Einfach, leistungsstark und auf Wachstum eingestellt

Feature | 31. März 2003 von admin 0

Kleine und mittelständische Unternehmen haben besondere Ansprüche an eine technologische Plattform zur Abwicklung ihrer Geschäftsprozesse: Sie sollte schnell einsatzbereit, komfortabel zu bedienen und flexibel erweiterbar sein. Eine solche Lösung ist SAP Business One als Bestandteil der Smart Business Solutions. Ein Übersichtsartikel zu den SAP-Mittelstandslösungen und ein Interview zur Mittelstandsstrategie der SAP sind in der SAP INFO-Printausgabe 103 zu finden.
Die in SAP Business One verwendete Client-/Server-Architektur sorgt dafür, dass Lasten zweckmäßig und stabil auf die Systemressourcen verteilt und Transaktionen effizient verarbeitet werden. Bei dieser ‘Fat-Client’-Anwendung läuft die Geschäftslogik auf den Benutzer-PCs, während die Server-Seite die Datenbank, Backup-Dienste, E-Mail-Verbindungen und die Lizenzverwaltung abdeckt.
Die robuste und skalierbare MS-SQL 2000 Datenbank ermöglicht eine unbegrenzte Zahl gleichzeitiger Transaktionen und gewährleistet jederzeit Prozesssicherheit und Verfügbarkeit. Um die Konsistenz der Client-/Server-Anwendung zu sichern, unterstützt SAP Business One eine automatische Versionsprüfung sowie einen automatischen Upgrade-Prozess. Dabei wird die neue Client-Software von der Server-Datenbank geladen.

In Rekordzeit einsatzbereit

SAP Business One ist innerhalb weniger Tage implementierbar. Dies kommt gerade kleineren und mittelständischen Unternehmen entgegen, die in der Regel nur über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen verfügen. Die etwa 60 Customizing-Einstellungen sind einfach vorzunehmen, so dass innerhalb weniger Tage eine produktive Lösung zur Verfügung steht.
Aufgrund der einfachen Bedienung ist die Software auch für ungeübte Anwender schnell nutzbar. Die Eingabemaske lässt sich individuell anpassen, so dass sie die Arbeitsabläufe der Anwender optimal unterstützt. So kann beispielsweise über die Alarmfunktion ein Workflow, eine Erinnerung oder ein Genehmigungsverfahren eingestellt werden. Darüber hinaus können für alle Objekte eigene Felder definiert werden, etwa für Artikel, Geschäftspartner oder Aufträge. Dies erlaubt es, Informationen für die unterschiedlichsten Geschäftsaktivitäten zu verwalten, beispielsweise Texte, Adressen, Telefonnummern, Dateianhänge, Bilder oder Auswahllisten.
Bei allen Feldern, auch den vom Benutzer definierten, lassen sich mit einer formatierten Suche Werte aus einem vordefinierten Suchprozess eingeben und verarbeiten. Dazu stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Werte lassen sich über verschiedene Objekte im System, über eine vordefinierte Liste sowie über benutzerdefinierte Abfragen automatisch in Felder eingeben
  • Abhängigkeiten zwischen Systemfeldern – etwa der Wert im Feld X beeinflusst den Wert im Feld Y – sind definierbar
  • Felder, die nur über Abfragen dargestellt werden können, etwa Benutzersignatur, Erstellungsdatum oder der Saldo offener Zahlungen, lassen sich anzeigen.

Offen für Erweiterungen

SAP Business One wird als stabiles Basissystem mit den Kernfunktionen ausgeliefert. Dazu gehören die Hauptprozesse eines Unternehmens, sowie die länderspezifischen legalen Anforderungen. Um das Funktionsspektrum des Systems für branchespezifische Anforderungen oder für die Anbindung von Drittanbietern zu erweitern, steht Programmierern ein Development Kit für SAP Business One zur Verfügung. Es besteht im Wesentlichen aus COM-basierten Standard-Programmierschnittstellen (Application Programming Interface, API). Die verfügbaren COM-Objekte lassen sich mit Visual Basic, C, C++ und Java – über ein Paket für das Java Native Interface (JNI) und einer entsprechenden Objekt Klassifizierung – bearbeiten.
Mit dem Data Interface API und dem User Interface API sind zwei unterschiedliche Programmierschnittstellen verfügbar. Das Data Interface API liefert Objekte und Methoden, mit denen sich die wichtigsten Datenobjekte von SAP Business One lesen oder bearbeiten lassen. Es ermöglicht den Zugriff auf Stammdaten, Transaktionsdaten und eine Reihe allgemeiner Objekte.
Das User Interface API wiederum liefert Objekte und Methoden, mit denen auf Objekte der Benutzeroberfläche, etwa Eingabe-/Ankreuzfelder oder systeminterne Ereignisse zugegriffen werden kann. Der Anwender ist damit in der Lage, auf sämtliche Ereignisse der Benutzeroberfläche zu reagieren – etwa beim Drücken eines “Push”-Buttons eine eigene Routine aufzurufen. Mit dem User Interface API lassen sich außerdem neue Menüeinträge, Fenster oder Felder in die Oberfläche einfügen und damit SAP Business One um zusätzliche Funktionalität erweitern.

