Ansätze.
SAP BW unterstützt sowohl ETL als auch die Anbindung von EAI über die SAP Exchange Infrastructure (SAP XI), die Komponente für die Anwendungsintegration, die als Prozessintegrationsschicht des SAP NetWeaver dient. SAP XI stellt zum einen den Integration Broker bereit, der Adapter für die Kommunikation mit verschiedenen Anwendungskomponenten nutzt und die Konnektivität zu Geschäftspartnern, Exchanges, externen Systemen und SAP-Lösungen gewährleistet. Zum anderen umfasst SAP XI auch die Funktion Business Process Management. Diese bietet Modellierungsfunktionen für Geschäftsprozesse und ermöglicht den Unternehmen, Anwendungen zu anpassungsfähigen End-to-End-Prozessen zu kombinieren, welche die gesamte Wertschöpfungskette umspannen. Wenn die Prozessintegrationsfunktionen von SAP XI genutzt werden, nimmt das Data Warehouse beziehungsweise der Operational Data Store lediglich die Rolle eines weiteren Abonnenten der Realtime-Daten an, die vom Integration Broker verteilt werden.
Batch- und Realtime-Datenbeschaffungsfunktionen erlauben den Unternehmen, ihre Informationen zielgerichteter zu verwenden. Wenn die beiden Technologien in einer Umgebung zusammenarbeiten und ein Metadatenmodell nutzen, können die Unternehmen problemlos historische Informationen mit Realtime-Daten kombinieren, um einen reichhaltigeren Benutzerkontext mit konsistenten Daten aus einer Vielzahl von Quellen bereitzustellen.
SAP BW nutzt die Funktionen der anderen Komponenten in SAP NetWeaver, um den Anwendern einen effizienteren und gezielteren Informationszugang zu bieten. Somit bildet SAP BW eine Plattform, die den nächsten großen Schritt in der Entwicklung von Business Intelligence darstellt. Weitere Informationen zu SAP BW und SAP NetWeaver finden Sie unter www.sap.de/bi und www.sap.de/netweaver.

Quelle: SAP Insider

Gunther Rothermel

Gunther Rothermel

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