Die Vorteile von Google Glass & Co.

18. November 2013 von Andreas Schmitz 0

Foto: iStockphoto

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Einsparungen von über einer Milliarde US-Dollar erwartet Gartner in den kommenden drei bis fünf Jahren für jene Unternehmen, die Datenbrillen im Außendienst einsetzen. Das wird nach Ansicht des US-Marktforschers innerhalb der kommenden fünf Jahre jedes zehnte Unternehmen sein. In zehn Jahren werden dann auch preislich interessantere Modelle da sein, so dass sich die Datenbrille als Effizienzbringer in den Unternehmen etablieren wird. Diese Meinung vertritt Research Director Angela McIntyre. Einziges Manko bisher: Das Ökosystem an Serviceanbietern fehlt noch. Und damit auch die nützlichen Apps, die das Erledigen komplexer Aufgaben unterstützen sollen.

– Den größten Einfluss erwartet Gartner in der Fertigung wie der Öl- und Gasbranche. Denn Datenbrillen unterstützen Arbeiter darin, einzelne Aufgaben zu erledigen. Zudem haben sie beide Hände frei für ihre handwerklichen Tätigkeiten. Das Erlernen neuer Geräte und Methoden wird durch die Datenbrille unterstützt – Vor-Ort-Schulungen dadurch teilweise sogar ersetzt.

– Für den Handel, die Konsumgüterindustrie und den Gesundheitsbereich erwartet Gartner einen nicht ganz so großen Einfluss der neuen Technologie. Lediglich das Aufspüren von Informationen über den Blick etwa auf den Barcode dürfte die Arbeit erleichtern.

Google Glass im Branchen-Check: Fertigung und Öl- und Gasbranche profitiert am meisten

– Versicherungen sowie dem Medien- und Finanzbereich prognostiziert Gartner nur geringe Effizienzgewinne durch den Einsatz der Datenbrillen. Versicherungsvertreter könnten beim Kunden vorbeischauen und den Schaden vor Ort überprüfen, den er angegeben hat und gleich in einer Liste nachschauen, welche Ansprüche er geltend machen kann. Finanzinstitute sowie die Medienindustrie könnten ihren Kunden und Lesern über abonnierbare Services aktuelle Informationen über die Brille zusenden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die 5 Vorteile im Einzelnen

Folgende praktische Vorteile hat Gartner für Unternehmen entdeckt, die künftig Datenbrillen einsetzen möchten:

  1. Virtuelle Assistenz: Bedienungsanleitungen und Illustrationen vereinfachen Arbeitern, ihre Aufgaben zu erledigen. Zudem müssen sie nicht alle teilweise komplexen Abläufe im Kopf haben und können sich die einzelnen Schritte über die Datenbrille anzeigen lassen. Datenbrillen dienen als virtuelle Assistenten, die es dem Arbeiter zudem ermöglichen, mit beiden Händen zu arbeiten. Besonderer Vorteil: Wer neu in einem Arbeitsbereich beginnt, bekommt die Abläufe direkt angegeben und muss nicht unbedingt von einem Kollegen unterstützt werden.
  2. Video-Kollaboration: Per Video-Kollaboration lassen sich Experten in entfernt liegenden Standorten zuschalten. „Shared Videos“ machen es möglich, dass der Kollege seine Hinweise geben kann, auch wenn er dem Kollegen nicht über die Schulter guckt. Video-Kollaboration hilft also, einfach und schnell Expertenrat einzuholen und Probleme in den Griff zu bekommen. Nach Ansicht von Gartner bringt das Unternehmen in die Situation, auch weniger erfahrene Mitarbeiter im Außendienst einsetzen zu können. Im Fall der Fälle können sie sich mit erfahreneren Kollegen zusammenschalten.
  3. Videostream: Per Videostream können Prüfer nachweisen, dass sie die Inspektion gemacht haben und alles soweit in Ordnung ist. Gerade für Mitarbeiter im Außendienst, die ihren Job nicht unter Aufsicht erledigen, kann der Dienstleister bei Nachfragen nachweisen, dass die Aufgabe erfüllt worden ist. Ebenfalls nützlich ist das Videostreaming für Schadenssachbearbeiter von Versicherungen, Immobiliengutachter und Kuriere.
  4. Training-on-the-Job: Der Aufwand für praktisches Training und Schulungen vor Ort kann durch Smartglasses reduziert werden. Gartner-Analyst Tuong Nguyen nennt das „Training-on-the-job“.
  5. Zweitmeinung: Speziell im Krankenhaus erleichtert die Datenbrille die Konsultation von ausgewiesenen Experten an anderen Kliniken für eine Zweitmeinung und unterstützt die Telemedizin, also die Behandlung von Patienten aus der Entfernung. Weiterer Vorteil für den Arzt: Über eine Gesichtserkennung bekommt er Zugang zu den nötigen Untersuchungsergebnissen. Es ist also nicht nötig, Assistenzärzte damit zu betrauen oder gar in der Papierakte zu kramen.

Virtuelle Helfer, Videounterstützung, Zweitmeinung: Die Vorteile der Datenbrillen

Für Gartner-Analystin McIntyre sind das Gründe genug dafür, dass sich Unternehmen nun mit dem Nutzen von Datenbrillen auseinandersetzen – und auch ihre Bring-your-own-Device-Strategie anzupassen. Denn schon bald werden die Mitarbeiter mit ihren eigenen Datenbrillen zur Arbeit kommen.

 

 

 

 

 

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1 comment

  1. Google sollte noch Google disguise entwickeln. Die Tarnkappte für all diejenigen, die nicht von Google glass aufgenommen werden wollen. Ansonsten natürlich eine fantastische Sache.

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