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Diskrete Fertigung: Wie bleibt man profitabel?

Blog | 2. Oktober 2017 von Hans Rauwolf 10

Globalisierung und Industrie 4.0 setzen die diskrete Fertigungsindustrie vor allem in Deutschland unter Druck. Was sind die größten Herausforderungen und wie lassen sie sich meistern? Ein Überblick.

Die diskrete Fertigungsindustrie in Deutschland steht vor ihrer vielleicht härtesten Bewährungsprobe: Weltweit vernetzte Wirtschaft und digitaler Wandel verändern die Spielregeln des Marktes und die Machtverhältnisse. Wer jetzt nicht richtig reagiert, wird uneinholbar abgehängt. Doch die digitale Technologie ist gleichzeitig der Ausweg aus dem Dilemma und eröffnet neue Erlöschancen.

Disruptive Technologien verdrängen etablierte Standards

Vor allem junge Unternehmen bedienen sich neuen Technologien aus dem „Baukasten“ des Internet of Things (IoT), um völlig neue Geschäftsmodelle auf den Markt zu bringen. Damit fordern sie tradierte Unternehmensstrategien heraus und lassen zahlreiche weniger agile Wettbewerber hinter sich. Viele der neuen Konzepte lassen einen eindeutigen Trend erkennen: Plattformmodelle und digitale Ökosysteme ersetzen den Verkauf klassisch produzierter Güter.

Fertigungsunternehmen, die diese Disruption erfolgreich mitgehen, durchlaufen in der Regel drei Phasen: Zunächst nutzen sie ihre vorhandenen Technologien für eine möglichst weitgehende Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse. Damit hat die digitale Transformation aber gerade erst begonnen. In Phase zwei folgt die Integration und Vernetzung neuartiger Assistenzsysteme – vom Sensor, der per Predictive Analytics eine vorausschauende Anlagenwartung ermöglicht, bis hin zur holografischen 3-D-Brille für den Servicetechniker. Die letzte Phase ist schließlich erreicht, wenn die IT-Systeme je nach Bedarf dezentral autonome Entscheidungen treffen können.

Die Märkte werden anspruchsvoller …

Globale, innovative Anbieter verschärfen den Wettbewerbsdruck. Vor allem die Konkurrenz aus Nordamerika und Asien treibt die europäischen Unternehmen. Einerseits müssen Fertiger daher effizienter werden und sich andererseits mit neuen Services stärker vom Markt abheben. Hinzu kommt, dass die klassischen Märkte für traditionell-analoge Produkte und Dienstleistungen zunehmend gesättigt sind. Waren, die jahrzehntelang begehrt waren, werden kaum noch gekauft.

Die Effizienz gehört zur Paradedisziplin einer Smart Factory, in der sich Fertigungsanlagen und Logistiksysteme eigenständig steuern. Vernetzte Objekte (physisch und digital), eine lückenlose Überwachung und ein ortsunabhängiger Zugriff auf die Anlagen sind die Voraussetzungen dafür. Den gesättigten Märkten wiederum können Fertigungsunternehmen mit individualisierten, vernetzten Produkten begegnen, die beispielsweise aus einer intelligenten Variantenkonfiguration folgen können.

… und die Kunden erst recht

Individuelle Produkte erwarten Kunden heute ohnehin, ganz gleich, ob im B2C- oder B2B-Sektor. Klar: Wer privat seinen Alltag mit digitalen, personalisierten Produkten und Services erleichtert – vom Smartphone bis zum Sprachassistenten –, der erwartet auch von einem Fertiger neue Technologien mit spürbarem Mehrwert.

Der Schlüssel dazu kann die additive Fertigung per 3-D-Druck sein, ein servicebasiertes Geschäftsmodell oder eine verkürzte Entwicklungszeit, die mit der Integration von CAD-Systemen möglich wird. Aber auch ein einheitlicher, einfacher und mit der Kunden-IT vernetzter Bestellprozess können dazu beitragen, die gestiegenen Erwartungen der Kunden zu erfüllen.

Datensicherheit: Nach außen öffnen oder einigeln?

Vernetzte Anlagen und Geräte tauschen Produktionsdaten aus, ERP-Systeme stellen Stamm- und Auftragsdaten bereit, Sensoren erfassen permanent Zustandsinformationen. Übertragen werden die „IoT-Daten“ vermehrt über öffentliche Netze, beispielsweise UMTS. Unerlaubte Zugriffe häufen sich dabei. Es entsteht ein Dilemma: Aus Sicherheitsgründen möchten Unternehmen ihre Daten nicht herausgeben – doch gerade das ist die Voraussetzung für wertschöpfende Analysen und Prognosen. Vor allem deshalb, weil sich Fertiger im digitalen Zeitalter horizontal vernetzen müssen, also ihre Supply Chain zu einem integrierten Ökosystem ausbauen, das zahlreiche Partner einbindet. Auf Druck dieser Partner, aber auch von Seiten der Kunden und des Gesetzgebers müssen sich Fertigungsunternehmen daher verstärkt mit einer hohen Datentransparenz und sicheren Schnittstellen beschäftigen. Dabei helfen etwa das SAP Asset Intelligence Network und SAP Leonardo.

Ansätze für die Digitalisierung in der diskreten Fertigung

SAP-Partner itelligence begleitet die digitale Transformation vor allem in der mittelständischen Fertigungsindustrie bereits von Beginn an. Aus zahlreichen Kundenprojekten sind neben konkreten Geschäftsszenarien auch Empfehlungen für die ersten Schritte hin zur Smart Factory entstanden. Mehr dazu unter www.produktion-neu-denken.de.

Der Autor dieses Blogs, Hans Rauwolf, ist Leiter des Geschäftsfelds Industrie 4.0 / IoT bei der itelligence AG.

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