Einfach zum Ziel

Feature | 7. Februar 2007 von admin 0

Mit insgesamt mehr als 50 Bestandteilen ist die Unternehmensanwendung mySAP ERP 2005 ein Paradebeispiel für Flexibilität. Jeder SAP-Kunde kann individuell entscheiden, welche der vorhandenen Softwarekomponenten er nutzen möchte. Neben der Kernkomponente SAP ERP Central Component (SAP ECC) enthält die Lösung eine Vielzahl anderer Software-“Bausteine” für unterschiedliche Branchen, Szenarien und Services. Darüber hinaus bietet die Plattform SAP NetWeaver 2004s als Grundlage von mySAP ERP 2005 unterschiedliche so genannte Usage Types, mit denen der Kunde unter anderem festlegt, ob er SAP NetWeaver mit oder ohne Business-Intelligence- und Portal-Funktionalität verwenden möchte. Daneben hat er die Möglichkeit, seine Komponenten zentral oder auf mehrere Hosts verteilt zu betreiben.

Korrekturen schneller auffinden

Über Support Packages stellt SAP im Rahmen der Wartung Fehlerkorrekturen und Verbesserungen für die einzelnen Softwarekomponenten bereit. Bislang lädt der Kunde die benötigten Pakete über den SAP Service Marketplace herunter und installiert sie auf dem Host, auf dem sich auch die entsprechende Softwarekomponente befindet. Allerdings ist es angesichts der steigenden Zahl an Kombinationsmöglichkeiten für die Komponenten und Installationsoptionen recht schwierig, die Wartung konsistent und transparent durchzuführen.
Mit dem seit Dezember 2006 verfügbaren Maintenance Optimizer im SAP Solution Manager lässt sich diese Komplexität beherrschen. Ab April 2007 wird er zur einzigen Quelle für den Download von Support Packages oder gesetzlichen Änderungen für SAP NetWeaver 2004s und darauf basierenden Anwendungen wie mySAP ERP 2005. Zur Wartung anderer SAP-Lösungen kann der Maintenance Optimizer ebenfalls genutzt werden. Darüber hinaus steht dafür weiterhin das bisherige Verfahren zur Verfügung.

Geänderter Wartungsprozess

Geänderter Wartungsprozess

Sobald der Kunde die Produktversion ausgewählt hat, die gewartet werden soll, zeigt der Maintenance Optimizer die relevanten Korrekturen direkt an – und zwar sowohl die Support Packages (Stacks) als auch die gesetzlichen Änderungen. Der Kunde muss also nicht mehr im SAP Service Marketplace danach suchen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle benötigten Pakete implementiert werden und die SAP-Lösung nach Abschluss der Wartung wieder konsistent bereitsteht.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Tatsache, dass der gesamte Wartungsprozess jetzt durchgängig im SAP Solution Manager läuft und vollständig dokumentiert wird, einschließlich der Genehmigung des Downloads und des Imports der Änderungen.

Software-Wartung in fünf Stufen

Im SAP Solution Manager gelangt der Anwender vom Bereich “Solution Operation” (Transaktion: Solution_Manager) über die Registerkarte “Change Management” -> “Support Package Stacks” zum Maintenance Optimizer. Durch Doppelklick auf den Button “Maintenance Optimizer” wird eine fünfstufige Guided Procedure für den Wartungsprozess gestartet.

