Duet mit erfolgreichem Debüt

Lässt sich eine Software schon wenige Wochen nach ihrem Debüt als Erfolg bezeichnen? Bei Duet, dem Gemeinschaftsprodukt von SAP und Microsoft, scheint das nachweislich der Fall zu sein. „Kunden aus verschiedenen geographischen Regionen und unterschiedlichen Branchen haben bereits mit der Implementierung von Duet begonnen”, erklärt Udo Waibel, Senior Vice President für Emerging Solutions bei SAP Labs.

Die Debüt-Version von Duet bietet Budget-Monitoring, Zeitmanagement, Urlaubsmanagement und Organisationsmanagement. Bis Ende des Jahres sollen weitere Funktionalitäten folgen. Die neuen „Value-Packs“ von Duet enthalten zahlreiche nützliche Merkmale, darunter Reiseplanung und Freigaben, Terminierung von Kundentreffen, Aktivitätsmanagement, Reporting-Möglichkeiten, die auf SAP Business Information Warehouse (SAP BW) aufsetzen, sowie Freigaben für Einkaufswagen.

Mehr Funktionen, mehr Wert

Wie Waibel betont lässt sich diese Liste jederzeit verlängern – abhängig von den Wünschen der Kundenbasis. Obwohl die SAP-Applikationen in erster Linie in ABAP programmiert sind und für Microsoft-Anwendungen hauptsächlich .Net-Technologien verwendet werden, ermöglichen flexible Web-Services-Schnittstellen die Kommunikation und Zusammenarbeit der beiden Welten.

„Wir haben Duet als Standardanwendung erschaffen, jedoch mit einer Reihe von Plattform-Features”, erläutert Waibel. So lässt sich beispielsweise die Microsoft-Office-Funktionalität in Outlook und Excel durch die Verwendung von SAP-Geschäftsdaten erweitern. Anpassungen an die sich ständig ändernden Anforderungen von Unternehmen erfordern nur geringen Entwicklungsaufwand. Diese Flexibilität macht aus Duet mehr als eine reine Applikation – eine Plattform, die mit dem Unternehmen wachsen kann.

Kundenwünsche aufgegriffen

Diesen Plattform-Charakter hat sich seit dem Debüt von Duet im Mai dieses Jahres auch das gemeinsame Entwicklungsteam von SAP und Microsoft zu Nutze gemacht. Anregungen und Erweiterungswünsche der Kunden wurden in zusätzliche Funktionalität umgewandelt.

Beispielsweise hat das Team eine Checkliste für die Implementierung von Duet erstellt. Mit ihrer Hilfe lässt sich rasch feststellen, ob die IT-Lösung hierfür richtig konfiguriert wurde. „Verneint“ das die Checkliste, lässt sich die Lösung automatisiert umkonfigurieren. Kunden sparen hierdurch Zeit und Ressourcen.

„Führt ein Kunde die Checkliste aus, macht der Report kenntlich, was als Vorbereitung auf Duet noch getan werden muss. Der Kunde kann im Anschluss viele der notwendigen Schritte automatisch ausführen lassen – und muss sich nicht durch ein 500-Seiten-Handbuch quälen”, erläutert Waibel. „Die Checkliste erspart den Kunden viel Mühe.”

So verrät der Checklist-Report den Kunden beispielsweise,

Entwicklungs-Toolkit für Customizing

SAP und Microsoft planen darüber hinaus, für Duet ein Entwicklungs-Toolkit zur Verfügung zu stellen, mit dem Kunden und Partner die benötigte Funktionalität einfach selbst erstellen können, so Udo Waibel weiter. Zwar will das Duet-Team möglichst viele Funktionalitäten integrieren, oftmals jedoch sind gewisse Prozesse zu stark auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten. Das Entwicklungs-Toolkit bietet hier die Möglichkeit des Customizings.

„Die Kunden wollen von uns berechtigterweise Entwicklungswerkzeuge haben, um Applikationen zu erstellen, die auf ihren eigenen Prozessen basieren”, betont Waibel. „So fragen einige Kunden beispielsweise heute schon nach Szenarien, die gar nicht in der Duet-Roadmap enthalten sind, etwa ein Performance-Management im Bereich Human Resources. Das Entwicklungs-Toolkit ist hier Mittel zur Eigenhilfe.”

SAP und Microsoft bieten in dem Toolkit eine Liste mit Unterklassen und Schnittstellen an, aus der die Kunden das für sie Notwendige auswählen. Die darunter liegenden Anwendungen von SAP und Microsoft lassen sich mit Web-Services angleichen. „Beim Entwurf der Architektur haben wir festgelegt, welche Komponenten Microsoft und welche Komponenten SAP entwickeln sollen. Dann haben wir sicher gestellt, dass alle Schnittstellen zwischen diesen Komponenten auf Standard-Web-Services-Technologie basieren”, betont Waibel und fügt hinzu: „Damit macht es keinen Unterschied, welche Programmiersprache in den Einzelteilen verwendet wird.“

Benutzeroberfläche weiter optimieren

Für die Produktivität zahlloser Unternehmen aller Größen, die sowohl SAP- als auch Microsoft-Software verwenden, dürfte sich Duet als wahrer Segen erweisen. Mit weiteren Ergonomie-Verbesserungen wollen die Partner die Benutzerfreundlichkeit ihres Produkts auch künftig verbessern.

„Die Teams verbringen beispielsweise eine Menge Zeit mit den Tests zur Qualitätssicherung. Wir wollen gewährleisten, dass Duet mit verschiedenen Konfigurationen im Backend korrekt funktioniert. Wir stellen sicher, dass alle Geschäftsprozesse richtig geplant sind und lassen die Erfahrung der Anwender in die Office-Umgebung einfließen“, unterstreicht Waibel.

Duet entspricht den Kundenwünschen

Duet hat die Partner-Unternehmen große Anstrengungen gekostet, gibt Waibel gerne zu. „Beispielsweise haben wir dafür gesorgt, dass alle Teammitglieder dieselbe „Sprache” sprechen.“ Nicht immer eine triviale Aufgabe, denn oft verwenden SAP und Microsoft zwar dieselben Begriffe, aber mit unterschiedlicher Bedeutung. Beispielsweise bezeichnet „development close” bei SAP die Deadline für die Anwendungsentwicklung, Microsoft hingegen versteht darunter, dass die Anwendung fertig ist und nur noch final getestet werden muss. Bei diesen „Sprachbarrieren“, so Waibel, setzt das Team auf eine positive und offene Kommunikation.

Schließlich sollen am Ende die Kunden am meisten von Duet profitieren. Und deren Interesse an Duet wächst, wie auch der Schweizer SAP-Partner Resource Informatik AG festgestellt hat. „Kunden aus großen und mittelständischen Unternehmen sind an Duet interessiert. Offensichtlich erfüllt das Produkt die hohe Kundennachfrage”, erklärt Bruno Schmid, CEO des in Wollerau ansässigen Unternehmens.

Sarah Z. Sleeper