Von ERP 6.0 auf Business Suite 7

Feature | 29. Juli 2010 von Christiane Stagge 0

Updates planen, EHPs richtig einspielen: Wir klären auf (Grafik: grasundsterne)

So gehts: Updates planen und EHPs richtig einspielen (Grafik: grasundsterne)

Eine Vorschau auf EHP 5 haben Sie im erstenTeil unseres Ratgebers “SAP Updates” erhalten. Im zweiten Teil erfahren Sie, wie Sie auf SAP ERP 6.0 upgraden und wieviel das kostet.

Im Folgenden geht es um das Upgrade auf die SAP Business Suite 7. Die SAP Business Suite 7 ist die Software für Großunternehmen. In dem Artikel „Bestandsaufnahme: 365 Tage Business Suite“ haben wir bereits ausführlicher darüber berichtet.

Das Softwarepaket deckt alle wichtigten Geschäftsprozesse eines Großunternehmens ab. Neben branchenspezifischen Funktionen, beispielsweise für die Automobilindustrie, besteht die Business Suite 7 aktuell aus der Technologieplattform SAP NetWeaver und einem stabilen Kern folgender  Software-Releases:

Ein Upgrade auf die aktuellen Softwareversionen bringt Ihnen nicht nur mehr Funktionsvielfalt. Aktuelle Releases unterstützen auch neue Hardware, Betriebssysteme und gesetzliche Verordnungen (Compliance).  Um die  Business Suite 7 zu nutzen, müssen Sie ihre Anwendungen zunächst auf die aktuellen Versionen upgraden.

SAP setzt auf eine synchronisierte Release-Strategie, um Doppelungen und lange Wartezeiten beim Kunden zu vermeiden. Die neuen Software-Versionen verfügen zusätzlich über BI-Funktionen und Kollaborations-Software wie SAP StreamWork und unterstützen In-Memory-Technologie.

Den konkreten Release-Zeitplan für alle Komponenten und Anwendungen finden Sie hier im Service Marketplace. Einen Zugang zum Portal erhalten Sie hier bei SAP auf Anfrage.

Strategie: EHPs statt Updates

Laut SAP bleibt die Business Suite 7 bis 2015 als stabile und langfristige IT-Plattform für Großunternehmen erhalten. Statt teurer und aufwändiger Releasewechsel setzt SAP seit Ende 2006 auf Erweiterungspakete, sogenannte Enhancement Packages (EHP). Jedem Kunden steht es frei, die Erweiterungspakete einzuspielen. Er kann selbst entscheiden, welche Funktionen er nutzen möchte und welche nicht. Das aktuelle EHP4 für ERP 6.0 bietet beispielsweise die Funktion „Talentmanagement“ für die Personalabteilung und für die Vorgänge in der Produktion werden jetzt auch ausgelagerte Fertigungsprozesse unterstützt.

Alle ein bis zwei Jahre soll laut SAP ein neues EHP erscheinen. Damit wolle man den Kunden Planungssicherheit geben, ihn aber auch nicht zu neuen Updates drängen.

Umfragen der deutschen SAP-Anwendergruppe DSAG und RAAD Research belegen eine hohe Akzeptanz der EHPs: Derzeit gibt es rund 7.000 Kunden, die mindestens ein EHP nutzen.

Bisher sind vier EHPs für SAP ERP 6.0 erschienen und ein EHP für SAP NetWeaver. Für SAP CRM 7.0, SAP SCM 7.0 und SAP SRM 7.0 sind ebenfalls Enhancement Packages vorgesehen. EHPs sind kumulativ. Das bedeutet dass Sie beim Einspielen von EHP 4 auch gleichzeitig alle Neuerungen aus EHP 1 bis 3 erhalten.

Dabei installieren Sie nur die Funktionen, die Sie auch wirklich benötigen. Nach Abschluss der Installation ändert sich weder die Bedienoberfläche noch hat das Einspielen der EHPs Auswirkungen auf Prozesse oder sonstige Kernfunktionen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: So planen Sie technische Upgrades

Technische Upgrades planen

SAP bietet einige Serviceleistungen für die Planung und Durchführung von Upgrades und dem Einspielen der Erweiterungspakete. Technical Upgrade Planning Service für Business Suite 7 eignet sich für Upgrade-Projekte, die mehr als zwei ältere Anwendungen umfassen. Zunächst wird die Softwarelandschaft, die aktualisiert werden soll, mit dem SAP Solution Manager analysiert. Anschließend werden die erforderlichen Releases ermittelt und der Hardwarebedarf abgeschätzt. Nach Erstellung des Projektplans und der Projektorganisation erfolgt das Festpreisangebot.

