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Ein Geschäftstermin im Jahr 2020

Feature | 22. September 2014 von Andreas Schmitz 0

2,5 Milliarden Menschen nutzen soziale Netzwerke, 75 Millionen Geräte kommunizieren miteinander, 48 Billionen Euro setzen Unternehmen weltweit um: Im Jahr 2020 ist Vernetzung Alltag. Niemand weiß das besser als Alex. Er ist für uns auf Zeitreise gegangen.

Alex ist Verkäufer bei einem Energieunternehmen. Er ist viel bei Kunden vor Ort. Deshalb ist es für ihn besonders wichtig, keine Zeit auf dem Weg zu vergeuden. Doch das macht ihm keine Sorgen. Denn mit der Planung hat er kaum etwas zu tun.

Ein selbststeuerndes Fahrzeug bringt Alex zu seinem Geschäftstermin. Grafik: SAP

8 Uhr morgens: Der Fahrservice für Alex steht bereit. Er nimmt auf dem Rücksitz eines reservierten Firmenwagens Platz und sagt, wohin er möchte. Schon setzt sich das Fahrzeug in Bewegung und navigiert eigenständig durch den Verkehr. Über GPS ist das System über etwaige Staus und Baustellen informiert und weicht Engpässen automatisch aus.

Alex nutzt die Zeit und zückt sein Tablet. Er schaut, welche Termine ihn heute erwarten und was in seinen sozialen Netzwerken Neues gepostet wurde, und erledigt Telefonate.

8 Uhr 30: Die prognostizierte Ankunftszeit ist früher als gedacht.

Zudem ist Alex spät aufgestanden und hat noch nicht ausreichend gefrühstückt. „Wo gibt es hier in der Nähe einen Kaffee und ein Croissant?“, fragt Alex. In seiner Datenbrille erscheinen sämtliche Optionen, die zeitlich machbar sind. Alex entscheidet sich und der Wagen schwenkt um.

Was heute schon möglich ist.

8 Uhr 45: Nach dem kleinen Zwischenstopp hat Alex’ Wagen nun den Parkplatz erreicht, den ihm ein automatisches Verteilsystem zuweist. Über Sensoren hält er exakten Abstand zu den neben ihm stehenden Fahrzeugen und parkt ein. Zeitgleich erscheinen die Konditionen für das Parken auf Alex’ Smartphone-Display.

Alex nimmt seit kurzem am Fitness-Programm seines Arbeitgebers teil. Sein Ziel ist es, an jedem Tag mindestens 10.000 Schritte zu gehen. Seine Smart Watch registriert jeden Schritt, den er zurücklegt und sendet ihn in die Cloud. Hier kann er sehen, wie aktiv er im Vergleich zu seinen Kollegen ist.

8 Uhr 45: Auf dem Weg zu seinem Termin kommt er an einem Smart-Kiosk vorbei, einer mobilen Apotheke. Mittels Iris-Scan logt sich Alex biometrisch ein. Sein Rezept erscheint augenblicklich auf dem Bildschirm. Die gängigsten 500 Medikamente hat der Kiosk vorrätig und gibt sie auch direkt aus. Ansonsten wird automatisch eine Bestellung initiiert, die Alex das Medikament zu seinem Wunschtermin an den Wunschort sendet.

Der Smart Kiosk ist eine Art mobile Apotheke. Über ein elektronisches Rezept lassen sich hier Medikamente abholen und bestellen. Grafik: SAP

Der Smart Kiosk ist eine Art mobile Apotheke. Authentifiziert über biometrische Verfahren lassen sich mit Hilfe eines elektronischen Rezeptes Medikamente abholen und bestellen. Grafik: SAP

Alex plant geschäftliche Terminen gerne mit etwas „Luft“. So hätte er auch jetzt noch bis 9:30 Zeit gehabt, wäre die Besprechung nicht schon um eine halbe Stunde vorverlegt worden. Zu Fuß wird er das nicht mehr schaffen, so bedauerlich das für seinen Fitness-Score auch ist.

8 Uhr 50: Call-A-Bike-Stationen sind inzwischen an jeder zweiten Straßenecke zu finden. Auf einer entsprechenden Smartphone-App blinken die Optionen in der Nähe von Alex’ Aufenthaltsort. Die nächste ist ein paar hundert Meter entfernt. Alex verbindet sich über Bluetooth, das Schloss löst sich, er steigt auf das Rad und kommt rechtzeitig kurz vor 9 Uhr zum vereinbarten Treffen bei einem Transportunternehmen.

Wer kleinere Strecken zurücklegen will, kann sich unkompliziert an Bike-Stationen Räder ausleihen. Die Rechnung wird elektronisch beglichen. Grafik: SAP

Wer kleinere Strecken zurücklegen will, kann sich unkompliziert an Bike-Stationen Räder ausleihen. Die Rechnung wird elektronisch beglichen. Grafik: SAP

Das Transportunternehmen unterhält eine Fahrzeugflotte aus LKWs und Transportern und möchte nun integrierte Sensoren einsetzen, um so die Fahrstrecke besser im Auge zu behalten und Ansätze zu finden, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und letztlich auch die Be- und Entladung effizienter zu machen – etwa für Transporte in den Hamburger Hafen. Zudem ist das Unternehmen daran interessiert, selbst gewonnene Energie aus Solar- und Windkraftanlagen in das Stromnetz einzuspeisen.

Wie die Hamburg Port Authority heute schon die Abläufe im Hamburger Hafen optimiert:

11 Uhr: Alex verabschiedet sich von seinen Geschäftskollegen, verlässt das Gebäude und steigt wieder auf sein Rad, das minutengenau und mobil die Kosten für die Nutzung des Rades mobil mit Alex begleicht.

11 Uhr 30: Alex setzt sich in sein Auto. Auf seinem Smartphone erscheint die Information, wie hoch die Paktgebühr ist, die direkt mit dem Geschäftskonto von Alex’ Arbeitgeber beglichen wird. Schließlich bringt ihn das selbststeuernde Gefährt wieder zurück zu seinem Arbeitsplatz.

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