Nahtlose Integration in die mySAP Business Suite

SAP Business One kann um eine umfassende Internet-Sales-Lösung auf Basis des Internetstandards J2EE erweitert werden. Diese beinhaltet Business-to-Business- und Business-to-Consumer-Szenarien. Zwischen dem Web-Shop und SAP Business One sind eine direkte Kommunikation sowie ein Austausch von Daten – etwa Produktkataloge, Preise oder Kundeninformationen – möglich. Die Aufträge in SAP Business One werden auf der Basis der erstellten Einkaufskörbe angelegt.
SAP stellt mittels verschiedener Integrationsszenarien die nahtlose Kopplung der mySAP Business Suite und SAP Business One sicher. Auch hierfür werden die Schnittstellen Data Interface API und User Interface API verwendet. SAP Business One erlaubt den elektronischen Datenaustausch und die Web-basierte Kollaboration – und zwar innerhalb einer Firma sowie unternehmensübergreifend. Das System lässt sich unter anderem in ein Supply-Chain-Netzwerk mit Geschäftspartnern integrieren. Über Web-Dienste ist darüber hinaus die Anbindung an Applikationen bei Geschäftspartnern oder Marktplätze möglich.
SAP-Kunden steht damit eine einheitliche, integrierte SAP-Anwendungsumgebung zur Verfügung. So bietet es sich beispielsweise für multinationale Unternehmen an, in ihren Niederlassungen SAP Business One und in ihrem Hauptsitz die mySAP Business Suite zu verwenden.

SAP Exchange Infrastructure ermöglicht Prozessintegration

Basierend auf der SAP Exchange Infrastructure werden ab Mai 2003 für SAP Business One verschiedene weitergehende Szenarien zur Verfügung stehen, die das Rechnungswesen und die Logistik unterstützen. Dazu gehören:

  • Konsolidierung: Daten der Konzerntöchter lassen sich zum Konzernabschluss zusammenführen. Das Konsolidierungssystem unterstützt unterschiedliche, den gesetzlichen Anforderungen der externen Rechnungslegung entsprechende Konzernabschlüsse.
  • Zentrales Rechnungswesen, dezentrale Logistik: Bei diesem Szenario decken mehrere dezentrale Logistik-Systeme (SAP Business One) die Verkaufstätigkeit ab, während die finanztechnische Abwicklung (Finanzbuchhaltung) in einem zentralen System durchgeführt wird.
  • Vendor Managed Inventory (VMI) mit Collaborative Forecasting and Replenishment (CFR): Lieferanten haben Zugriff auf Bestands- und Abverkaufsdaten ihrer Kunden und sind damit in der Lage, die Disposition für ihre Artikel bei Kunden als Dienstleistung zu übernehmen.
  • Intercompany-Abwicklung: Die Geschäftsabwicklung über Buchungskreise hinweg ermöglicht Prozesse zwischen mehreren Firmen einer Organisation. Die Verkaufsorganisation eines Buchungskreises generiert beispielsweise über eine Bestellung einen Kundenauftrag und bestellt Waren von einem Werk, das einem anderen Buchungskreis zugeordnet ist, etwa der Hauptgeschäftstelle als zentrale Nachschuborganisation.
  • Die Stammdatenverteilung: über eine verteilte Systemlandschaft stellt die Datenkonsistenz in allen Anwendungen sicher.
Datenaustausch

Datenaustausch

Für den Datenaustausch in diesen Szenarien stellt ein SAP-Business-One-Webserver auf Basis von JE22 XML/SOAP-Nachrichten zur Verfügung. Auf Seiten der mySAP.com-Installation erfolgt der Datenaustausch mit IDOCs.
Weitere Informationen zu SAP Business One sind über den SAP Service Marketplace unter http://service.sap.com/smb verfügbar.

Barbara Söller

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