Wenn Sie wissen möchten, welche Erfahrungen andere SAP-Kunden beim SAP-Upgrade gesammelt haben, können Sie sich auf der SAP Upgrade Experience Database informieren. Die Datenbank liefert Ihnen Benchmarkingdaten sowie Projektstatistiken von Upgrades, die andere Unternehmen vor Ihnen bereits durchgeführt haben. Sie finden dort ebenfalls Informationen über Projektdauer, betriebliche Ausfallzeiten und die Zufriedenheit der Kunden.

Einen Leitfaden über das Upgrade auf die Business Suite 7 können Sie sich hier über den Service-Marketplace herunterladen.

EHPs einspielen

Voraussetzung für das Einspielen eines Erweiterungspakets ist ein Upgrade auf SAP ERP 6.0, erst dann können Sie auch EHP 4 installieren.

Sind bei Ihnen noch ältere Versionen wie SAP PLM 4.0, SAP CRM 4.0, SAP SRM 3.0 oder SAP SCM 4.1 im Einsatz, müssen Sie zu SAP PLM 7.0, SAP CRM 7.0 beziehungsweise SAP SCM 7.0 wechseln. Wenn Sie die EHPs gleichzeitig in das Upgrade integrieren, sparen Sie Zeit und Ihr System muss nur ein einziges Mal komplett ausgeschaltet werden.  Die EHPs können aber auch nach dem Upgrade eingespielt werden. Die Auslieferung der EHPs läuft synchron mit der Auslieferung der Support Packages. Die Support Packages unterstützen alle neueren gesetzlichen Änderungen und Korrekturen. Sie können auch unabhängig von den EHPs installiert werden.

Bevor Sie jedoch ein EHP einspielen, liefert Ihnen die SAP Enhancement Package Experience Database die nötigen Benchmarks, Fakten und Projektstatistiken über Dauer, Ausfallzeiten und Zufriedenheit.

Wartung und Support

Für SAP CRM 7.0, SAP SCM 7.0, SAP SRM 7.0 und SAP PLM 7.0 läuft die Mainstream-Wartung bis Dezember 2015. Die erweiterte Wartung soll bis 2017 andauern. Für SAP ERP 6.0 und SAP NetWeaver 7.0 wurde die Mainstream-Wartung bis Dezember 2015 verlängert. Die erweiterte Wartung läuft bis Dezember 2017. Näheres zur Releasestrategie von SAP finden Sie hier im Service Marketplace.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Das können die neuen Versionen: SAP ERP 6.0 mit EHP 4

SAP ERP 6.0 mit EHP 4

Bedienung: Neue Anwendungsschnittstellen erlauben den rollenbasierten Zugriff mehrerer Nutzer. Adobe Interactive Forms digitalisiert Papierdokumente.

Reporting- und Performance Management: Express Planning vereinfacht und beschleunigt Planungs- und Prognosewerkzeuge.

Rechnungswesen: Im aktuellen ERP-Release können Buchhalter durch eine nahtlose Bankanbindung den gesamten Zahlungs-Lebenszyklus nachverfolgen. Die Fakturierungsprozesse laufen schneller ab. Außerdem gibt es ein neues Hauptbuch und ein Closing Cockpit für die Finanzbuchhaltung.

Talentmanagement: Ein neues Online-Lernangebot sowie E-Learning-Portal unterstützt Personal-Trainingssachbearbeiter bei der Weiterbildung von Mitarbeitern . Außerdem gibt es verbesserte Funktionen in der Nachfolgeplanung und dem Vergütungsmanagement.

Produktion: Mit ERP 6.0 und dem Enhancement Package 4 erfolgt der Produkt-Etikettierungsprozess (Erfassung, Anpassung und Vervollständigung technischer Produktdaten) automatisch. Auch Rezepte können nun verwaltet werden.

