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Eine für Alle: SAP Sports One geht an den Start

Feature | 30. April 2015 von Michael Zipf 0

In der Münchner Allianz-Arena enthüllte SAP ihre neue Lösung SAP Sports One. Zunächst werden Fußballvereine von der Cloud-Lösung profitieren. Aber andere Sportarten sollen folgen.

Die 1:7-Niederlage gegen Deutschland im Halbfinale der Fußball-WM war für Antonio Dutra Jr. und seine brasilianischen Landsleute ein Schock. „Aber er war heilsam“, sagt der IT-Chef des Fußballclubs Grêmio Foot-Ball Porto Alegrense. Denn seitdem bewege sich etwas im brasilianischen Fußball und man wisse, dass man sich künftig auf mehr als reines Talent verlassen müsse. Sein Club, erzählt Dutra auf der Tribüne der Münchner Allianz-Arena, sei der erste in Lateinamerika, der den strategischen Fallrückzieher vornimmt.

Im Mai werde sein Club den Nachfolger von SAP Match Insights live stellen, die Lösung, mit der sich im WM-Quartier der deutschen Nationalmannschaft Trainer und Spieler auf die Partien vorbereiteten. Die Software soll nun die Leistung der Spieler von Gremio nachhaltig steigern. Im nächsten Jahr werde man dann mit SAP Business All-in-One auch die Geschäftsbereiche des Proficlubs „auf eine neue Ebene hieven.“

So lauschte Dutra konzentriert, als die SAP-Vorstandsmitglieder Bernd Leukert und Gerd Oswald sowie der für die Medien, Sport- und Unterhaltungsbranche zuständige General Manager Stefan Wagner am Montag in München erste Einblicke in die neue Sport-Lösung SAP Sports One gewährten. Mehr als 500 Vertreter von Sportclubs, Verbänden, Technologiepartnern und Medien aus 22 Ländern waren zum SAP Sports & Entertainment Forum in die Heimspielstätte des frischgebackenen deutschen Meisters FC Bayern München gekommen, um zu erfahren, wie SAP den Sport weiter digitalisieren will. „In einem der modernsten Stadien der Welt wollen wir innovative Lösungen zeigen, die Ihnen einen Wettbewerbsvorteil bieten“, kündigte Stefan Wagner an. Denn wie in anderen Bereichen der Gesellschaft sei Big Data auch im Sport angekommen, ergänzte Bernd Leukert, und es gelte nun, „die unvorstellbaren Datenmengen in Informationen zu verwandeln, die der Sport gewinnbringend nutzen kann.“ Dabei sei es wichtig, alle Daten auf einer Plattform zur Verfügung zu stellen, um sie in Echtzeit zu speichern und zu analysieren. Stefan Wagner ergänzte: „Nur so können sich die Vereinsmanager und Trainer um ihr Kerngeschäft, den Sport, kümmern.“

Große Bedeutung der Technologiepartner
SAP-Vorstand Gerhard Oswald

SAP-Vorstandsmitglied Gerhard Oswald: „Sport ist Teil unserer DNA.“

In Vorträgen und an zahlreichen Demoständen in der Allianz-Arena präsentierten SAP und Partner, wie sich Mannschaften und Geschäftsbetrieb effizienter managen, wie sich mehr Fans für den Verein gewinnen und die individuelle Leistung der Spieler steigern lassen. Auch die Technologiepartner der SAP – der Deutsche Fußball-Bund, Bayern München und die TSG 1899 Hoffenheim – waren mit von der Partie und berichteten von ihren Erfahrungen. Der Hausherr etwa will sich mit Hilfe von SAP bis Juli nächsten Jahres „digital komplett neu aufstellen“, wie Stefan Mennerich, Direktor Neue Medien beim FC Bayern, berichtete. Der mit 260.000 Mitgliedern größte Verein der Welt modernisiert derzeit seine komplette IT-Landschaft auf Basis von SAP HANA. Dabei sollen unter anderem der elektronische Handel mit Hilfe von hybris-Lösungen globalisiert und alle digitalen Plattformen neugestaltet werden, um noch mehr Fans für den Club zu gewinnen. Der FCB wird zudem mehrere Komponenten von SAP Sports One installieren.

Wie sich mit moderner Technik das bewusste Handeln der Akteure auf dem Platz beschleunigen lässt, erläuterte Professor Jan Mayer, Sportpsychologe bei der TSG Hoffenheim. Mit der von SAP entwickelten „Helix“, einer 180-Grad-Projektionsfläche, optimieren die TSG-Trainer die Vorstellungsprozesse der Spieler, „um sie im Kopf schneller zu machen.“

Ganz so weit ist Antonio Dutra mit seinen brasilianischen Fußballern noch nicht. Aber er freut sich, dass seine Landsleute die ersten Schritte auf dem Weg zurück in die absolute Weltspitze eingeschlagen haben. Dass Deutschland Weltmeister wurde, sei ja auch das Ergebnis eines Prozesses über viele Jahre gewesen, findet er. Auf die Frage, wer denn der aktuelle Trainer in seinem Verein sei, erwidert Dutra: „Luiz Felipe Scolari“. Er trainierte die brasilianische Nationalmannschaft, als Deutschland seinem Land „diese schmerzliche Niederlage“ beifügte.

Bildquelle: SAP, Shutterstock

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