SAP Business One im Überblick

Feature | 27. März 2013 von Heather McIlvaine 0

Photo: iStockphoto

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Auf der CeBIT 2013 kündigte die SAP eine neue Version von SAP Business One an, der erfolgreichen Geschäftsanwendung für kleinere und mittlere Unternehmen. SAP Business One, version for SAP HANA basiert vollständig auf der In-Memory-Plattform von SAP und wird zunächst eingeschränkt verfügbar sein. Mit der neuen Anwendung können auch kleine Unternehmen Transaktionen und Analysen gleichzeitig auf einem System und in Echtzeit durchführen. Derzeit ist die Lösung bereits bei einigen Kunden in ausgewählten Regionen im Einsatz; allgemein verfügbar soll sie ab Mitte 2013 sein. Doch können sich kleine und mittlere Unternehmen SAP HANA überhaupt leisten? Und brauchen sie wirklich eine Lösung für die Echtzeitverarbeitung großer Datenmengen? Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen das neue Produkt vorstellen.

SAP Business One, version for SAP HANA

Weshalb gibt es SAP Business One in einer SAP-HANA-Version?

An wen richtet sich die Anwendung?

Welche neuen Funktionen wird es geben?

Welchen Vorteil hat die neue Version?

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Weshalb gibt es SAP Business One in einer SAP-HANA-Version?

2011 verkündete die SAP, dass langfristig sämtliche Produkte ihres Portfolios auf der In-Memory-Plattform SAP HANA basieren sollen. Nur zwei Jahre später ist dieses Ziel ein großes Stück näher gerückt: SAP Business One gehört zu den ersten SAP-Lösungen, die vollständig auf SAP HANA basieren.

Kritische Stimmen meinen, SAP HANA sei zu groß und zu kostspielig für kleine und mittlere Unternehmen: die In-Memory-Plattform sei zwar eine innovative Technologie, für kleinere Unternehmen jedoch eigentlich überflüssig. Die SAP hingegen argumentiert, dass bei dieser Einschätzung ausschließlich die Geschwindigkeit von SAP HANA berücksichtigt werde. Dabei geht es bei der In-Memory-Plattform um weit mehr als schnelle Analysen: Es geht darum, Dinge zu ermöglichen, die zuvor undenkbar erschienen.

Was SAP HANA mit dem iPhone gemeinsam hat

Doch welche „Dinge“ sind es genau, die mit SAP HANA möglich werden? Die In-Memory-Technologie ermöglicht nicht nur schnellere Prozesse, sondern darüber hinaus auch völlig neue Anwendungsfälle, mit denen sich Unternehmen Wettbewerbsvorteile auf dem Markt verschaffen können. Ein Beispiel hierfür ist die Möglichkeit, Kunden direkt am Verkaufsort in Echtzeit personalisierte Angebote zu unterbreiten. Wie das iPhone ist auch SAP HANA eine Technologie, deren Nutzen sich dem Anwender erst dann erschließt, wenn er den damit verbundenen Mehrwert selbst erlebt hat.

Der eine oder andere erinnert sich jedoch vielleicht noch daran, dass die In-Memory-Technologie kein völliges Neuland für SAP-Business-One-Kunden ist. Bereits seit letztem Jahr können die Analysefunktionen von SAP Business One in der Hauptspeicherdatenbank laufen. Mit dieser Anwendung können Benutzer von SAP Business One In-Memory-Analysen in einer separaten SAP-HANA-Datenbank ausführen, die auch separat lizenziert wird. Die Verarbeitung von Transkations- und operativen Daten erfolgte dabei jedoch weiterhin mit Microsoft SQL Server. Das Produkt diente im Wesentlichen als Übergang zwischen der Ausführung von SAP Business One auf einer relationalen Datenbank und der neuen Anwendung SAP Business One, version for SAP HANA, die auf einer In-Memory-Datenbank ausgeführt wird.

Zwar sind bei der SAP die Weichen ganz klar auf SAP HANA gestellt, doch soll es SAP Business One auch weiterhin auf der SQL-Plattform geben. Somit können sich die Kunden für das Produkt entscheiden, das ihren Anforderungen am besten gerecht wird.

