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4 Merkmale, mit denen sich digitale Vorreiter von ihren Wettbewerbern abheben

Blog | 19. Oktober 2017 von Vivek Bapat 37

Nur wenige der Top-100-Unternehmen schöpfen das Potenzial der digitalen Transformation voll aus. Diese unterscheiden sich durch vier Merkmale von ihren Wettbewerbern. Was diese Vorreiter richtig machen.

Wie im Gleichnis Die Blinden Männer und der Elefant hat jeder eine andere Sicht auf die digitale Transformation. Für einige ist sie gleichbedeutend mit neuen Technologien, und sie setzen auf Entwicklungen wie das Internet der Dinge, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Andere sehen darin eine Möglichkeit, die Effizienz zu steigern und Geschäftsprozesse umzugestalten, um die Markteinführung ihrer Produkte zu beschleunigen. Wieder andere betrachten die digitale Transformation als Mittel, um sich strategisch von Wettbewerbern abzuheben und die Kunden mit neuen Geschäftsmodellen an sich zu binden. Trotz dieser Vielfalt an Blickwinkeln gibt es immer noch viele Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung und der Umsetzung sinnvoller, innovativ ausgerichteter und marktwirksamer Maßnahmen schwertun.

Eine mit über 3.000 Führungskräften aus 17 Ländern und Regionen durchgeführte Studie zeigt, dass weltweit nur drei Prozent der Unternehmen unternehmensweite Initiativen für eine digitale Transformation erfolgreich abgeschlossen haben. Und das, obwohl 84 Prozent der leitenden Führungskräfte dies für sehr wichtig halten, um ihr Unternehmen voranzubringen.

Zu diesem Thema hat das SAP Center for Business Insight zusammen mit Oxford Economics eine umfassende globale Studie veröffentlicht. In der SAP-Überblicksstudie zur digitalen Transformation: „4 Ways Leaders Set Themselves Apart” (4 Differenzierungsstrategien erfolgreicher Unternehmen) werden die Herausforderungen, Chancen und Wertschöpfungsmöglichkeiten präsentiert und die Technologien beschrieben, mit denen die digitale Transformation vorangetrieben werden kann. In der Studie wurde insbesondere die Leistung der „digitalen Vorreiter“ analysiert. So werden die Unternehmen bezeichnet, denen es besser und schneller gelingt als ihren Wettbewerbern, Menschen, Dinge und Unternehmen miteinander zu verbinden.

Die Analyse der Daten hat erstaunlicherweise ergeben, dass nur drei Prozent der Top-100-Unternehmen das Potenzial der digitalen Transformation voll ausschöpfen. Interessanterweise haben diese Vorreiter vier wichtige Merkmale gemeinsam, unabhängig davon, in welcher Region sie tätig sind, wie groß ihr Unternehmen ist, welche Organisationsstruktur sie haben und aus welcher Branche sie stammen.

Wir haben diese Merkmale herausgearbeitet, um anderen Unternehmen, denen es schwerfällt, mit der Entwicklung Schritt zu halten, eine Hilfestellung zu geben. Die Vorreiter zeichnen sich dadurch aus, dass sie in äußerst flexiblen Organisationen arbeiten und in der Lage sind, evolutionäre und revolutionäre Änderungen gleichzeitig umzusetzen. Außerdem sind sie aufgeschlossen für Innovationen – und dies nicht nur in Randbereichen, sondern auch im Kern des Unternehmens.

Die Vorreiter unterscheiden sich durch die folgenden vier Merkmale von ihren Wettbewerbern:

Merkmal Nr. 1: Sie betrachten die digitale Transformation als Chance zur Veränderung.

Eine überwältigende Mehrheit (96 %) der digitalen Vorreiter betrachtet die digitale Transformation als wichtiges Geschäftsziel, das nur erreicht werden kann, wenn das gesamte Unternehmen dahintersteht. Eine Digitalisierungsstrategie kann ihrer Meinung nach nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn nicht einzelne Abteilungen in ihrem eigenen Tempo vorgehen, sondern das Unternehmen als Ganzes transformiert wird.

Laut der Studie nehmen 56 Prozent der digitalen Vorreiter regelmäßig Änderungen an ihrer Organisationsstruktur vor. Diese betreffen Prozesse, Partner, Lieferanten und Kunden. Bei den übrigen Unternehmen sind es nur 10 Prozent. 70 Prozent bringen die einzelnen Geschäftsbereiche durch funktionsübergreifende Prozesse und Technologien aktiv zusammen.

Durch die Schaffung einer soliden Basis für die Transformation gewinnen die digitalen Vorreiter einen immer größeren Vorsprung vor ihren weniger erfolgreichen Wettbewerbern. Mit ihren innovativen Geschäftsmodellen sind sie in der Lage, Risiken zu mindern und neue Chancen zu ergreifen, sobald sie sich bieten.

Merkmal Nr. 2: Sie achten darauf, die Bereiche mit Kundenkontakt zuerst zu transformieren.

Die meisten Unternehmen halten Technologie, das Tempo des Wandels und den wachsenden globalen Wettbewerb für die wichtigsten globalen Trends der nächsten Jahre. Die digitalen Vorreiter gehen einen Schritt weiter und berücksichtigen auch den Einfluss der Kunden und binden diese stärker ein. Führungskräfte, die bahnbrechende Innovationen vorantreiben und die Branche verändern, wollen mehr als nur die Anforderungen der Märkte erfüllen. Ihnen ist es wichtig, einen umfassenden und durchgängigen Kundenservice zu bieten.

