So können Sie Energie sparen

Feature | 29. Januar 2013 von Uta Spinger 0

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Eine Mischung aus Neugier und Ehrgeiz veranlasste SAP-Cloud-Experte Bernd Huwe letztes Jahr am europaweiten Energiespar-Wettbewerb (European Citizens Climate Cup) mit seinem Projekt „Minus 1000+“ teilzunehmen. Innerhalb eines Jahres wollte er seinen Stromverbrauch zu Hause um mindestens 1.000 Kilowattstunden (kWh) senken. Dieses Ziel erreichte er nicht nur klar, sondern übertraf es inzwischen mit einer Ersparnis von 1800 kWh und wurde prompt zum besten Energiesparer in Deutschland gewählt. Als Belohnung gewannen er und seine Familie einen Gutschein für weitere Investitionen sowie eine Reise nach Brüssel, wo die Gewinner aller teilnehmenden EU-Staaten ihre Auszeichnung erhielten.

Seine „Leidenschaft“ fürs Energiesparen löste eine viel zu hohe Gasabrechnung aus. Was waren die Gründe? Huwe machte sich schlau und stellte versteckte Mängel an seinem Haus fest. Zu den größten Schwachstellen des Gebäudes zählten unter anderem eine fehlerhafte Gebäudedämmung und Defekte in der Dachkonstruktion und den Fenstern.

Analyse mit SAP BusinessObjects Explorer

Da er bei SAP als Solution Manager mit dem SAP BusinessObjects Explorer arbeitet, lag es nahe das Tool zu Analysezwecken einzusetzen. Huwe erläutert: „Der Explorer ist ein geniales Tool, das jeder leicht benutzen kann, um größere Datenmengen auszuwerten.“ Mittels eines Excel-Uploads lud er rund 260.000 Datenpunkte, beispielsweise den Strom- und Gasverbrauch oder die Temperaturwerte seiner inzwischen installierten Haussteuerung in die Cloud hoch, um sie anschließend mit dem SAP BusinessObjects Explorer zu analysieren. Bei der Auswertung zeigten sich deutlich auffällige Temperaturverläufe und sehr hohe Energieverbräuche bei Gas und Strom. Das war der Ausgangspunkt für erste Gespräche zur Mängelbeseitigung mit dem Bauträger und außergewöhnlich hilfreich in den Diskussionen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Was rät der Experte Hausbesitzern?

Cloud-Experte Bernd Huwe reduzierte den Energieverbrauch  seines Hauses um 1.800 kWh und wurde zum besten Energiesparer Deutschlands gewählt.

Bernd Huwe reduzierte den Energieverbrauch seines Hauses um 1.800 kWh und wurde zum besten Energiesparer Deutschlands gewählt.

Er beschloss weiter an der Optimierung des Energieverbrauchs seines Gebäudes zu arbeiten und verfeinerte die Analysen. Diese ergaben, dass die Heizungspumpen und eine nicht optimal eingestellte Heizungsanlage die Hauptverursacher des hohen Energieverbrauchs waren. „Ich kann nur jedem Hausbesitzer empfehlen, die Einstellungen der Heizungsanlage zu kontrollieren und die Pumpen auf Effektivität zu prüfen, da sich viel Energie durch Pumpen der neuesten Generation oder die Optimierung der Laufzeiten älterer Pumpen einsparen lässt“, rät Huwe.

Laptop-Netzteile sind Stromfresser

Durch die intelligente Haussteuerung wird inzwischen die Beheizung der Räume auf der Basis von Anwesenheitsprofilen gesteuert und die Beleuchtung automatisch und sogar via Smartphone geregelt. Hierdurch lassen sich weitere signifikante Einsparungen ohne jeglichen Verlust von Wohnkomfort erzielen. Sehr überrascht hat Huwe bei der Suche nach Stromfressern insbesondere, dass beispielsweise die Laptop-Netzteile auch ohne Nutzung an einem Rechner und die Wii-Spielekonsole im Standby jede Menge Energie verbrauchen. Um zudem die Abhängigkeit vom Gasanbieter weiter zu reduzieren, schaffte er einen Holzofen an. Allerdings seien die Solarzellen auf dem Dach eine seiner besten Investitionen, meint der Energieexperte.

Durch diese Vielzahl von Änderungen, Anpassungen und Investitionen konnte er insgesamt 1800 kWh Stromverbrauch im Jahr einsparen und im Vergleich zu 2007 die Heizkosten halbieren. Seine Ausgaben für Technik und neue Geräte amortisieren sich demnach nach bereits vier Jahren.

Was rät der Experte Hausbesitzern?

Erst einmal sollte jeder seine persönliche Situation analysieren, rät Huwe: „Vieles kann man sofort umsetzen: Altgeräte austauschen, Standby abschalten, systematisch das Licht ausschalten oder Lampen durch sparsamere LEDs ersetzen.“ Zusätzlich empfiehlt er, sich zu informieren und ein Energiesparkonto für seinen Haushalt anzulegen. Vor allen Dingen sollte die komplette Familie bei der Umsetzung eingebunden werden.

Wie geht es weiter mit seinem Projekt? Da die Heizungsanlage komplett optimiert ist, sei die Wassersteuerung als nächstes an der Reihe und am Stromverbrauch gebe es sowieso immer etwas zu verbessern, so Huwe. Sein Projekt ist mittlerweile zu seinem Hobby geworden. „Ich kenne mich heute wohl fast besser aus als so mancher Energieberater“, sagt Huwe scherzend.

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