Soccer team in a huddle

Digitalisierung als Zugpferd

Feature | 4. September 2015 von Lynda Seger 0

Der Blick geht zwischen Pferd und Handy hin und her. Wie ist diese Figur der Dressur-Reiterin zu bewerten, stimmen die Position des Pferdes, die Anzahl der Schritte? Zahlreiche Besucher halten Smartphone oder Tablet in der Hand, erfahren so, welche Lektion der Dressur gerade ansteht und welche Elemente gefordert sind. Und geben eifrig ihre ganz persönliche Bewertung der Lektion in ihr Mobilgerät ein. Nach dem Ritt können sie dann vergleichen, inwieweit ihre Bewertung mit der der Punktrichter übereinstimmt.

Mehr als 470 Athleten aus 40 Nationen, mehr als 720 Pferde und rund 450.000 Besucher: Die FEI Europameisterschaften (Fédération Equestre Internationale) waren in diesem Jahr die größte Sportveranstaltung in Deutschland. Als Technologiesponsor trug SAP erheblich dazu bei, dass die Reitsportfans das Gefühl hatten, selbst im Sattel zu sitzen – und die Möglichkeit, als Punktrichter zu agieren.
Die von SAP präsentierte Aachen 2015 Event App bot neben allgemeinen Informationen zum Programm und Turniergelände vor allem für die Fans der Dressur und des Voltigierens die Möglichkeit, noch mehr am Geschehen teilzuhaben. Beim „Audience Judging“ konnte das Publikum auf dem Richterstuhl Platz nehmen, um die weltbesten Dressurreiter und Voltigierer parallel zu den offiziellen Richtern live zu bewerten, das anschaulich dargestellte Regelwerk abzurufen und auf die aktuellsten Ranglisten und Ergebnisse zuzugreifen. Spätestens mit der ansteckenden Stimmung im Stadion und den mitreißenden Jubelgesängen wurden die Zuschauer zu Fans. Über 100.000 Experten-Wertungen für die einzelnen Elemente der Darbietungen bewiesen, wie gut dieses Angebot ankam.

Reiterin beim CHIO Event in Aachen

Auch die Besucher bei den Wettbewerben der Vielseitigkeit profitierten von einem digitalen Rundum-Erlebnis. Am Cross-Country-Tag pilgerten die Fans zum Gelände in die Aachener Soers, um ihre Favoriten beim spektakulären Ritt über die knapp vier Kilometer lange Hindernisstrecke zu verfolgen. Da vieles auf der weitläufigen Strecke aber außerhalb der Blicke der Zuschauer geschieht, ist es kaum möglich, durchgehend mitzufiebern. Die SAP arbeitet in einem wegweisenden Pilot-Projekt zusammen mit der Aachener Reitturnier GmbH daran, diese Informationslücke zu schließen: Dank speziell konzipierter Datenlogger am Arm der Reiter und einer flächendeckenden WLAN-Infrastruktur konnten die Positions- und Geschwindigkeitsdaten erfasst und über die SAP HANA Cloud Plattform auf Video-Leinwänden und auf dem Smartphone der Zuschauer bereit gestellt werden. Davon profitierten auch die Reiter: „2014 haben bei der Vielseitigkeit nur sieben deutsche Reiter Datenlogger benutzt, dieses Jahr waren es schon 32. Ingrid Klimke als aktive Nutzerin unserer Technologie ist hierfür ein sehr gutes Zugpferd“, erzählt Stephan Daub, Projektleiter der SAP, schmunzelnd. Man habe bei diesem neuen Format als Zuschauer das Gefühl, selbst im Sattel zu sitzen.

Gepaart mit jeder Menge weiterer Informationen zu Reiter, Pferd, Kurs und Hindernissen können die Fans ihre Favoriten in Zukunft noch besser und in Echtzeit mitverfolgen. SAP-Botschafterin Ingrid Klimke triumphierte in der Vielseitigkeit und belegte mit ihren beiden Pferden Horseware Hale Bob und FRH Escada JS gleich Platz eins und zwei. Sie sieht großes Potenzial in diesen neuen Anwendungen: „SAP Equestrian Analytics hilft uns dabei, unseren Fans den Sport noch viel näher zu bringen, als das bislang möglich war.“

Das Gefühl, im Sattel zu sitzen

Auch die Veranstalter loben die Zusammenarbeit: „Die Digitalisierung im Reitsport wird für Fans und Reiter immer wichtiger“, sagt Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH. „Bei der Entwicklung innovativer Angebote für unsere Besucher ist es ein unschlagbarer Vorteil, einen starken Partner wie SAP an unserer Seite zu haben, um den Sport transparenter, erlebbarer und somit noch spannender zu machen.“ Dabei beschäftige es den Veranstalter zunehmend auch, wie man die Digitalisierung noch besser in Veranstaltungen integrieren könne.

Mit SAP HANA als offener Entwicklungsplattform schlägt SAP inzwischen also eine völlig neue Richtung ein, die es auch ermöglicht, die unterschiedlichsten Disziplinen im Sport inhaltlich zu beliefern und dabei eng mit individuellen Partnern, zum Beispiel den Ergebnisdiensten, zusammenzuarbeiten.

Darüber hinaus war SAP in diesem Jahr in Aachen Titelsponsor für den U25-Springpokal zur Förderung junger Talente, der erfolgreichen Springreiterinnen und -reitern in der Altersklasse bis 25 Jahre Gelegenheit gibt, auf Topturnieren weitere Erfahrung im Spitzensport zu sammeln. Gewonnen hat Guido Klatte, der mit seinem achtjährigen Oldenburger Coolio nach zwei siegreichen Umläufen auch noch das finale Stechen mit mehr als drei Sekunden Vorsprung für sich entscheiden konnte.

 

Bildquelle: Shutterstock

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