So haben 92 Prozent der digitalen Vorreiter fortschrittliche Digitalisierungsstrategien und -prozesse entwickelt, mit denen sie auch die Zufriedenheit und Motivation ihrer Kunden verbessern. Bei den weniger erfolgreichen Wettbewerbern beträgt dieser Wert nur 22 Prozent. Auf diese Weise konnten 70 Prozent der führenden Unternehmen einen großen Nutzen aus ihren Initiativen ziehen.

Merkmal Nr. 3: Sie schaffen einen positiven Kreislauf digitaler Talente.

Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter ist bekanntermaßen sehr groß. Für 75 Prozent der Unternehmen, die als digitale Vorreiter gelten, ist es einfacher als für die Konkurrenz, diese Talente zu gewinnen und im Unternehmen zu halten. Das liegt daran, dass sie mit einer fünfmal so hohen Wahrscheinlichkeit die Vorteile der Digitalisierung nutzen, um ihr Talentmanagement an die aktuelle Entwicklung anzupassen.

Sie verlassen sich nicht nur auf Personalvermittler, um passende Bewerber zu ermitteln, Risikofaktoren und Fehler bei Einstellungen aufzudecken und den Talentbedarf langfristig zu prognostizieren. Fast die Hälfte (48 %) der digitalen Vorreiter ist sich darüber im Klaren, dass hohe Investitionen in die Entwicklung digitaler Fähigkeiten und Technologien erforderlich sind, um den Umsatz zu steigern, produktive Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und neue Rollen zu entwickeln, um in den kommenden zwei Jahren mithalten zu können. Unter den insgesamt befragten Führungskräften beträgt der Anteil nur 30 Prozent.

Merkmal Nr. 4: Sie investieren in zukunftsfähige Technologie und nutzen eine bimodale Architektur.

Vor wenigen Jahren hat Peter Sondergaard, Senior Vice President bei Gartner und Global Head of Research, festgestellt, dass „CIOs ihre alte IT-Organisation zwar nicht in ein digitales Startup-Unternehmen verwandeln können, wohl aber in eine bimodale IT-Organisation. 45 Prozent der CIOs geben an, dass sie bereits auf einem guten Weg sind. Wir gehen davon aus, dass 75 Prozent der IT-Organisationen bis 2017 auf die ein oder andere Weise mit einer bimodalen Architektur arbeiten werden.”

Wenn wir uns nun die Studie des SAP Center for Business Insight ansehen, lag Sondergaard mit seiner Einschätzung genau richtig. Digitale Vorreiter setzen verstärkt fortschrittliche Technologien ein. 72 Prozent nutzen einen digitalen Zwilling ihrer herkömmlichen IT-Organisation, um effizient und störungsfrei arbeiten zu können. Gleichzeitig optimieren sie innovative Szenarien zur Erfüllung geschäftlicher Anforderungen, die sie integrieren, um sich von den Wettbewerbern abzuheben. Diese Vorgehensweise befolgen nur 30 Prozent der weniger erfolgreichen Unternehmen.

Der Einsatz dieser bimodalen Architektur ermutigt die digitalen Vorreiter, fortschrittliche Technologie zu nutzen. So zeigt die Studie, dass 50 Prozent dieser Unternehmen mit künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen arbeiten. Bei den insgesamt Befragten beträgt der Anteil gerade einmal 7 Prozent. Außerdem setzen sie weitaus häufiger Big Data und Analysen (94 % im Vergleich zu 60 %) sowie das Internet der Dinge (76 % im Vergleich zu 52 %) ein.

Wer in der digitalen Wirtschaft die Führerschaft übernimmt, muss mehr tun als digitalisieren  – er muss das richtige Gleichgewicht finden.

Den meisten Führungskräften ist bewusst, dass die digitale Transformation der entscheidende Faktor für Umsatzwachstum, Rentabilität und Expansion ist. Wie die digitalen Vorreiter beweisen, ist es allerdings entscheidend, dass Digitalisierungsstrategien eine Balance zwischen organisatorischer Flexibilität, Akzeptanz fortschrittlicher Technologien und mutiger Veränderung schaffen. Denn dieser Ansatz macht sich ganz klar bezahlt. Diese Unternehmen profitieren, indem sie ihren Marktanteil vergrößern, die Kundenzufriedenheit erhöhen, die Mitarbeitermotivation steigern und eine höhere Rentabilität erzielen als je zuvor.

Jedes Unternehmen, das aufholen und zu einem digitalen Vorreiter werden möchte, muss drei wichtige Grundsätze beachten: Es darf nicht mehr in einmalige, isolierte Projekte investieren, die nur in einer einzelnen Organisation zum Einsatz kommen. Es muss die IT als strategischen Partner begreifen statt als Mittel zum Zweck. Es darf das übrige Unternehmen nicht länger von den Erfolgen fernhalten, die in einigen Bereichen bereits durch Digitalisierung erreicht wurden.

Unsere Studie hat gezeigt, dass nur die Unternehmen, in denen die digitale Transformation alle Bereiche durchdringt, mit der dynamischen digitalen Wirtschaft Schritt halten werden.

Folgen Sie dem Autor auf Twitter @vivek_bapatF

Weitere Informationen zu digitalen Vorreitern bietet die Studie des SAP Center for Business Insight, die zusammen mit Oxford Economics durchgeführt wurde: „SAP-Überblicksstudie zur digitalen Transformation: 4 Ways Leaders Set Themselves Apart” (4 Differenzierungsstrategien erfolgreicher Unternehmen).

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