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Wie finde ich den richtigen Einstieg in SAP S/4HANA?

Feature | 26. September 2017 von Carl Dubler 2

Vier Strategien für den Einsatz von SAP S/4HANA, die sich sofort bezahlt machen und eine reibungslose Implementierung ermöglichen.

Diese Strategien sind speziell auf neue SAP-Implementierungen ausgerichtet. Für Unternehmen, die bereits SAP ERP einsetzen und ihr System nach SAP S/4HANA konvertieren möchten, sehen die Strategien etwas anders aus.

1. Anwender vorbereiten

Die Einbindung der Anwender ist genauso wichtig wie die technischen Aspekte des Projekts. Denn SAP S/4HANA ist nicht einfach nur ein ERP-System, das In-Memory-Technologie nutzt. SAP S/4HANA verwendet ein einfacheres Datenmodell zur Optimierung von Geschäftsprozessen. So gibt es etwa keinen Datenabgleich mehr zwischen der Finanzbuchhaltung und dem Controlling während des Periodenabschlusses. Der mühsamste und fehleranfälligste Teil des gesamten Prozesses fällt damit weg. Für das Finanzwesen bedeutet das natürlich eine beträchtliche Produktivitätssteigerung. Die Nutzer müssen sich dieser Veränderung trotzdem vorher bewusst sein.

Verbesserungen im Finanzabschluss sind aber nur eines von vielen Beispielen. Der Business Value Adviser hilft, viele weitere Prozessverbesserungen zu verstehen. Auch steht am Anfang der erfolgreichsten SAP-S/4HANA-Projekte ein Prototyp, der häufig kostengünstig in der Cloud auf einem Probesystem läuft.

2. Daten aufbereiten

Die SAP stellt ein komplettes Paket von Tools für die Datenmigration zur Verfügung, darunter Vorlagen und Funktionen für die Datenzuordnung und Datenbereinigung. Die Möglichkeiten der Datenzuordnung können sofort genutzt werden.  Da SAP S/4HANA auf einem einfacheren Datenmodell basiert und weniger Tabellen hat, ist es mit SAP S/4HANA einfacher, Daten zu übernehmen, als bei anderen ERP-Systemen.

Auch sollte der Umfang der historischen Daten festgelegt werden, der zu integrieren ist. Mit Hilfe von Data Aging können Kosten gesenkt werden, sodass nur die nützlichsten Daten im Hauptspeicher hinterlegt werden, während der Rest auf festplattenbasierten Systemen verfügbar ist.

3. Implementierungsteam organisieren

Unternehmen, die noch kein SAP-System einsetzen, müssen sich für keinen
Implementierungspfad entscheiden. Sie richten einfach ein neues SAP-S/4HANA-System ein und migrieren ihre Daten aus dem Altsystem. Für Unternehmen, die bereits SAP ERP nutzen, ist hier der Arbeitsaufwand größer, vor allem wenn sie ihr System nach SAP S/4HANA konvertieren.

Stattdessen sollten sie sich auf das Implementierungsteam konzentrieren und vielleicht durch Neueinstellungen oder die Zusammenarbeit mit einem SAP-Partner SAP-Experten gewinnen. Implementierungen versprechen dann den größten Erfolg, wenn zu Beginn Workshops für die funktionale Planung durchgeführt, ein Prototyp und Testsysteme eingerichtet und frühzeitig Feedback von Endanwendern eingeholt wird.

Das Implementierungsteam sollte sich auch mit SAP Activate vertraut machen, um von den neuesten Best Practices und geführter Konfiguration zu profitieren.

4. Betriebsmodell wählen

Der Umstieg auf SAP S/4HANA ist der perfekte Zeitpunkt, um sein ERP-System in eine Cloud-Strategie einzubinden. Da ein Unternehmen, das zum ersten Mal ein SAP-System einsetzt, sehr wahrscheinlich noch keine Erfahrung mit SAP HANA hat, ist SAP S/4HANA hervorragend für den Einsatz in der Cloud geeignet.

Oder besser gesagt, in den Clouds. Für SAP S/4HANA kann völlig frei zwischen verschiedenen Betriebsmodellen gewählt werden, nämlich Public Cloud, IaaS (Amazon, Azure) und Private Cloud mit SAP oder Partnern. Natürlich ist auch der On-Premise-Betrieb möglich.

Andere ERP-Produkte unterscheiden sich stark bei den angebotenen Betriebsmodellen. Viele werden gar nicht als On-Premise-Lösung oder in einer Private Cloud bereitgestellt. Ganz gleich, ob im On-Premise-Betrieb oder in einer Cloud, SAP S/4HANA nutzt die gleiche Code Line, das gleiche Datenmodell und bietet die gleiche Benutzerfreundlichkeit. Gerade für hybride oder wachsende IT-Umgebungen ist diese Einheitlichkeit sehr wichtig. Die IT-Abteilung muss also nicht verschiedene Produkte unterstützen, sondern kann sich mehr auf die Optimierung von Geschäftsprozessen konzentrieren.

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