Wachstumsmarkt Mexiko

Feature | 3. Oktober 2011 von Jackie Montesinos Suarez 0

Chancen für mexiko. (Foto: Fotolia)

Gesundes Wachstum in Mexiko, Panama und Costa Rica. (Foto: Fotolia)

Vor sieben Monaten haben Sie die Geschäftsführung von SAP Mexiko und Zentralamerika übernommen. Was waren bisher die wichtigsten Meilensteine?

Diego Dzodan: Zunächst einmal die Erstellung und Umsetzung des Aktionsplans für die ersten 100 Tage, mit dem wir unsere Kernprozesse festlegten. Der Plan enthielt vier Schwerpunkte: das Festlegen der kurzfristigen Zahlen, die Lösung wichtiger Kundenprobleme, den Aufbau eines Governance-Systems und schließlich das Erstellen eines strategischen 3-Jahres-Plans. Das Managementteam hat die Erwartungen dieses Plans hervorragend erfüllt. Anschließend haben wir einen mittelfristigen Plan namens „1.3.3.“ erarbeitet. Ziel des Plans ist es, unsere Landesgesellschaft zu einer der weltweiten Top Ten zu machen. Dafür müssen wir unser Softwaregeschäft innerhalb von drei Jahren verdreifachen. Auf regionaler Ebene heißt der Plan „1.5.5.“ Das bedeutet, dass wir auch hier eine führende Landesgesellschaft werden wollen. Das Ziel ist hier etwas aggressiver: wir planen, unser Softwaregeschäft in fünf Jahren zu verfünffachen.

Unsere Meilensteile bewerten wir darüber hinaus anhand unserer kurzfristigen Ergebnisse. Im ersten Quartal 2011 konnten wir unser Softwaregeschäft um beachtliche 63 % steigern. Im zweiten Quartal sind wir um 76 % gewachsen. Also in beiden Fällen sehr vielversprechende Ergebnisse.

Wie sieht die Lage auf Ihren regionalen Märkten derzeit aus? Was sind zurzeit die „heißen Themen“ in der Branche?

Diego Dzodan: Insgesamt ist die Lage auf unseren Märkten sehr positiv. Die Wirtschaft in Mexiko ist derzeit sehr gesund. Beim BIP haben wir Wachstumsraten von 4 bis 4,5 %. Also insgesamt ein ziemlich optimistisches Bild für unsere Branche. In Zentralamerika ist die Situation ähnlich oder sogar noch etwas besser: Volkswirtschaften wie Panama sind in den letzten sieben Jahren 8 % gewachsen; In Costa Rica war das Wachstum zwar etwas geringer, dafür aber nachhaltig. Wir haben also ein sehr gesundes Wirtschaftsklima.

Als weitere sehr positive Entwicklung in der Region sehen wir die starke Nachfrage nach Innovationen. Viele Kunden suchen nach Projekten, die ihnen mehr Wettbewerbsvorteile, mehr Produktivität und höhere Margen bringen. Wir beobachten auch eine große Investitions- und Innovationsbereitschaft und den Willen, kalkulierbare Risiken einzugehen. Dieses gute Wirtschaftsklima und die große Investitionsbereitschaft im Hinblick auf unsere Lösungen und Innovationen ergeben für SAP insgesamt ein sehr positives Umfeld.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Kunden in der Region? Wie wirkt sich das auf SAP aus?

Diego Dzodan: Wir alle wissen, dass Mexiko und fast ganz Zentralamerika eine schwierige Zeit hinter sich haben. Nach der Krise haben sich jetzt bei den Kunden viele Projekte aufgestaut, für die während der Krise kein Geld da war. Diese Projekte müssen jetzt nach Priorität geordnet und umgesetzt werden. Darin besteht die erste Herausforderung für viele unserer Kunden.

Die zweite Herausforderung besteht darin, mehr Produktivität zu erreichen. Angesichts des positiven Wirtschaftsklimas wollen die Firmen jetzt viele geplante Projekte angehen, haben aber nicht unbedingt die erforderliche Zeit oder die nötigen Ressourcen, um sie umzusetzen.

Als dritte Herausforderung sehen wir den deutlichen Engpass im SAP-Partnernetz angesichts der derzeit starken Wachstumsraten. Es könnte also nicht genügend Berater und Implementierungsspezialisten geben. Auf diese wachsende Nachfrage mit der entsprechenden Kapazität zu reagieren, braucht Zeit.

Was sind die Wachstumsmotoren in Mexiko? Welche Branchen und Lösungen spielen eine wichtige Rolle?

