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Das Potenzial der Digitalisierung in der Versorgungsindustrie

Feature | 13. April 2018 von Henry Bailey

Jeder benötigt Energie oder Wasser – in der Regel von der Versorgungsindustrie bereit gestellt. Die Digitalisierung bietet auch hier neue Möglichkeiten.

Ob Privatperson, Haushalt oder Unternehmen – jeder hat mit der Versorgungsindustrie zu tun. Sie erzeugt, leitet, verteilt und misst alle Arten von Energie und Wasser sowie von Abfall und Recycling – und ist somit Grundstein des modernen Lebens. Viele halten diese Branche für gefährdet, da die Verbraucher inzwischen Ressourcen anders wahrnehmen und verbrauchen. Allerdings kann die Branche auch stark von den neuen digitalen Technologien profitieren.

Derzeit prägen drei große Kräfte die Branche: Dezentralisierung, Deregulierung und Dekarbonisierung. Dezentralisierung bezeichnet eine Veränderung der Art und Weise, wie und wo Energie verbraucht wird. So ist Energie nicht mehr die ausschließliche Domäne von Energieversorgern. Immer häufiger erzeugen auch Unternehmen und Privathaushalte Energie über Solarzellen, Windkraft und Batterien. Die meisten Kunden, die ihre Energie selbst produzieren, sind noch an das Stromnetz angeschlossen. Viele von ihnen verkaufen ihre überschüssige Energie wieder an die örtlichen Energieversorger. Dies hat zu einer Marktdynamik geführt, in der Kunden auch Lieferanten sind. Für die Energieversorger hat das einen großen Vorteil: In Spitzenzeiten können sie den Bedarf und die Nachfrage besser steuern. Jedoch erhöht diese Situation auch wesentlich die Komplexität der Lieferkette.

Deregulierung ist eine weitere branchenprägende Kraft. Seit die Aufsichtsbehörden neue Wettbewerbsformen zugelassen haben, stellen Wiederverkäufer (die die Leitungen von Versorgungsunternehmen nutzen) eine Alternative zu herkömmlichen Strom- oder Gasanbietern dar. Die Deregulierung ermöglicht daher auch Nicht-Versorgungsunternehmen den Einstieg in das Geschäftsfeld. Dies zeigt sich im rasanten Anstieg von Unternehmen, die Produkte zur Vor-Ort-Überwachung und -Steuerung anbieten. Diese Unternehmen, wie etwa Amazon (Nest), bieten den Verbrauchern neue Wege zur Steuerung des Energieverbrauchs. Dabei können sie die Kundenbeziehung steuern und dem Versorgungsunternehmen die Rolle eines Basisversorgers zuweisen, wohingegen sie selbst den Mehrwert bieten, den sich der Kunde wünscht.

Die Dekarbonisierung verändert ebenfalls die Versorgungslandschaft. Die verstärkte Suche der Kunden nach Alternativen zur CO2-Energie (z. B. Solar-, Wind- und Wasserenergie) hat zu einer größeren Nachfrage nach Energieeinsparungen und zu einer zunehmenden Nutzung erneuerbarer Ressourcen geführt.

Herausforderungen im Bereich Utilities

Zusammengenommen stellen diese drei Kräfte Versorgungsunternehmen vor eine Reihe von Herausforderungen:

  • Wie können Unternehmen Verbraucher unterstützen und sogar ermutigen, auf intelligente Weise Energie zu erzeugen, während sie gleichzeitig die Kontrolle über die Kundenbeziehung (oder Partnerschaft) behalten?
  • Wie lässt sich die Nutzung von intelligenten Steuerungs- und Überwachungsgeräten in den Wohnungen vorantreiben, die sowohl dem Verbraucher (geringerer Energieverbrauch) als auch dem Versorgungsunternehmen (bessere Lastenverwaltung) Mehrwert bieten?
  • Wie können Unternehmen saubere Energie und Programme zur Kosteneinsparung mithilfe von intelligenten Sensoren und Anlagen bieten?
  • Wie können sie ihr Unternehmen, ihre Dienstleistungen und die operativen Prozesse weiterentwickeln und in einem Umfeld bestehen, in dem der Verbraucher einen geringeren Energieverbrauch zu niedrigeren Kosten als bisher fordert?

Darüber hinaus beschäftigen sich die Versorgungsunternehmen mit der Frage, wie sie die passenden Talente gewinnen und halten können, die sie zur Bewältigung der genannten Herausforderungen benötigen.

Die digitale Lösung der Branche

Antworten auf diese Fragen finden sich in der richtigen Anwendung digitaler Technologien, in der Bereitschaft, Geschäftsprozesse und Umsatzmodelle zu überdenken, und in geeigneten Werkzeugen, die notwendig sind, um riesige Datenmengen zu erfassen, zu analysieren und zu nutzen, die den Unternehmen heute zur Verfügung stehen.

Mit dem richtigen digitalen Kern stellt die Cloud eine sichere und stets verfügbare Plattform für das Speichern von Daten und ein einheitliches Aufzeichnungssystem für das Unternehmen, Partner und Kunden dar. Mit IoT-Sensoren lassen sich Daten aus der Infrastruktur des Unternehmens, von Logistikpartnern, von Mitarbeitern und von Kunden erfassen, um die Erzeugung, Verteilung und den Verbraucher der Angebote besser zu verstehen und zu verwalten. Über Predictive Analytics und maschinelles Lernen gewonnene Einblicke tragen zu Verbesserungen bei Prozessen und Instandhaltung bei. Sogar neue Technologien wie Blockchain können eine Rolle spielen und dabei helfen, Transaktionen in der Lieferkette und bei Kundengeräten aufzuzeichnen und nachzuverfolgen.

Fazit: Die Digitalisierung bietet die Gelegenheit, Innovation zu fördern, neue Umsatzmöglichkeiten zu erschließen und die derzeitigen Herausforderungen in der Branche zu meistern.

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