Google Apps für ByDesign

Feature | 18. Januar 2012 von Heather McIlvaine 0

Für Google war 2011 das Jahr der sozialen Netzwerke: Google+ kam im Juni vergangenen Jahres heraus, und Google+ Pages for businesses ging im November an den Start. Doch kurz vor dem Ende des Jahres 2011 wurde eine andere Google-Meldung publik, die besonders interessant für SAP-Kunden ist. Am 18. Dezember gaben das Suchmaschinenunternehmen und SAP Pläne bekannt, Google Apps for Business, eine Reihe von webbasierten Lösungen für Organisationen jeder Größe, mit SAP Business ByDesign, dem On-Demand-ERP-Paket für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU), zu integrieren.

Diese Zusammenarbeit wurde auf den Wunsch von SAP-Kunden initiiert. Diese Integration wird zuerst in einem Pilotprogramm in Frankreich, Großbritannien und den USA laufen, bevor sie in anderen Ländern zur Verfügung gestellt wird, und sie soll im 3. Quartal 2012 in einem Feature Pack ausgeliefert werden. SAP arbeitet derzeit daran, die Google-Software (Gmail for business, Google Calendar, Google Docs) in die Prozessabläufe von Business ByDesign zu integrieren. Ein Beispiel für einen möglichen Integrationspunkt wäre etwa, dass ein Benutzer von Business ByDesign, der einen Termin im CRM-Modul macht, den Termin gleichzeitig in der App Google Calendar eintragen könnte. SAP plant außerdem, das Mobilbetriebssystem Android und die Google App Engine zu unterstützen. Dies wird es Entwicklern erlauben, ein großes Spektrum von Apps auf der Google App Engine zu entwickeln und sie in SAP Business ByDesign einzubinden.

SAP-Kunden, die die Integration nutzen möchten, werden sich für beide Software-Services anmelden müssen. Google Apps for Business kosten 5 US-Dollar pro Benutzer pro Monat bei einem unbegrenzten Vertrag oder 50 US-Dollar pro Benutzer pro Jahr bei einem Einjahresvertrag. Die Abo-Preise für SAP Business ByDesign beginnen bei 89 US-Dollar pro Benutzer pro Monat.

Auf der nächsten Seite schauen wir uns die Sicherheits- und Zuverlässigkeitsstandards an.

Google fürs Business

Google Apps for Business umfassen mehrere Produkte, die dem gelegentlichen Google-Benutzer auf den ersten Blick vertraut erscheinen mögen. Doch gibt es tatsächlich einige wichtige Unterschiede zwischen normalen Google Apps (wie Gmail und Google Docs) und Google Apps for Business. Hohe Sicherheitsstandards sind eines der Produktmerkmale, die speziell für Unternehmen konzipiert wurden.

Sicherheit bei Google Apps

Was den Zugriff und die gemeinsame Nutzung von Daten in einer Google App angeht, unterstützt Google sowohl die Bestätigung in zwei Schritten als auch das eigene Authentifizierungssystem eines Unternehmens. Google Apps arbeitet mit Standard-Netzwerk-Single-Sign-on-Systemen zusammen, die den SAML 2.0-Standard verwenden. Darüber hinaus erlauben die meisten Apps den Administratoren, die Einstellungen für Freigabe und Bearbeitung zu steuern, so dass nur die intendierten Mitarbeitenden bestimmte Informationen sehen können.

Außerdem haben Google Apps die SSAE 16 Type II-Überprüfung bestanden, eine Sicherheitsüberprüfung, die von einem unabhängigen Drittanbieter vorgenommen wird. Zudem verfügt die Software über eine FISMA-Zertifizierung, eine Informationssicherheitszertifizierung, die alle Bundesbehörden in den USA haben müssen.

Unternehmensdaten werden in Googles Netzwerk von Rechenzentren gespeichert, die aus Sicherheitsgründen an unterschiedlichen geheimen Standorten betrieben werden. Die Rechenzentren sind so konzipiert, dass Geräteausfall- und Umweltrisiken minimiert werden. Und der Zugang zu diesen Rechenzentren ist sehr eingeschränkt.

Zuverlässige Unternehmensdienstleistungen

Außerdem verspricht Google, dass seine Apps für Unternehmen äußerst zuverlässig sind. Google Apps bietet ein 99,9%-Service-Level-Agreement und schätzt, dass Benutzer normalerweise weniger als 15 Minuten Ausfallzeit pro Monat verzeichnen. Dies wird dadurch möglich, dass Google Unternehmensdaten gleichzeitig in mehreren Rechenzentren aufbewahrt. Wenn ein Rechenzentrum das Unternehmen nicht bedienen kann, verwendet das System automatisch ein anderes Rechenzentrum, ohne dass der Dienst unterbrochen wird.

Auf der nächsten Seite geben wir einen Überblick über Google Apps for Business.

Gmail for business

Dieser webbasierte E-Mail-Dienst bietet den Benutzern im Büro, Zuhause, auf ihrem Mobilgerät und sogar offline Zugang zu ihrem Posteingang und erlaubt es ihnen, E-Mails zu schreiben. Er lässt sich mit Android, BlackBerry und iPhone synchronisieren und bietet 25 GB Speicherplatz pro Benutzer. Darüber hinaus können Administratoren bei Gmail for business Spamschutzeinstellungen anpassen.

Google Calendar

Diese App arbeitet mit Gmail zusammen und ist mit anderen Kalenderanwendungen interoperabel. Wenn einem zum Beispiel ein Kontakt eine E-Mail schreibt und darin ein Datum und eine Uhrzeit für die nächste Besprechung vorschlägt, kann man direkt aus der E-Mail einen Termin in seinem Kalender erstellen. Man kann sogar mehrere Kalender überlagern, um zu sehen, wann andere Mitarbeitenden zur Verfügung stehen. Kalender können unternehmensweit oder nur für ausgewählte Mitarbeitende freigegeben werden – dies wird anhand einer Reihe von Berechtigungskontrollen geregelt.

Google Docs

Die Benutzer können mit dieser App nicht nur Dokumente, Tabellen, Zeichnungen und Präsentationen von überall aus bearbeiten, sie ermöglicht es auch mehreren Benutzern, eine Datei gleichzeitig zu bearbeiten. So können Teams einfacher zusammenarbeiten. Administratoren können stets die Berechtigungen für die Dateifreigabe verwalten, und die Besitzer von Dokumenten können bei Bedarf den Dateizugriff entziehen.

Google Chrome for Business

Anders als der normale Google Chrome wurde dieser Browser speziell dafür entwickelt, mit Google Apps for Business zusammenzuarbeiten. So unterstützt er zum Beispiel die Offline-Nutzung von Gmail, Google Docs und Calendar und ermöglicht Desktop-Benachrichtigungen. Es gibt zwei Versionen dieses Browsers, eine für kleine Unternehmen und eine für mittlere und große Unternehmen.

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