 

Diego Dzodan: An den Zahlen des ersten und zweiten Quartals lassen sich die wichtigsten Wachstumsbereiche ganz deutlich ablesen. Business Analytics ist ganz klar ein großer Wachstumsmarkt. Dies schließt auch die SAP-HANA-Plattform und einige andere unserer leistungsstarken Business-Intelligence-Tools mit ein. Als zweiten Wachstumsbereich ist der Öffentliche Sektor zu sehen. Hier gab es ein starkes Wachstum im ersten und zweiten Quartal. Und für das zweite Halbjahr ist die Auftragspipeline gut gefüllt. Der Handel ist der dritte Wachstumsbereich. Er war auch der Star in Mexiko in der ersten Jahreshälfte.

Welche Rolle spielt das SAP-BusinessObjects-Portfolio auf Ihren Märkten? Was hören Sie hier von Ihren Kunden?

Diego Dzodan: Das SAP-BusinessObjects-Portfolio spielt eine Schlüsselrolle für unser Wachstum bei den Business-Intelligence-Lösungen. Wenn man sich etwa die Zahlen für das erste Quartal ansieht, sind wir hier um 150 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Das waren ausschließlich die SAP-BusinessObjects-Lösungen. Sie sind also ganz klar eine wichtige Komponente unseres Gesamtumsatzes. Im ersten Halbjahr 2011 und den letzten Monaten von 2010 haben wir auch unseren Marktanteil erhöht. Und die meisten unserer Kunden sagen, dass eine Analytics-Lösung, die sich natürlich in ihr ERP-System einfügt und deren Integration von SAP unterstützt wird, ihnen sehr viel für ihre IT-Landschaft bringt.

Wie wird sich Ihrer Einschätzung nach der Mittelstand entwickeln? Wie sieht das Kundenfeedback zu SAP Business ByDesign und den anderen Mittelstandslösungen der SAP aus?

Diego Dzodan: Auch der Mittelstandsmarkt wächst sehr schnell in unserer Region. Beim indirekten Vertrieb hatten wir im ersten Halbjahr ein über dreistelliges Wachstum. In Zentralamerika gibt es das meiste Wachstum im Mittelstand. Mexiko ist einer der weltweit größten Märkte für SAP Business One. Und auch die SAP-Business-All-in-One-Lösungen waren sehr stark in unserer Region. Rund 70 % unserer Kunden kommen aus dem Mittelstand. Die meisten setzen SAP-Business-All-in-One-Lösungen ein.

SAP Business ByDesign haben wir erst Anfang August auf den Markt gebracht. Die Lösung ist also hier noch recht neu. Deshalb haben wir bisher noch nicht viel Feedback von Kunden bekommen. Aber die Flexibilität und das im Lizenzkonzept enthaltene Finanzierungsmodell sind sicherlich sehr attraktiv für die Kunden.

Welche persönlichen Ziele haben Sie als Geschäftsführer? Wie sehen Ihre Zukunftspläne für die SAP aus?

Diego Dzodan: Meine Zukunftspläne für Mexiko und Zentralamerika – und diese entsprechen weitestgehend auch den Plänen des Teams – sind sehr gut in unserem 1.3.3. Plan zusammengefasst. Demnach wollen wir unser Softwaregeschäft in drei Jahren verdreifachen und damit eine führende Landesgesellschaft werden. Wie wollen wir das erreichen? Wir haben rund 30 Initiativen in sieben Hauptbereichen wie Mitarbeiter, Management, Lösungen, Märkte und so weiter. Diese sieben Schlüsselbereiche und ihre 30 Initiativen schaffen die Voraussetzungen dafür, dass wir diese Zahlen in drei Jahren erreichen. Und wenn man sich unsere derzeitigen Ergebnisse ansieht, dann werden wir meiner Einschätzung nach unser Geschäft schon viel früher als in drei Jahren verdreifachen.

Diego Dzodan

Diego Dzodan, Geschäftsführer SAP Mexiko und Zentralamerika. (Foto: SAP AG)


 

Diego Dzodan

Diego Dzodan ist Geschäftsführer von SAP Mexiko und Zentralamerika. Seit über zwölf Jahren ist er in der IT- und Softwarebranche tätig. In seinen sechs Jahren bei SAP Lateinamerika und Karibik hatte er verschiedene Funktionen inne: So war er Leiter des Vertriebs für Großunternehmen bei SAP Brasilien, Geschäftsführer von SAP Kolumbien sowie Direktor für den Bereich Wertanalyse und Leiter des Bereichs Competitive Sales. Vor SAP war Diego Dzodan Mitgründer und Geschäftsführer von Certant, einer regionalen Gesellschaft für Unternehmens- und Technologieberatung. Diego Dzodan ist in Buenos Aires geboren und hat einen Bachelor-Abschluss in Rechnungswesen von der Universidad de Belgrado sowie einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Harvard University.

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