Soccer team in a huddle

DSAG: Trends und Technologien für Anwender umsetzen

Feature | 24. Februar 2015 von Iris Nagel-Martin 0

Pragmatismus und solider Informationsaustausch prägten die Technologietage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG). In Mannheim zeigten die DSAG-Experten, wo es 2015 langgeht.

Wer nicht schnell genug war, hatte das Nachsehen: Schon im Vorfeld waren die DSAG-Technologietage vom 24. bis 25. Februar 2015 in Mannheim ausgebucht – zum dritten Mal in Folge.

In diesem Jahr verfolgte die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) einen pragmatischen Ansatz – ob Anwendungsentwicklung, Analytics, SAP HANA, Mobility, Cloud oder Oberflächen wie SAP Fiori – bei jedem Thema stand die Alltagstauglichkeit für die Anwender im Mittelpunkt. Wie sind die Lösungen zu implementieren? Welche Zusammenhänge zwischen Technologiekomponenten gibt es? Welche Handlungsempfehlungen lassen sich daraus ableiten? Diese Fragen erörterten DSAG-Mitglieder, Partner und die SAP in über hundert Vorträgen und Arbeitskreis-Sitzungen

DSAG-Technologie-Vorstand Hans-Achim Quitmann, Konzern-CIO bei der Carl Zeiss AG, warb vor allem für mehr Engagement der Mitglieder. Es lohne sich, sich bei der DSAG zu einzubringen, so Quitmann, und nannte erfolgreich umgesetzte Beispiele: Etwa die Einflussnahme der DSAG auf den UX-Explorer, wobei einige Technologiekomponenten verbessert wurden. Auch  die Nutzbarkeit von Test-, Schulungs- und Validierungssystemen über die Cloud sei auf eine Initiative der DSAG-Mitglieder zurückzuführen. Bislang waren die Systeme nur innerhalb der SAP verfügbar, nun können bei Bedarf Kunden innerhalb von Stunden darauf zurückgreifen. Ein weiteres Beispiel – der Solution Manager, der über den Maintenance Planner Ordnung schafft bei einem Systemupgrade und so für einen reibungslosen Projektablauf sorgt.

Schnelligkeit versus Perfektionismus

Beim Thema Digitalisierung sieht der Technologie-Vorstand vor allem Geschwindigkeit, Standardisierung, Mobility und Sicherheit als entscheidende Parameter. Die Geschwindigkeit als Erfolgstreiber zeigt etwa der Prototyp der Google Glass. Er wurde aufgrund einer Idee von Mitarbeitern in wenigen Tagen erstellt. Bei der Standardisierung von technologischen Komponenten sollen sich diese leicht pflegen, leicht erweitern und leicht upgraden lassen. Das wiederum schafft auch Geschwindigkeit. Ganz wichtig für Quitmann: „Wenn Unternehmen schnell neue Geschäftsprozesse entwickeln möchten, wenn sie schnell adaptieren möchten, müssen sie eventuell auch mal eine 80-Prozent-Lösung akzeptieren“, gibt Quitmann zu Bedenken. Eine 80-Prozent-Lösung kann oft mit 20 Prozent der Ressourcen erreicht werden – die restlichen 20 Prozent zur vollständigen Erfüllung bündeln hingegen 80 Prozent.

Die Bedeutung im Bereich Mobility zeigt allein der zweistellige wachsende Markt. In 2014 wurden pro Quartal weltweit 300 Millionen Geräte verkauft. Deshalb müssen heutige Anwendungen mobil sein, und zwar plattformübergreifend. Unter anderem die Mobility beeinflusst auch das Thema Sicherheit. Die Grenzen zwischen privaten und Geschäfts-Devices verschwimmen zunehmend. Außerdem belasten die schnelleren Anforderungen an Geschäftsprozesse die Unternehmen. Die Strukturen sind neu und noch nicht gesetzt, so dass die Firmen-IT leichter angreifbar ist. Doch keiner der vier Parameter ist losgelöst vom anderen zu betrachten. „Trends und Technologien beeinflussen sich gegenseitig“, weiß Quitmann. Seine Ratschläge:

  • Sich nicht allzu lange mit unnötigem Perfektionismus aufhalten.
  • An der Standardisierung arbeiten um, die Flexibilität zu behalten.
  • Hybridszenarien entwerfen, denn es wird zumindest eine Zeitlang, eine Parallelität von On-Premise- und Cloud-Lösungen geben.

Mehr Einfluss von Fachbereichen

Eine ähnliche Richtung zeichnet sich auch in der diesjährigen Investitionsumfrage ab, die Dr. Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der DSAG, vorstellte. 256 Teilnehmer aus Anwendungsunternehmen beantworteten Fragen zu Investitionsvolumen in ihren Unternehmen, Investitionsthemen sowie Investitionen in SAP-Anwendungen. Dabei haben sich die veranschlagten IT-Budgets mit 3,5 Prozent verdoppelt, die SAP-Budgets stiegen um fünf Prozent. In Österreich sind die IT-Budgets leicht rückläufig, die SAP-Budgets hingegen stiegen auf 9 Prozent. Die Schweizer investieren am meisten – über 8 Prozent planen sie 2015 für ihre IT ein; 7,6 Prozent allein für SAP-Lösungen. Ein Viertel der Budgets wird von den IT-Abteilungen freigegeben, das bedeutet dass Fachbereiche zunehmend mehr Einfluss auf Entscheidungen nehmen.

Ein Drittel der Unternehmen legt ihren Schwerpunkt auf Investitionen in mobile Anwendungen, die Verbesserung der Oberflächen sowie Analytics. Die Hälfte legt ihre Budgets noch in On-Premise-Lösungen wie SAP ERP an, ein Fünftel der Unternehmen plant Cloud- und In-Memory-Aktivitäten ein, ebenfalls ein Fünftel arbeitet an Industrie 4.0. „ Die Unternehmen investieren entsprechend ihrem Bedarf. Dabei schreiten sie mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voran“, erklärt Lenck. „Neben Konsolidierungsprojekten werden auch innovative Lösungen vorangetrieben. Für alle brauchen wir SAP-Lösungen.“

Bild: Quelle: DSAG

Tags: , , , , ,

Leave a Reply