SAP Business One showing Cash Flows (Photo: Screenshot)

SAP Business One stellt Cash Flows dar (Foto: Screenshot)

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An wen richtet sich die Anwendung?

SAP Business One in der SAP-HANA-Version richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, in denen viele Transaktionen verarbeitet werden müssen oder die Echtzeiteinblick in ihre unternehmensweiten Daten benötigen. Hierzu gehören Unternehmen wie der südafrikanische Kommunikations- und Netzwerkanbieter Nashua Communications, der im Kundenservice Probleme schnell analysieren und richtig reagieren muss. Oder der panamaische Pharmagroßhändler Reprico, der Margenberechnungen und Warenbestandsanalysen in Echtzeit durchführt, um Auslieferungen und Bestellungen zu optimieren. Möglich wird dies durch den Einsatz von SAP HANA.

Von der In-Memory-Plattform profitieren jedoch alle kleinen und mittleren Unternehmen, die Daten ihrer Lieferkette auswerten oder optimale Produktionsmengen berechnen möchten. Denn SAP Business One, version for SAP HANA bietet Unternehmen die Möglichkeit, auch externe Datenquellen wie Wettervorhersagen und Markttrends in ihre Analysen mit einzubeziehen. Damit verfügen sie über eine breitere Datenbasis für geschäftliche Entscheidungen.

Welche Kosten fallen für die neue Version an?

Die Kosten der neuen Version von SAP Business One sind mit denen der Standardlösung vergleichbar, die auf der SQL-Datenbank basiert. Sie setzen sich aus einem Festpreis pro Engine und den pro Benutzer anfallenden Kosten zusammen. Ein spezielles Datenmigrations-Tool von SAP sorgt darüber hinaus für eine reibungslose Übertragung der Daten vom SQL-Server in die SAP-HANA-Datenbank. Damit ist die Lösung sowohl für Bestandskunden mit SAP Business One als auch für Neukunden interessant.

SAP Business One Enterprise Search (Photo: Screenshot)

SAP Business One Enterprise Search (Foto: Screenshot)

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Welche neuen Funktionen wird es geben?

Da sämtliche Prozesse im Arbeitsspeicher ausgeführt werden, lassen sich mit der SAP-HANA-Version von SAP Business One Transaktionen und Analysen mit bislang unvorstellbarer Geschwindigkeit ausführen. Wie bereits bei SAP Business One stehen kleinen und mittleren Unternehmen leistungsstarke Funktionen für Aufgaben im Finanz- und Rechnungswesen, in der Bestandsführung und im Customer Relationship Management zur Verfügung. Diese werden jedoch nun wesentlich schneller ausgeführt. Sobald ein neuer Auftrag im System angelegt wird, werden die Bestände automatisch aktualisiert.

Neben ihrer Geschwindigkeit besticht die neue Version auch durch eine Reihe von neuen Analysefunktionen, beispielsweise eingebettete Analysen sowie vordefinierte Berichte und Dashboards. Für die SAP sind diese Funktionen ein Entwicklungsschwerpunkt, da die Mitarbeiter in einem Unternehmen mit ihrer Hilfe Analysen ohne Unterstützung durch die IT selbstständig durchführen können. Auf diese Weise wiederum können schneller fundierte Entscheidungen getroffen werden.

Wir haben die wichtigsten neuen Funktionen für Sie zusammengefasst:

–          Verfügbarkeitsprüfungen sorgen für eine dynamische Aggregation der aktuellen Bestände, bestellten Bestände, aufgefüllten Bestände und gelieferten Bestände. Aufträge können von den Benutzern umgeplant werden, um Produktbewegungen zu optimieren.

–           Cashflow-Prognosen ermöglichen bei Berechnungen die Berücksichtigung von Aufträgen, Bestellungen, Anzahlungen und regelmäßigen Buchungen und sorgen so für höchste Leistung im Finanz- und Rechnungswesen.

