Mobile Apps und integrierte Prozesse

28. Mai 2013 von Andreas Schmitz 0

Foto: iStockphoto

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Die Auswahl und Implementierung einer ERP-Lösung stellt für CIOs immer eine bedeutende strategische Entscheidung dar. Gleichzeitig kann eine solche Investition als geschäftskritisch angesehen werden, denn die Einführung einer betriebswirtschaftlichen Software ist alles andere als trivial.

88 Prozent der CIOs favorisieren bei der ERP-Auswahl ein integriertes IT-System. Sie versprechen sich davon durchgängige und stabilere Geschäftsprozesse. Nur elf Prozent der IT-Leiter wollen dagegen die Betriebsabläufe auf Grundlage eines „Best-of-Breed“-Ansatzes mit mehreren Speziallösungen abbilden. So steht es im „ERP Trend Report 2013“, für den das Hamburger Beratungshaus Softselect knapp 340 mittelständische Unternehmen der Prozessindustrie aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) befragte.

Integrierte Funktionen statt „Best-of-Breed“

Insbesondere klassische ERP-Kernbereiche wie die Logistik, das Warehouse Management und das Rechnungswesen sollten möglichst eng miteinander verknüpft sein. Dadurch fällt der Aufwand für die Einrichtung und die Pflege von Schnittstellen sowie für Datenübertragungen zwischen verschiedenen Einzellösungen weg. Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist für 84 Prozent, dass auch Scanner-Anwendungen in das ERP-Komplettsystem eingebunden sind. 72 Prozent fordern zudem integrierte Funktionen für die Produktentwicklung und die Verwaltung von Rezepturen. Darüber hinaus halten 71 Prozent der IT-Leiter es für sinnvoll, wenn das künftige ERP-System Workflow-Komponenten beinhaltet. Damit lassen sich Prozesse wie das Weiterleiten von Dokumenten, die Rechnungsverarbeitung oder Freigabeverfahren automatisieren.

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Laut Studie werden Firmen in den nächsten drei Jahren verstärkt mobile Lösungen nachfragen, denn Endanwender wollen ERP-Prozesse auch unterwegs über das Smartphone oder den Tablet-PC durchführen. Heute sind im ERP-Umfeld vor allem mobile Business-Szenarien für den Vertriebsaußendienst oder Service-Techniker verbreitet. In Zukunft sollen mobile Szenarien auch in der Logistik sowie im Bereich der Lagerwirtschaft bei der Ein- und Auslagerung und zur Kommissionierung von Waren an Bedeutung gewinnen.

ERP-Prozesse auf dem Smartphone

Drei Viertel der IT-Verantwortlichen sind der Meinung, dass mobile Apps für Business Intelligence (mobile BI) in drei Jahren eine wichtige oder sehr wichtige Bedeutung haben werden. Aktuell sind es 60 Prozent. Damit können Geschäftsführer und weitere Entscheider von unterwegs betriebliche Kennzahlen und Auswertungen, wie etwa Liquiditätsanalysen, abrufen und sich jederzeit über die aktuelle Unternehmensentwicklung informieren.

Im Rahmen des ERP-Regelbetriebs werden häufig IT-Outsourcing-Dienstleistungen in Anspruch genommen. Derzeit haben 29 Prozent der Umfrageteilnehmer die Systemüberwachung und etwas mehr als ein Viertel das Hosting ihrer ERP-Anwendung als Managed Services an einen externen Dienstleister ausgelagert. Bis 2016 wollen weitere 28 Prozent die Systemüberwachung und ein Viertel auch das Hosting an einen IT-Dienstleister übertragen. Ein Komplett-Outsourcing des ERP-Betriebs lehnt die Mehrheit ab. Nur bei neun Prozent gibt es entsprechende Planungen.

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