  • Im ersten Schritt wird der Kunde aufgefordert, die Grunddaten zum Wartungsprozess einzugeben, zum Beispiel den Namen des Projekts, die Priorität, den Auftraggeber und den zuständigen Bearbeiter. Außerdem wird die zu wartende Produktversion ausgewählt, beispielsweise die Komponente SAP ECC 5.0. Hat der Kunde mehrere Systeme der gleichen Produktversion in Betrieb, so muss angegeben werden, welches in diesem Fall betroffen ist.
  • Anschließend gilt es, die Dateien auszuwählen, die heruntergeladen werden sollen. Dazu zeigt der Maintenance Optimizer die Download-Dateien für die angegebene Produktversion aus dem SAP Service Marketplace übersichtlich in einem separaten Fenster an. Die gewünschten Dateien lassen sich in den Download-Basket übernehmen.
  • Wurde die Auswahl im Maintenance Optimizer bestätigt, erfolgt im dritten Schritt der Download. Dafür steht weiterhin der SAP Download Manager zur Verfügung.
  • Nun ist die Implementierung der Korrekturen an der Reihe. Für das spätere Reporting erfasst der Kunde im Maintenance Optimizer für jedes einzelne System der Produktversion jeweils den Beginn, das Ende und den aktuellen Status der Implementierung. Das Reporting im Maintenance Optimizer gibt unter anderem Aufschluss darüber, welche Genehmigung wann und durch wen erteilt und wann welche Korrektur implementiert wurde. Auch die Dokumentation der Verbesserungen und ihre Nebeneffekte lassen sich einsehen.
  • Sind die Korrekturen auf allen zugeordneten Systemen implementiert, kann das Wartungsprojekt beendet werden.

Der gesamte Wartungsprozess ist seit Dezember 2006 im SAP Solution Manager 4.0 mit Support Package Stack 9 verfügbar. In begrenztem Umfang stehen die Funktionen auch im SAP Solution Manager 3.2 mit Support Package Stack 15 zur Verfügung. Hier erfolgt die Auswahl der herunterzuladenden Dateien noch nach dem alten Verfahren.

Ohne Lizenzkosten nutzbar

Die Funktionalität des Maintenance Optimizers steht allen SAP-Kunden zur Verfügung. Voraussetzung ist allerdings, dass der lizenzkostenfreie SAP Solution Manager installiert wurde.
Um die Wartung im Maintenance Optimizer durchzuführen, müssen die SAP-Systeme, die mit den Support Packages zu versorgen sind, mit dem SAP Solution Manager verbunden werden. Das lässt sich am einfachsten über die Aktivierung des SAP EarlyWatch Alerts bewerkstelligen, eines vollautomatischen Diagnoseservice, der die wichtigsten administrativen Bereiche der SAP-Systeme überwacht. Außerdem müssen im SAP Solution Manager die angeschlossenen Systeme mindestens einer so genannten “Lösung” zugeordnet werden.
Anschließend wird der SAP Solution Manager mit dem SAP Service Marketplace verbunden. Dazu wird eine RFC-Verbindung aufgesetzt und der S-User angegeben, dessen Download-Basket zum Herunterladen der Korrekturen dient. Schließlich muss der benötigte Support Package Stack für das jeweilige Release des SAP Solution Managers eingespielt werden.
Bei Kunden, die den SAP Solution Manager bereits verwenden, sind diese Vorbereitungen größtenteils schon erledigt. Hier ist lediglich das Aufspielen des Support Package Stacks notwendig, so dass die Aktivierung des Maintenance Optimizers ohne großen Aufwand erfolgt. Dies betrifft insbesondere Kunden mit SAP NetWeaver 2004s und darauf basierenden Anwendungen, für die ab April 2007 der Maintenance Optimizer zwingend erforderlich ist, um Support Packages und gesetzliche Änderungen herunterzuladen. In diesem Fall wird der SAP Solution Manager bereits während der Installation oder des Upgrades eingesetzt.

Komplexe IT-Architekturen im Griff

In seiner heutigen Form stellt der Maintenance Optimizer den ersten Schritt auf dem Weg zur Optimierung der Wartung von SAP-Lösungen dar. Er erleichtert die Durchführung und gewährleistet die Nachvollziehbarkeit. Durch die Integration zusätzlicher Werkzeuge wird SAP den Wartungsprozess kontinuierlich verbessern. Geplant ist unter anderem eine erweiterte Anbindung an das Change Request Management im SAP Solution Manager und an den Software Lifecycle Manager von SAP NetWeaver. Damit sorgt der Maintenance Optimizer dafür, dass die Softwarewartung auch bei steigender Komplexität der IT-Architekturen praktikabel bleibt.

Cay Rademann

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