Erfolg durch Adrenalin

Feature | 12. Juni 2009 von Angela Dunn, SAP AG 0

Kopfhörer für Extremsportler Skullcandy produziert cooles Audiozubehör. Firmenchef Rick Alden spricht über SAP-Software und Krisenbewältigung. (Video SAP-TV)

Auf seinen U-Bahnfahrten in Tokio und New York fiel Skullcandy-Gründer Rick Alden auf, dass viele Fahrgäste Telefonanrufe verpassten, während sie der Musik aus ihren Walkmännern und Digitalplayern lauschten. Ähnliches beobachtete er daheim in Utah beim Wintersport. Da auch er das Problem kannte, bei einem Anruf schnell genug die Ohrstöpsel herauszunehmen, erfand er den „Portable Link“, einen Kopfhörer mit Mikrofon, Lautstärkeregler und zwei Steckern – einem fürs Mobiltelefon sowie einem für
das tragbare Audiogerät. Damit kann man parallel Musik hören und telefonieren. Überdies fand Alden, dass die gängigen Kopfhörer alle gleich und ziemlich langweilig aussahen.

An der Schnittstelle zwischen Musikindustrie und Sportkultur stieß er damit auf eine Marktlücke. Heute ist Skullcandy die drittgrößte Kopfhörermarke der USA und insbesondere unter Snowboardern, Skatern und Extremsportlern zum Statussymbol avanciert.

Wechsel ins Profilager

Seit der Gründung 2003 ist Skullcandy jedes Jahr um 200 bis 300 Prozent gewachsen. Längst werden die Produkte von großen Verbraucher- und Fachmärkten wie Target und Best-Buy vertrieben. Die Verkaufszahlen lassen Aldens Gesicht erstrahlen, brachten aber auch Schwächen im Vertrieb zum Vorschein, da die Aufträge noch bis vor kurzem mit der Buchhaltungssoftware QuickBooks bearbeitet wurden.

Bereits Ende 2007 verkaufte das Unternehmen monatlich ebenso viele Kopfhörer wie der Weltkonzern Sony – und sah weiteres Wachstum auf neuen Märkten voraus. Dabei hing der Umsatz von bis zu 37 Millionen Dollar an einer fragilen IT-Infrastruktur aus Excel-Tabellen und QuickBooks. Beth Siron, IT-Projektleiterin bei Skullcandy, bestätigt: „Die Zeit war reif, zu einem verlässlicheren System zu wechseln, das unsere Geschäftsprozesse durchgängig unterstützte und die Produktivität steigern konnte.“

Das Unternehmen prüfte Produkte mehrerer Anbieter, die einen Überblick über alle Glieder der Lieferkette versprachen. Auf der SAP-Kundenkonferenz SAPPHIRE in Florida sah sich Siron Demos und Anwendungsszenarien an. Auch nahm sie an Tests teil, bei denen die Probanden die Gelegenheit hatten, Komfort und Funktionen von SAP Business ByDesign zu beeinflussen.

Am Ende war die Projektleiterin von der Lösung aus Walldorf so überzeugt, dass sie auch die Geschäftsleitung in Utah rasch dafür gewann. Die Entscheidungsträger bei Skullcandy wollten eine Software, die mit dem Wachstum der Firma Schritt hielt – von einem Hersteller, der die Situation des Mittelstands versteht. Siron: „Wir sind zwar ein kleiner Betrieb, doch unser Bedarf gleicht dem eines Großunternehmens. Dieses Anforderungsprofil deckt kaum ein Anbieter ab.“ Zweierlei war Skullcandy besonders wichtig.

Erstens, dass das System als Hostinglösung erhältlich war. „Da wir viele Mitarbeiter im Außendienst haben, muss es möglich sein, per Browser auf die Software zuzugreifen“, erklärt Siron. „Außerdem will unser Chef keine IT-Abteilung hochziehen, sondern Kopfhörer gestalten.

Wir wollten vermeiden, Fachpersonal zur Administration eines eigenen ERP-Systems anzustellen. Deshalb fiel unsere Wahl auf SAP Business ByDesign.“

Umsatzrekord in Sicht

Punkt zwei auf der Wunschliste: Funktionen zur Prognose und Planung des Absatzes. „Dieses Kriterium schränkte die Auswahl stark ein“, so Siron. Kopfhörer seien in der Regel Impulskäufe, ihr Vertrieb ein Saisongeschäft. Am meisten verkaufe Skullcandy am Schuljahrsbeginn, zu Weihnachten und während der Wintersaison. „Wir müssen darauf achten, dass unser Bestand zur Nachfrage passt und wir nicht nach der Saison auf Bergen von Kopfhörern sitzen bleiben“, betont die IT-Managerin.

Siron stand bei dem Projekt unter enormem Druck. Die Zeit drängte, das wichtigste Quartal stand vor der Tür, und das Pensum war beachtlich. Die IT-Verantwortliche befragte die Nutzer, beschrieb Ist- und Sollprozesse, bestimmte den Umfang der Lösung, testete diese, unterstützte die Migration der Daten und schulte ihre Kollegen. „Da unsere Produktions- und Vertriebskräfte stark eingespannt sind, nahm ich ihnen bei der Einrichtung des Systems vieles ab“, erinnert sie sich. Dank der einfachen Handhabung der Software habe sie ihre ehrgeizigen Ziele mühelos erreicht.

Mittlerweile ist SAP Business ByDesign bei Skullcandy fest in den Betriebsalltag integriert. Siron freut sich schon auf das nächste Release. Nach Begutachtung eines Prototyps meint sie: „Die neuen Funktionen werden die Kollegen begeistern.“ Am Anfang behalf man sich bei Skullcandy mit Papier und Bleistift. Heute ist das Unternehmen mit seiner prozessorientierten IT-Infrastruktur bestens für die steigende Nachfrage gerüstet.
Nun gilt es, die Vertriebswege auszubauen und international zu expandieren. Dennoch wird manches bleiben: Alden, Siron und Kollegen rollen nach wie vor auf dem Skateboard durchs Büro. Und bei Neuschnee machen sie in den nahe gelegenen Skigebieten die Pisten unsicher.

Skullcandy: Audiozubehör für Sportler

Mit martialischen Produktnamen wie Skullcrusher, Full Metal Jacket und Double Agent spricht Skullcandy junge Snowboarder, Skater und Extremsportler an. Rick Alden, der die Firma 2003 gründete, ist selbst leidenschaftlicher Snowboardfahrer. Die Produktpalette reicht von Kopfhörern zur Parallelnutzung von Audiogeräten und Handys über MP3-Spieler bis zu Rucksäcken mit eingebauten Musikfunktionen. Das in Park City (Utah) ansässige Unternehmen beschäftigt 57 Mitarbeiter.

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