Enge Beziehungen in Forschung

Feature | 17. Oktober 2007 von admin 0

Im Sommer 2006 startete SAP Research die Enterprise Services Community (ES Community) for SensorNets – ein Forum zum Thema Sensornetze. Es soll die Forschung auf dem Gebiet der Real-World Awareness vorantreiben, bei der es darum geht, Alltagsgegenstände, Maschinen oder Anlagen in die Lage zu versetzen, untereinander oder mit der Umgebung zu kommunizieren. Derzeit beschäftigt sich die ES Community mit kabellosen Sensornetzen (Wireless Sensor Networks, WSN). Ein Wireless Sensor Network ist ein Verbund eigenständiger Endgeräte, die mit Hilfe von Sensoren die physikalischen und chemischen Bedingungen in ihrer Umgebung, wie Temperatur, Lautstärke, Vibration, Druck, Bewegung oder das Vorkommen von Schadstoffen, überwachen.
Mit der ES Community for SensorNets bringt SAP Research Branchenführer wie Intel, Nokia, und Siemens mit kleinen und mittelständischen Firmen sowie innovativen jungen Unternehmen an einen Tisch. Damit schafft die Forschungseinheit ideale Bedingungen für intensive Gespräche über Geschäftsmodelle, Architekturkonzepte und Kundengewinnung. Der Erfolg des Forums, dem mehr als 20 Mitglieder angehören, hat die Erwartungen übertroffen.
„Die ES Community ist ein Beispiel dafür, wie SAP Research eine langfristige Kommunikationsplattform schaffen will, die es Kunden und Partnern in den USA und Europa ermöglicht, ihre Anforderungen zu definieren und an SAP weiterzugeben“, erläutert Stamatis Karnouskos von SAP Research.

Dem Potenzial von Sensornetzen auf der Spur

Die ES Community schärft auch das Profil von SAP im Bereich der WSN-Technologie – einem Forschungsfeld, auf dem der Name SAP noch nicht so fest etabliert ist – und wirbt für ihre innovativen Unternehmensanwendungen auf diesem Gebiet. Dank der Beteiligung von SAP-Kunden nimmt die ES Community bei der Entwicklungsarbeit zum Thema Sensornetze eine führende Rolle ein und ist maßgeblich an der Ausgestaltung dieser Technologie beteiligt. Mit Projekten wie SOCRADES und CoBIs treibt SAP die Forschung hier voran: SOCRADES nutzt die kabellosen Sensornetze zur Überwachung und Steuerung von Fertigungsprozessen, bei CoBIs unterstützen sie die Gefahrgutabwicklung.
Von Anfang an veranstaltete SAP Research eine Reihe von Workshops für Mitglieder der ES Community for SensorNets in den USA und Europa. Beim letzten Treffen mit dem Titel „Towards the Real-Time Enterprise“, das im April in Palo Alto, Kalifornien, stattfand, beschlossen die Teilnehmer die Gründung einer Community Advisory Group (CAG). Sie wird als Verständigungsgrundlage innerhalb der Branche ein White Paper zum Thema Sensornetze erarbeiten. Es soll Ende 2007 veröffentlicht und den SAP-Produktgruppen zur Verfügung gestellt werden. Dieses White Paper dient als Ansatzpunkt für die Bildung einer Community Definition Group (CDG), die auf Basis von Sensornetzen Schnittstellen und Services für die Produktpalette von SAP und den teilnehmenden Unternehmen definieren soll.
„Die ES Community for SensorNets von SAP kann eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung von Standards und Best Practices spielen, mit denen intelligente Sensoren mit Unternehmensanwendungen gekoppelt werden. Wie wichtig es ist, diese beiden Informationsstränge zusammenzubringen, zeigt sich im Gesundheitswesen, wo es um die Qualität und Sicherheit der pharmazeutischen Lieferkette einerseits und die Behandlung von Patienten andererseits geht“, betont Stephen Miles vom Massachusetts Institute of Technology.

Die Anforderungen der Kunden im Blick

„Wir arbeiten nach dem Prinzip der Ko-Innovation. Damit gewährleisten wir den ständigen Kontakt zu unseren Kunden und setzen die Beziehungen zu Wissenschaft und Wirtschaft zum gegenseitigen Nutzen ein“, betont Lutz Heuser, Vice President SAP Research und Chief Development Architect.
SAP Research wird regelmäßig eingeladen, um den Customer Advisory Councils die aktuellen Projekte der SAP Industry Business Units vorzustellen. Diese Ausschüsse, die sich aus Vertretern von SAP-Kunden zusammensetzen, spielen bei der Definition der Anwenderanforderungen eine entscheidende Rolle.
„Die Zusammenarbeit mit den Ausschüssen hilft in vielerlei Hinsicht: Wir können erstens unsere Forschungsarbeit vorstellen, zweitens SAP als visionär denkendes Unternehmen präsentieren und drittens erfahren, wie wir unsere Arbeit stärker an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten können“, kommentiert Petra Hochstein, Director Business Development bei SAP Research.
Von zentraler Bedeutung ist der Kontakt zum Kunden auch bei einem Projekt zur Sicherheitstechnologie im öffentlichen Bereich, an dem SAP Research, das Bundesforschungsministerium und diverse Partner aus Technologie und Wissenschaft beteiligt sind. Das User Advisory Board des Projekts, das aus SAP-Anwendern und Domain-Nutzern besteht, begutachtet die Lösungen und gibt Rückmeldung dazu. Damit ist gewährleistet, dass der Kunde in die Lösungen investieren will. So werden alle, die sich mit diesen Technologien befassen, noch stärker davon profitieren.

Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlagen

SAP Research hat das Ziel, Universitäten und Unternehmen an einen Tisch zu bringen. Deshalb organisiert die Forschungseinheit einmal jährlich das International Research Forum (IRF). Die Veranstaltung stand dieses Jahr unter dem Motto „Service-Oriented Business Transformation“ und fand Ende Mai im deutschen Eltville statt. Diskussionen, Präsentationen und Einzelgespräche gaben umfassenden Einblick in die Themen Enterprise 2.0, nutzerorientierte Innovation, Service Grid und Geschäftsmodelltransformation.
Das Feld der Teilnehmer war bunt gemischt: Vertreter verschiedener Hochschulen – von der Carnegie Mellon und dem MIT aus den USA, der Universität von Queensland, Australien, sowie von mehreren europäischen Universitäten – trafen auf Manager von Unternehmen wie HP, IBM, Intel, McKinsey, Microsoft und Motorola. Ihre Diskussionen wurden mit Hilfe von Event Wiki und Blog protokolliert. Die Rückmeldung aller Teilnehmer zur Themenauswahl und zur interaktiven Form der Veranstaltung fiel sehr positiv aus. Entsprechend groß war ihr Interesse, auch im nächsten Jahr beim IRF dabei zu sein.

Forschungskuratorium eröffnet Einblicke

Eine weitere Aktivität am Puls der IT-Branche ist der Runde Tisch eines Kuratoriums aus Forschern von Unternehmen, Organisationen und Universitäten in Deutschland und der Schweiz, der seit zwei Jahren jährlich von SAP Research ausgerichtet wird. Diese Gespräche tragen dazu bei, Trends und Themen zu identifizieren, die großen Einfluss auf Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft haben, sie stoßen neue Ideen an und ermöglichen frühzeitige Analysen der wesentlichen Entwicklungen im Softwarebereich.

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