Enterprise-Architekten erweitern ihren Einflussbereich

Feature | 21. März 2007 von admin 0

Mit der Einführung serviceorientierter Architekturen für Geschäftsanwendungen bekommen Enterprise-Architekten in den Unternehmen einen neuen Stellenwert. Sie haben erstmals die Möglichkeit, IT- und Geschäftswelt tatsächlich eng miteinander zu verknüpfen. (Siehe auch: Paul Kurchina in SAP INFO print 144, “Enterprise Architects: key enablers”)

Führende Rolle bei der Gestaltung der Unternehmensarchitekturen

Enterprise-Architekten nehmen eine führende Rolle bei der Gestaltung der Unternehmensarchitektur ein, etwa einer Enterprise SOA (Enterprise Service-Oriented Architecture; Enterprise SOA). Sie sind an allen damit zusammenhängen Fragen und Entscheidungen rund um die Business-Process-Plattform beteiligt. Eine internationale Umfrage zur zukünftigen Rolle der Enterprise-Architekten „Future Role of an Enterprise Architect“ vor einigen Monaten von SAP, der Enterprise Architecture Community der Americas’ SAP Users’ Group (ASUG) und der Fachhochschule Karlsruhe durchgeführt wurde, verdeutlicht diesen Einfluss. Nach Aussage von 63 Prozent der Befragten werden die Enterprise-Architekten an nahezu allen Entscheidungen rund um die Plattform beteiligt sein. Für 35 Prozent sind die Architekten sachverständige Berater, die den CIO bei Fragen in Bezug auf die Business-Process-Plattform beraten und unterstützen – etwa wie sich damit Kosten senken, Innovation vorantrieben oder die Anforderungen der Fachabteilungen erfüllen lassen. Nur zwei Prozent der Befragten sind der Auffassung, Enterprise-Architekten könnten keinen wesentlichen Beitrag zu Plattformentscheidungen leisten.

Keine Planung ohne Strategie

Der wachsende Einfluss der Enterprise-Architekten kommt keineswegs überraschend. Da Business-Process-Platformen standardisierte Umgebungen für Enterprise-Services zur Verfügung stellen, werden sie zur kritischen Komponente einer jeden Unternehmensarchitektur. Die Services auf diesen Plattformen sind – als gekapselte Funktionalität – wieder verwendbar und lassen sich mit anderen Services zu weiteren, neuen Lösungsbausteinen kombinieren. Eine Business-Process-Plattform versetzt Unternehmen somit in die Lage, serviceorientierte Anwendungen zu entwickeln, zusammenzustellen und zu verwalten. Sie ermöglicht es ihnen, auf Änderungen des Geschäftsumfelds rasch zu reagieren und Innovation zu fördern.
Die Business-Process-Platform von SAP beruht auf dem Konzept einer Enterprise SOA. Technologisch basiert sie auf SAP NetWeaver und besitzt einen zentralen „Container“, das Enterprise Services Repository. Dieser enthält Beschreibungen und Metadaten zu den Services, die über die gesamte Landschaft des Unternehmens hinweg zur Verfügung stehen.