Vertriebs- und Auftragsmanagement: Die neue Softwareversion unterstützt jetzt auch den Verkauf über eBay. Kundenaufträge über SAP CRM laufen direkt in ERP ein.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: SAP CRM 7.0

SAP SCM 7.0

Die neue Version unterstützt merkmalsbasierte Capable-to-Match-Planung. Für die werksübergreifende Planung gibt es erweitere Funktionen für Produktions- und Feinplanung. Ein neuer Prognosealgorithmus soll schlechten Kundenservice vermeiden helfen und Strukturveränderungen in der Vergangenheit frühzeitig erkennen.

Die Koordination des Materialbedarfs läuft über die Funktion „Vendor-Managed-Inventory (VMI)“.

Die Software unterstützt prozessorientierte Unternehmen (Chemie, Konsumgüterindustrie, Pharma, Öl und Bergbau) bei der Modellierung und Planung von Behälterressourcen innerhalb des Produktionsprozesses. Bei der Lagerverwaltung können Aufbau und Organisation des Lagers jetzt auch grafisch dargestellt werden. Die Integration der Produktversorgung in die Lagerprozesse ist mit dem neuen Release ebenfalls enthalten. Lieferanten und Kunden können sich anhand eines gemeinsamen Dashboards einen Überblick über Bestellaufträge und den Lieferstatus verschaffen. Über ein Upload- und Downloadcenter können beide Seiten Dateien austauschen. Zusätzlich gibt es weitere Selektionskriterien und neue Funktionen für Sicherheitsbestandsberechnungen.

Bei den ausgelagerten Fertigungsprozessen können Nutzer Chargen zurückverfolgen. Das Release 7.0 ist konform mit Electronic Product Code Information Services (EPCIS). Dabei existiert eine Standardschnittstelle für Erfassung und Abfrage der Daten. Außerdem unterstützt die Software SAP Auto-ID Enterprise, insbesondere SAP Auto ID Infrastructure und SAP Object Event Repository.

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SAP SRM 7.0

SAP SRM 7.0 verfügt über eine neue, personalisierte und flexible Bedienoberfläche, mit der auch rollenbasierter Zugriff möglich ist. In der Funktionseinheit „Beschaffung per Self-Service“ hat SAP das Berechtigungsmodell erweitert.

Die ERP-Integration hinsichtlich Bestellanforderung, Textübernahmen, Überarbeitungen und Konsistenzprüfungen bei Bestellübernahmen wurde erweitert: Nimmt beispielsweise ein Nutzer in SAP SRM ein Angebot an, wird im ERP-System automatisch eine Bestellung erstellt.

Das SRM-Modul unterstützt Modellverzeichnisse und Leistungshierarchien. Nutzer haben Zugriff auf SRM-MDM-Katalog als Repository für Leistungsverzeichnisse. Außerdem besteht die Möglichkeit, Inhalte wie Einkaufsinfosätze und Kontakte aus SAP ERP zu importieren. Mit dem neuen SRM-Release können Nutzer Kataloginhalte auch im Internet veröffentlichen.

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SAP CRM 7.0

Gleich beim Start des Programms fällt die neue Web-Client-basierte Bedienoberfläche auf: Ein separates Feld zeigt die zuletzt verwendeten Objekte an. Auch Tabellengrafiken erscheinen im Startbildschirm.

Die Vertragsaktivierungsabwicklung läuft im neuen Release automatisch ab. Die Paketpreisgestaltung sowie die Erstellung von Folgebelegen sind ebenfalls möglich. In der  Version 7.0 lassen sich Umsatzziele nach allgemeinen Einheiten und nach Produktkategorien festlegen. Für das „Gebietsmanagement“ können Administratoren verschiedene Berechtigungskonzepte anlegen. Änderungen und „Was-Wäre-Wenn-Szenarien“ lassen sich durch die BI-Funktionen des BusinessObjects Portfolios simulieren.

Um sich möglichst schnell einen Überblick über seine Kunden zu verschaffen, können bei großen Kundendatenvolumina Segmentierungen skaliert werden. Für den bestmöglichen Beziehungsaufbau zum Kunden ist es möglich, Kundenbindungsprogramme, Sammelregeln, Konditionen und ein professionelles Call Center anzubinden.

SAP PLM 7.0

In der Bedienoberfläche gibt es im SAP PLM 7.0 Release jetzt auch Platz für Materialstämme, Stücklisten, Dokumente und Änderungen. Durch übersichtliche Gruppenstrukturen können mehrere Mitarbeiter gleichzeitig im Team mit der Lösung arbeiten.

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