Enterprise SOA auf dem Silbertablett

Feature | 17. Oktober 2007 von admin 0

Autor: Perry Manross

Bereits im Vorfeld der Konferenz hatten etwa 1.000 Partner, Kunden und Mitarbeiter von SAP auf einem Community Day über die Herausforderungen für Unternehmen und IT-Experten in verschiedenen Branchen diskutiert. Mark Yolton, Vice President des SAP Community Network, sprach über die wichtige Rolle der Softwareanwender, denn innovative IT-Lösungen seien in zunehmendem Maße auch vom Faktor Mensch geprägt. SAP verfügt hier mit dem Community Network über ein starkes Fundament – das mit einem neuen Mentor-Programm weiter gefördert wird.

Die besten aktiven SAP-Experten erhalten bereits frühzeitig direkten Zugriff auf neue Informationen und können auf diese Weise ihr Know-how innerhalb ihrer Netzwerke rasch weitergeben. Tim O’Reilly, Gründer und CEO von O’Reilly Media, lobte SAP für ihre aktive Mitwirkung in der SAP Community: „Ihr habt die Nase in diesem Bereich definitiv vorn.“

Mehrwert schaffen…

Für O’Reilly, der 2004 den Begriff „Web 2.0“ prägte, hängt der Erfolg des Internet maßgeblich von Netzwerkbildung ab. „Beschränken Sie Ihre ‘Architecture of Participation’ nicht auf die Softwareentwicklung. Lassen Sie Ihre Anwender durch implizite und explizite Beteiligung Mehrwert für Ihre Anwendung schaffen”, führte O’Reilly in seiner Eröffnungsrede zur SAP TechEd ’07 seine erste Regel für das Web 2.0 aus. Doch nur ein kleiner Prozentsatz der Anwender mache sich die Mühe, diesen Mehrwert tatsächlich zu schaffen. Hier könnten Unternehmen durch „Voreinstellungen“ Netzwerkeffekte begünstigen.

“Wir müssen die IT komplett umkrempeln”, fuhr O’Reilly fort. Während sich die Architektur heute in erster Linie auf einen Prozessor als Kernstück einer PC-Plattform zur Ausführung der Software stützt, so O’Reilly, werden bei der Architektur der Zukunft Daten über eine Web-basierte Plattform bereitgestellt, und die Software darauf ausgeführt. Verbunden damit müssen Anwendungen und Services auf verschiedenen Geräten – PCs, Handhelds, Servern – laufen, die Daten selbst sind der Qualitätsmaßstab der Zukunft. Zu guter Letzt: Unternehmen müssen ihre Services über Schnittstellen zur Verfügung stellen. Denn, schloss O’Reilly den Kreis zu Netzwerken und Mehrwert, „wenn die Benutzer Ihrer Anwendungen Sie nicht damit überraschen, wie sie die Anwendungen nutzen, machen Sie etwas falsch. Wenn sie Sie überraschen, sollten Sie von ihnen lernen.“

…durch Netzwerke

„Mit über 18.000 Installationen“, nahm SAP-Vorstand Peter Zencke in seiner Keynote den Faden zum Netzwerk-Gedanken und dem Technologie-Fundament SAP NetWeaver auf, „stehen unsere Entwickler unter immensem Druck; aber das ist der beste Druck, den es geben kann.“ Bei der Entwicklung zukunftsträchtiger Services für die Enterprise SOA ist SAP auf die Unterstützung der Mitglieder des SAP Community Network und deren Feedback angewiesen. Denn nur so sei gewährleistet, so Zencke, dass mit den SAP Enhancement Packages für SAP ERP die richtigen Services geliefert werden.

