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Wearables am Arbeitsplatz

Feature | 6. März 2015 von Judith Magyar 0

Sogenannte Wearables, Technologien, die am Körper getragen werden, sind an sich nichts Neues. In den 1880er Jahren banden sich Soldaten ihre Taschenuhren mit Lederbändern ans Handgelenk, um die Hände frei zu haben – die Geburtsstunde der Armbanduhr. Und bereits in den 1970ern lagen Taschenrechneruhren im Trend.

Was heute jedoch neu ist, ist die überwältigende Anzahl von Wearables. Experten zufolge werden bis 2017 50 Prozent aller App-Interaktionen auf Wearables stattfinden. Zudem soll der globale Markt für Wearables am Arbeitsplatz bis 2018 auf 16,2 Milliarden Euro anwachsen. Der wichtigste Vorteil der mit Augmented-Reality-Software ausgestatteten Geräte ist die Ausgabe von Anweisungen über eine Sprachfunktion oder ein Display. So ist ein effizienteres, sichereres und konzentrierteres Arbeiten möglich.

Instandhaltungsarbeiten mitten im Ozean

Mik Pedersen ist IT-Manager bei DONG Energy, einem führenden Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen. Er erklärt, das Unternehmen könne mit Augmented-Reality-Anwendungen saubere Energie unter schwierigen Bedingungen produzieren. „Unsere Techniker nutzen sprachgesteuerte Anwendungen, um in hunderten Metern Höhe Instandhaltungsarbeiten an Anlagen mitten im Ozean durchzuführen“, erklärt er Rick Constanzo, General Manager von Global Mobility Solutions bei SAP, in einem Video-Interview. Das Konzept ist denkbar einfach: Eine Serviceanfrage geht ein und ein Techniker wird an den Ort des Geschehens geschickt. Bei seiner Ankunft erhält er von der App schrittweise Anweisungen zur Vorgehensweise und zu den Sicherheitsvorschriften, die beachtet werden müssen. Über die Anwendung kann der Techniker zudem Berichte archivieren, Ersatzteile bestellen, auf Dokumentationen zugreifen und sich mit einem Experten verbinden lassen – und all das, während er die eigentliche Reparatur durchführt.

Die vierte Wearables-Generation wächst bereits heran

Für Jörg Knauss, Chief Solution Architect für Wearables bei Swisscom, sind Mobilgeräte eine Erweiterung des menschlichen Körpers. Mit SAP 3D Visual Enterprise hat Swisscom ein Instandhaltungsszenario für Kaffeemaschinen entwickelt, bei dem Mobilgeräte und Google Glass eingesetzt werden. Zusätzlich stellt ein 3D-Drucker Ersatzteile in Echtzeit her. „Unsere Kunden möchten wissen, wie ihnen Wearables und Augmented-Reality-Technologie im Hinblick auf das Internet der Dinge und Industrie 4.0 helfen können. Was das angeht, stehen wir noch ganz am Anfang. Doch das wird sich bald ändern. Kunden können sich auf Wearables der vierten Generation freuen, die bereits in zwei Jahren erhältlich sein werden“, prognostizierte Knauss.

Experten sind überzeugt, dass sich Wearables am Arbeitsplatz durchsetzen, denn sie erhöhen die Sicherheit, Produktivität und Zusammenarbeit.

Experten sind überzeugt, dass sich Wearables am Arbeitsplatz durchsetzen, denn sie erhöhen die Sicherheit, Produktivität und Zusammenarbeit.

Das Tool der Zukunft

Während der Kampf um das Handgelenk der Privatanwender noch immer tobt, gewinnen Wearables im geschäftlichen Kontext immer mehr an Bedeutung. SAP-Vorstandsmitglied Bernd Leukert demonstrierte bei der Vorstellung der neuen Business Suite SAP S/4HANA, wie ein Außendiensttechniker sich über eine Smartwatch mit einem „Decision-Support-System“ verbinden lassen kann. Steve Lucas, President von SAP Platform Solutions, nutzte ebenfalls eine Smartwatch, um zu zeigen, welchen Nutzen Vertriebsmitarbeiter daraus ziehen können.

 

Veranstaltungen zum Thema:

Die digitale Transformation ist auch eines der zentralen Themen bei den Fokustagen der SAP auf der CeBIT 2015 in Hannover.

 

Folgen Sie Judith Magyar bei Twitter unter @magyarj.

Bildquelle: Shutterstock

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