Drei Wege zur Enterprise SOA

SAP bietet Kunden drei Wege zur Enterprise SOA. Mit dem Enterprise Services Workplace im SAP Developer Network lassen sich die von SAP zur Verfügung gestellten Enterprise-Services unter die Lupe nehmen. Je nach Informationsbedarf können Enterprise-Architekten dort auf unterschiedliche Weise nach den gewünschten Services suchen: Entweder alphabetisch, im Kontext des benötigten Geschäftsprozesses, nach Branche oder Solution Map. Beispielsweise lassen sich Geschäftsprozesse aus einer Solution Map auswählen und anschließend die Funktionsdetails anzeigen, bis die zugrunde liegenden Enterprise-Services sichtbar werden. Das Potenzial der Enterprise SOA loten die Enterprise-Architekten aus, indem sie auf das Backend des Enterprise Services Workplace zugreifen – einer Business-Process-Platform, die SAP ERP und SAP NetWeaver umfasst. Mit diesem Backend können die Architekten Enterprise-Services testen und sich unmittelbar von der Leistungsfähigkeit service-orientierter Prozesse überzeugen.
Mit SAP Discovery System for Enterprise SOA bietet SAP des Weiteren eine eigenständige, vorkonfigurierte Lernumgebung, die ebenfalls auf SAP ERP und SAP NetWeaver läuft. Sie enthält eine komplette Dokumentation und erlaubt es, mit SAP-Standardkomponenten service-basierte Anwendungen zu entwickeln und bereitzustellen, einschließlich aller Schnittstellen, Funktionalität, Daten und Anleitung, die für den Ablauf eines vollständigen, durchgängigen Geschäftsszenarios erforderlich sind.
Als dritten Weg stellt SAP über die Enhancement-Packages Enterprise-Services der SAP Business Suite zur Verfügung, etwa für SAP ERP 2005. Mit diesen Packages lässt sich ausgewählte, neue Funktionalität rasch einführen, ohne dass der Produktivbetrieb beeinträchtigt wird. Mit diesen Enhancement-Packages verbessert SAP darüber hinaus Qualität und Umfang der Enterprise SOA.
Der SAP-Ansatz für eine Enterprise service-oriented Architecture mit SAP NetWeaver

Entscheidungsfindung bei IT und Business

Neben Hilfestellungen beim Einstieg in eine Enterprise SOA, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage, ist besonders die Frage von Bedeutung, ob die gewählte Unternehmensarchitektur Entscheidungen bezüglich die Auswahl künftiger IT-Lösungen unterstützt. 91 Prozent der Befragten waren der Ansicht, die Enterprise SOA sollte dabei helfen, IT-Lösungen zu identifizieren, die der Strategie des Unternehmens entsprechen.
Die Unternehmensarchitektur sollte darüber hinaus als eine Art Kompass die strategische Ausrichtung des Unternehmens anzeigen. Wird beispielsweise eine Enterprise SOA gewählt, so soll diese auch gleich Initiativen und Maßnahmen „vorschlagen“, wie sie sich sinnvoll umsetzen lässt. Die Architekten greifen hierzu auf das Enterprise SOA Adoption Program von SAP zu. Es liefert einen strukturierten und optimierten Einführungsprozess, der an einer bewährten Methodik ausgerichtet ist.
Aus Geschäftssicht muss die Unternehmensarchitektur die individuellen Arbeitsabläufe der Mitarbeiter unterstützen. Führungskräfte etwa sollen dazu in der Lage sein, ihre Frontend-Prozesse individuell anzulegen und zu optimieren, ohne sich um die im Backend zugrunde liegenden Services zu kümmern. Davon profitieren die Fachabteilungen und die IT gleichermaßen: Vorschläge von Mitarbeitern werden rascher umgesetzt, Produktivität belohnt.
Das wirtschaftliche und geschäftliche Umfeld erfordert es, Unternehmen verschiedener Größen und Branchen entlang der Wertschöpfungskette miteinander zu verbinden. Um ein solchermaßen integriertes Umfeld umzusetzen, werden Enterprise-Architekten verstärkt auf Technologie- und Branchenstandards setzen. Diese stellen sicher, dass Geschäftsprozesse über nahtlos miteinander verbundene Plattformen reibungslos ablaufen. Die Architekten sind im Umkehrschluss in der Pflicht, Trends auf dem Markt der Business-Process-Plattformen zu erkennen und in die Wahl der Architektur mit einfließen zu lassen. Die Wahl der Plattform trägt entscheidend dazu bei, ob ein Unternehmen seine strategischen Ziele auch tatsächlich erreicht.

Thomas Mattern

Thomas Mattern

Sven Feurer

Sven Feurer

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