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Die Vorreiter: Der Datendoktor hilft

25. September 2015 von Judith Magyar 0

Mehr als 1,9 Milliarden Erwachsene und rund 42 Millionen Kinder unter fünf Jahren litten im vergangenen Jahr an Fettleibigkeit. Warum ist das gefährlich? Fettleibigkeit führt zu Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – die Haupttodesursachen im Jahre 2012. Es kann jedoch etwas dagegen getan werden. Individuelle Ernährungs- und Fitnesspläne spielen dabei eine wichtige Rolle. Das Hauptproblem aber liegt bei der fehlenden politischen Unterstützung im Gesundheitssektor, in der Landwirtschaft, im Verkehrswesen, in der Stadtplanung, in der Lebensmittelverarbeitung und im Bildungssektor.

Einheitliche Patientendaten

Rudolf Mezei, Wirtschaftswissenschaftler und Geschäftsführer von Medistance in Ungarn, erläutert, dass alle Beteiligten Einblick in die gleichen Patientendaten bekommen müssten, um in Zukunft mehr politische Unterstützung zu erhalten. „Das Gesundheitssystem kann die Ausgaben pro Patient errechnen, aber nicht die Wirksamkeit der verschriebenen Behandlung. Auf diese Weise haben wir in Ungarn Einblick in die verschriebenen Medikamente, aber nicht in die gesundheitliche Entwicklung der Menschen“, erklärt Mezei. „Bei Krankheiten wie Fettleibigkeit können wir die Gesamtausgaben des Gesundheitswesens nicht beeinflussen.“

Medistance setzt sich daher für einheitliche Patientendaten ein, um neue Maßstäbe zu setzen. Es handelt sich um eine intelligente Lösung für ein modernes Gesundheitswesen, das Allgemein- und Facharztpraxen, Krankenhäuser und Versicherer miteinander verbindet, sodass alle eine gemeinsame Sicht auf den Patienten erhalten. Ein großes Pilotprojekt dazu läuft mittlerweile schon in Budapest. Gesundheitsexperten können außerdem Daten nach unterschiedlichen Kriterien wie regionale Herkunft, Bevölkerungsgruppe und Versicherungsstatus filtern.

Kampfansage an Krankheiten

Medistance nutzt M2M-Technologie (Machine-to-Machine), um Daten zu sammeln, die mit SAP Business One HANA in der Cloud gespeichert und analysiert werden können. Patienten können so bequem von zu Hause aus ihre gemessenen Daten an die zuständigen Ärzte übermitteln, die den Behandlungsplan daraufhin interaktiv anpassen können.

„Eine ganzheitliche Betrachtung der Patientendaten führt zu einem Aha-Effekt bei allen Beteiligten. Einige Ärzte lehnten das neue Konzept zunächst ab, da sie es für einen neuen Kontrollmechanismus hielten. Jedoch konnten wir sie schnell davon überzeugen, dass die gesammelten Daten mehr als vertrauenswürdig sind“, so Mezei. „Zusätzlich nutzt das System bestimmte Algorithmen und kann dem Arzt Empfehlungen für weitere Behandlungsschritte geben. Außerdem könnten tragbare Geräte, basierend auf dem Lebensstil des Patienten, individuelle Verbesserungen vorschlagen.“

Medistance, ein strategisches Mittelstandsprojekt für die SAP in Europa, revolutioniert das Gesundheitswesen ganzer Nationen. Es soll dabei helfen, unterschiedlichen Ländern und Systemen die Vorteile der Optimierung und Standardisierung des Gesundheitssystems verständlich zu machen. Die damit verbundenen politischen Maßnahmen könnten auf diese Weise zum Wohlergehen eines großen Teils der Bevölkerung beitragen. Pilotprojekte in Skandinavien bis hin zum Nahen Osten ebnen bereits den Weg in die richtige Richtung.

Der Autorin auf Twitter folgen: @magyarj

 

Bildquelle: Shutterstock

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