EHP 5 für lokale Business-Funktionen

Feature | 26. Juni 2013 von Achim Born 0

Foto: Hella

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Russland zählt zu den wenigen noch prosperierenden Automobilmärkten in Europa. Das gab beim Automobilzulieferer Hella den Anstoß, die bisherige Repräsentanz in Moskau zu einer vollständigen Vertriebsgesellschaft auszubauen. Der Vertrieb der Kfz-Komponenten aus dem lokalen Lager vor Ort soll die tägliche Arbeit im Händler-Netzwerk, insbesondere in den Punkten Zollabwicklung und der Logistik, schneller und einfacher machen.

Zur Unterstützung der betriebswirtschaftlich-finanziellen und logistischen Aufgaben sind bei den Lippstädtern die Programme der SAP gesetzt. Das Unternehmen hat auf Grundlage der SAP Business Suite einheitliche Prozessvorlagen definiert, die für den Einsatz in allen Niederlassungen weltweit bereitstehen. Diese Templates muss der Hersteller vor der Inbetriebnahme „nur“ noch an die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Erfordernisse anpassen, die in den jeweiligen Ländern bzw. Regionen gelten. Im Falle Russlands ergeben sich die Spezifika aus den gesetzlichen Bestimmungen für die Finanzbuchhaltung, speziell für die Umsatzsteuer, den Erfordernissen der Abgabenordnung, der Gewinnsteuer und den strengen Vorgaben an das Formularwesen. Es sind vor allem die Vielzahl und die Komplexität der legalen Anforderungen, die SAP-Implementierungen in Russland besonders anspruchsvoll machen. Sprache, Schrift und Implementierungskultur erhöhen die Risiken von Template-Rollouts zusätzlich.

EHP5: Gewinnbesteuerung, die Customer Declaration Number und die zollspezifische Verfolgung der Einfuhrzollanmeldungsnummern lassen sich abbilden

Mit dem Wissen um die vielschichtigen Anforderungen des russischen Rollouts entschied sich Hella, die Lynx-Consulting hinzuzuziehen. Die IT-Berater hatten dank ihrer eigenen Tochtergesellschaft in Minsk Teams vor Ort, die als Bindeglied zwischen Russland und Deutschland fungieren konnten. So traf deutsche Projektmanagementkultur auf Fachkenntnis der rechtlichen Anforderungen in Russland. Schritt für Schritt wurden im Projektverlauf ebendiese gesetzlichen Anforderungen evaluiert, diverse Change Requests zum Template bearbeitet, umgesetzt und in die Produktion überführt. Realisiert wurde der Rollout auf Grundlage von SAP ERP ECC 6.0 mit Enhancement Package 5. EHP 5 liefert speziell für Russland entwickelte Business-Funktionen. Die russlandspezifische Gewinnbesteuerung, die Customer Declaration Number oder die zollspezifische Verfolgung der Einfuhrzollanmeldungsnummern lassen sich auf diesem Weg schnell und einfach im SAP-System abbilden. Das verschaffte dem Projektteam Freiräume, um den Importprozess, der in russischen Rollouts schon häufig als Aufwandtreiber erkannt wurde, elegant und pragmatisch umzusetzen. Drei Komponenten greifen hierzu Hand in Hand:

– das Hella-Template für die IDoc-Erstellung mit Eingangsrechnungen und Anlieferungen einschließlich der Anpassung an die gesetzlichen Bestimmungen in Bezug auf den Wechselkurs;

– die Funktion für die Einfuhrzollanmeldung im EHP 5.0 des SAP ECC 6.0 sowie

– Funktionen für das Hochladen von Zollanmeldungen aus XML-Dateien einschließlich Zuweisung der anfallenden Zölle/Gebühren.

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In enger Abstimmung mit der Festlegung des Geschäftsmodells implementierte das Projektteam die zugehörigen Prozesse und nahm sie in Betrieb. Zunächst führte das Team beispielsweise die Arbeiten an dem russischen Buchungskreis einschließlich Zollabwicklung durch, um pünktlich zum Start der Gesellschaft den Produktivbetrieb aufzunehmen. Nach dem Anlaufen der Zusammenarbeit mit dem externen Logistikdienstleister wurde im Oktober der Verkaufsprozess im SAP gestartet und die Gewinnbesteuerung ging in den Live-Betrieb über.

Über Hella

Die Hella KGaA Hueck & Co., Lippstadt, ist ein global aufgestelltes, unabhängiges Familienunternehmen mit über 27.000 Beschäftigten an 70 Standorten in mehr als 30 Ländern. Der Konzern entwickelt und fertigt für die Automobilindustrie Komponenten und Systeme der Lichttechnik und Elektronik und verfügt weiterhin über eine der größten Handelsorganisationen für Kfz-Teile, Zubehör, Diagnose und Serviceleistungen in Europa. In Joint-Venture-Unternehmen entstehen zudem komplette Fahrzeugmodule, Klimasysteme und Bordnetze. Mit über 4.800 Beschäftigten in Forschung und Entwicklung zählt das Unternehmen zu den Innovationstreibern im Markt. Darüber hinaus gehört der Konzern mit einem Umsatz von 4,8 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2011/2012 zu den Top 50 der weltweiten Automobilzulieferer sowie zu den 100 größten deutschen Industrieunternehmen.

 

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