Soccer team in a huddle

Die Top 10 Technologietrends 2016 laut Gartner

12. Januar 2016 von Susan Galer 0

Die Digitalisierung der Geschäftsprozesse ist das zentrale Thema für Gartner. Dabei sind drei Themen unter den Top-10-Trends von übergreifender Bedeutung für diesen Wandel: die Verschmelzung der physischen und der virtuellen Welt, die Allgegenwart von Informationen und die Verlagerung aller Anwendungen in die Cloud.

Neue Technologien schaffen eine noch nie dagewesene Vernetzung zwischen Myriaden von intelligenten Geräten, von denen sie Informationen sammeln, und brechen damit bestehende Geschäftsmodelle auf. Beeindruckende Benutzererlebnisse werden das Ergebnis sein. Wie David W. Cearley, Vice President und Fellow bei Gartner, prognostiziert, ist die Digitalisierung der Geschäftsprozesse das zentrale Thema, um das sich die wichtigsten Technologietrends des kommenden Jahrs drehen. Während eines Gartner-Webinars sagte er kürzlich, dass unter den Top-10-Trends drei Themen von übergreifender Bedeutung für diesen Wandel seien: die Verschmelzung der physischen und der virtuellen Welt, die Allgegenwart von Informationen und die Verlagerung aller Anwendungen in die Cloud.

„Digitale Geschäftsprozesse werden zu algorithmischen Geschäftsprozessen weiterentwickelt, und diese sind handlungsorientiert“, erklärte Cearley. „Wir kapseln Daten aus Aktivitäten in Algorithmen ein. Dadurch können wir mehr intelligente Systeme entwickeln, die in digitale Geschäftsprozesse eingebunden werden.“

Hier die wichtigsten 10 Trends 2016 nach Gartner:

  1. Das Gerätenetz („device mesh“) ist das sich ausweitende, allgegenwärtige Geflecht aus intelligenten Geräten, in dem Menschen, Dinge und Geschäftsprozesse permanent, nahtlos und dynamisch miteinander verbunden sind, egal, in welcher Situation – ob bei einem Kunden, bei der Arbeit im Warenlager oder auf einem Ölfeld, beim Einkaufen im Laden, beim Abendessen im Restaurant, beim Fußballschauen oder beim Autofahren. „Smartwatches sind nur die Spitze des Eisbergs“, so Cearley. „Viele dieser Technologien sind sehr gezielt auf die Benutzer und deren Situationen und Verhaltensmuster zugeschnitten. Die sich daraus ergebenden Chancen müssen beispielsweise in Form von Benachrichtigungen, Mikro-Interaktionen und unterschiedlichen Steuerungs- oder Kontextmöglichkeiten umgesetzt werden, die dem Benutzer bereitgestellt werden, etwa für Mitarbeiterproduktivität mit Authentifizierungsverfahren oder Freisprechen.“ Im Wachstumsbereich Augmented-Reality– und Virtual-Reality-Systeme sagte Gartner beispielsweise einen sprunghaften Anstieg der Verbreitung von Datenbrillen voraus: von 260.000 Geräten 2015 auf 2 Mio. nächstes Jahr und rund 25 Mio. bis 2019.
  1. Bei der umgebungsbezogenen Benutzererfahrung („ambient user experience“) verschmelzen die physische und die virtuelle Welt immer mehr miteinander, indem kontextbedingte Informationen wie die Aktionen des Benutzers und Daten von Umgebungssensoren auf den verfügbaren Geräten mit historischen Daten und den Funktionen von Anwendungen zusammengeführt werden. Wie Cearley meinte, wird dies letztlich zu einer einheitlichen, multisensorischen Erfahrung führen. „Anwendungsdesigner müssen von außen nach innen denken, und zwar aus der Sicht des Benutzers. Sie entwickeln Lösungen für die persönliche Cloud, die für einen Benutzer existiert – seine Geräte und Szenarios, die sich im Tagesverlauf beständig ändern.“
  1. 3D-Drucken mit unterschiedlichsten neuartigen Materialien birgt für Branchen wie die Pharmaindustrie, Life Sciences (Prothetik, künstliche Haut), Elektronik, die Lebensmittelbranche und die industrielle Fertigung Innovationschancen mit hohem Wertschöpfungspotenzial.
  1. Informationen über alles werden zu aussagekräftigen Daten für intelligente Maschinen „destilliert“, die wertvolle, umsetzbare Erkenntnisse aus dem gesamten Geschäftsnetzwerk erfassen, speichern und weitergeben.
  1. Fortschrittliche Lernalgorithmen für Computer verwenden neuartige Modelle, um Systeme noch intelligenter zu machen. Dies ist die nächste Stufe in der Analytik mit dem Ziel, das „Gehirn“ von autonomen, intelligenten Maschinen so weiterzuentwickeln, dass diese lernen, agieren und ihr Verhalten anpassen können.
  1. Autonome Assistenten und Gegenstände sind stark im Kommen und eröffnen beispiellose Geschäftschancen. Hierzu gehören Roboter, Drohnen, selbstfahrende Fahrzeuge, virtuelle Kunden- und persönliche Assistenten, intelligente Haushaltsgeräte und Werkzeuge, Lösungen für intelligente Sicherheit und intelligenten Betrieb sowie intelligente Unternehmensanwendungen.
  1. Mit adaptiver Sicherheitsarchitektur wird über die Abriegelung der virtuellen Unternehmensgrenzen hinausgehend eine kontinuierliche Risikominderung in das System eingebaut. Dabei werden leistungsfähige Verhaltens- und Entitätsanalysen genutzt, die Störfälle vorhersagen, verhindern, untersuchen, eindämmen und beheben.
  1. Erweiterte Systemarchitekturen unterstützen intelligente Maschinen, in denen spezialisierte Anwendungen in enormem Umfang Verbindungen skalieren können. Dadurch können Innovationen wie Gesichtserkennung und Cognitive Computing massiv vorangetrieben werden.
  1. Die vernetzte App- und Service-Architektur („mesh app and service architecture“) ist als einheitliches Modell zum Aufbau von Mikroservices, die in Anwendungen auf unterschiedlichsten Geräten im digitalen Netz ineinandergreifen, auf dem Vormarsch. „Bei dieser Entwicklung liegt noch eine erhebliche Lernkurve vor uns, und sie fordert uns enorme Disziplin ab“, mahnte Cearley. „Sie ist sicher heute nicht für jeden relevant, aber eines der hochaktuellen Themen für die Zukunft.“
  1. Die Architektur und die Plattform für das Internet der Dinge müssen so ausgebaut werden, dass alle Komponenten miteinander verknüpft werden können, einschließlich Analysefunktionen, Orchestrierung, Daten, Integrationsebene, aggregierte Geräteverwaltung, Gateways und Benutzeroberflächen.

Foto: Shutterstock

Tags: , , ,

Leave a Reply