–          Eingebettete Analysefunktionen stehen direkt in den Transaktionsbildern zur Verfügung. Sie ermöglichen es Vertriebsmitarbeitern, ihren Kunden in Echtzeit maßgeschneiderte Cross-Selling- und Up-Selling-Angebote zu unterbreiten.

–          Berichte sind für rechenintensive Aufgaben wie Bestandsanalysen und die monatliche Ermittlung des Kundenstatus bereits vordefiniert.

–          Vordefinierte Dashboards enthalten neben den bereits mit SAP Crystal Reports ausgelieferten Dashboards drei neue Dashboards, die ausschließlich für SAP Business One, version for SAP HANA verfügbar sind: Verkaufschance, Bestandsanalyse und Kennzahlen für CEOs.

–          Ad-hoc-Berichte enthalten gängige Geschäftsbegriffe und ermöglichen den Benutzern mit BI-Tools wie den SAP-Crystal-Lösungen eine einfache Interaktion mit Daten. Die Benutzer müssen weder mit Geschäftsregeln vertraut sein noch wissen, wo die Daten gespeichert sind, und können somit Berichte ohne Unterstützung durch die IT erstellen.

–          Freie unternehmensweite Suchfunktionen ermöglichen Stichwortsuchen in sämtlichen Daten in SAP Business One.

–          Funktionen für das Lebenszyklusmanagement beinhalten einen Initialisierungs- und Duplizierungsmechanismus, Backup und Recovery, Überwachung und eine Verwaltungskonsole.

–          Mobile Zugriffsmöglichkeiten werden über die SAP-Business-One-App für viele der neuen Funktionen bereitgestellt, unter anderem für die integrierte unternehmensweite Suche, die Verfügbarkeitsprüfung und die Cashflow-Dashboards.

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Welchen Vorteil hat die neue Version?

Kleine Unternehmen können mithilfe von SAP Business One, version for SAP HANA schneller und flexibler auf neue Anforderungen reagieren. Dank der integrierten Analysefunktionen sowie der vordefinierten Dashboards und Berichte können sie geschäftliche Informationen auch ohne Hilfestellung durch die IT schnell auswerten und als Grundlage für fundierte Entscheidungen nutzen. So kann die Produktivität der Mitarbeiter deutlich verbessert werden.

Von höherer Produktivität profitiert auch die German Computer Company (GCC), die im vergangenen Jahr die Analysefunktionen auf Basis von SAP HANA für SAP Business One eingeführt hat. Den Cloud-Angeboten von GCC liegen komplexe Preismodelle zugrunde, weshalb das Unternehmen auf schnelle Analyse- und Berichtsfunktionen angewiesen ist. Vor der Einführung von SAP HANA war die Bearbeitung von Kundenanfragen mit erheblichem Aufwand verbunden: die Mitarbeiter mussten bei einem Anruf eines Kunden zunächst einige Minuten im System nach den entsprechenden Daten suchen und den Kunden dann zurückrufen. Nun stehen diese Daten in Echtzeit zur Verfügung.

Unternehmensweite Suche in weniger als einer Sekunde

Mithilfe der SAP-HANA-Analysefunktionen kann die GCC Daten unternehmensweit in weniger als einer Sekunde durchsuchen und die Frage des Kunden damit sofort beantworten. Die Mitarbeiter sind produktiver und können den Kunden besser helfen, was sich auch in den Geschäftsergebnissen niederschlägt. Die GCC plant deshalb, 2014 auch SAP Business One, version for SAP HANA zu implementieren.

Ein weiterer Vorteil für Kunden besteht darin, dass sie Anwendungen auf der Plattform SAP HANA entwickeln können. Es gibt bereits über 500 Add-on-Lösungen für SAP Business One, die von Kunden und Partnern der SAP entwickelt wurden, doch nicht alle unterstützen SAP HANA. Mit dem neuen Angebot sind Unternehmen in der Lage, Add-ons zu entwickeln, die nicht nur das Funktionsspektrum von SAP Business One erweitern, sondern zugleich auch die Funktionen von SAP HANA nutzen.

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