Die Kunden wiederum haben mit der Enterprise SOA ein Instrument an der Hand, das ihnen neue Formen der Co-Innovation mit Kunden und Lieferanten eröffnet. Mit neuen Produkten große Gewinne einzufahren, wird laut Zencke immer schwieriger. Gleichzeitig jedoch stünden die Unternehmen unter immer stärkerem Druck, in Zusammenarbeit mit ihrem Netzwerk neue Produkte auf den Markt zu bringen. Deshalb ist SAP nicht einfach „Anbieter einer Plattform“, sondern „Anbieter einer offenen Plattform“: mit der Enterprise SOA als der Architektur, die eine solche Zusammenarbeit und neue Geschäftsnetze ermöglicht. Unternehmen können sich dadurch ungestört auf das konzentrieren, was sie am besten können und sich somit von ihren Wettbewerbern differenzieren.

SAP Business ByDesign: Service-enabled für den „kleinen“ Mittelstand

Neben der Business-Process-Plattform – SAP Business Suite auf dem Fundament SAP NetWeaver – rückte Zencke auch die neueste Anwendung von SAP ins Licht: SAP Business ByDesign, das Produkt für mittelständische Unternehmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern. Wie die SAP Business Suite läuft auch SAP Business ByDesign auf SAP NetWeaver und greift auf das Enterprise Services Repository zurück, das sowohl Services von SAP als auch von Kunden und Partnern enthält.

Im Gegensatz zur SAP Business Suite, bei der neue Services über SAP Enhancement Packages bereitgestellt werden, hat SAP Business ByDesign keine installierte Kundenbasis. Altsysteme müssen daher nicht integriert werden, da sie in der Regel ohnehin nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind. „SAP Business ByDesign ist keine Lösung für Großunternehmen und auch nicht für die größeren Firmen im Mittelstand“, betonte Zencke daher. „Wir haben hier alles in eine Anwendung gepackt, unter anderem Personalwesen, Logistik, Finanzwesen, und auf diese Weise ein geballtes Funktionspaket geschaffen, das auf nur einem Server-Blade laufen kann.“

Steuerungsinstrumente für neue Enterprise Services

In der zweiten Keynote fügte SAP CTO Vishal Sikka den Aussagen zur Business-Process-Plattform eine weitere Facette hinzu: „Wie können wir die Funktionen in unseren Anwendungen besser zur Geltung bringen?“ Den Anfang, so Sikka, habe SAP damit gemacht, indem die einzelnen Bestandteile der SAP Business Suite in Form von Enterprise Services im Enterprise Services Repository hinterlegt seien, um die Anwendungen flexibel zu halten. Doch nun müsse man weiter gehen. „Da die Enterprise Services verschiedenen Quellen entstammen, kann das schnell chaotische Formen annehmen.“ Deshalb, so Sikkas Schlussfolgerung, seien Steuerungsinstrumente von zentraler Seite notwendig, um angesichts immer größerer Flexibilität die Funktionsfähigkeit vollständig zu wahren. Hierzu zähle beispielsweise ein einheitlicher Programmieransatz, der den Bedürfnissen der vielen verschiedenen Anwender entspräche und Kohärenz gewährleiste. Mit diesem Ansatz müssten Kunden, die nach größerer Flexibilität strebten, keine Kompromisse mehr bezüglich Performance und Vollständigkeit machen.

Mit einer Ankündigung eröffnete Zia Yusuf, Executive Vice President Global Ecosystem & Partner Group, schließlich die allgemeinen Sessions der SAP TechEd ’07 Las Vegas. Yusuf gab den offiziellen Startschuss für das SDN Subscription Program – dem ersten Programm dieser Art bei SAP, das es Entwicklern ermöglicht, über das SAP Developer Network künftig persönliche Lizenzen für SAP NetWeaver als Jahresabonnement zu erwerben. Yusuf gab mit Sharp Electronics auch den Sieger des ersten Enterprise SOA Showcase Contest bekannt, bei dem Projekte ausgewählt werden, die den Nutzen der Enterprise SOA am besten verdeutlichen. Sharp Electronics integrierte mit Enterprise SOA unter anderem PayPal und hat damit seinen Umsatz um rund acht Prozent erhöht.

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