Flexibel analysieren und entscheiden

Feature | 21. Februar 2007 von admin 0

SAP Business Explorer ist eine Komponente von SAP NetWeaver Business Intelligence (SAP NetWeaver BI), die flexible Reporting- und Analysewerkzeuge bereitstellt, um die strategische Analyse und die Entscheidungsfindung im Unternehmen zu erleichtern. Dazu gehören Query-, Reporting- und Analysefunktionen, die miteinander verbunden sind und über benutzerfreundliche und intuitiv bedienbare Oberflächen verfügen. Zugriffsberechtigte Mitarbeiter können historische und aktuelle Daten in unterschiedlichen Detaillierungsstufen und aus verschiedenen Perspektiven auswerten – sowohl über das Internet als auch in Microsoft Excel. Mit SAP Business Explorer greifen sie auf Informationen in SAP NetWeaver BI zu – über das SAP NetWeaver Portal, das Intranet oder mobile Endgeräte wie WAP- oder i-Mode-fähige Mobiltelefone und PDAs.

Eine Lösung für verschiedene Bedürfnisse

SAP NetWeaver 2004s enthält verschiedene IT-Szenarien mit neuen Funktionalitäten für SAP NetWeaver BI, darunter auch „Enterprise Reporting, Query und Analysen“. Dieses Szenario setzt sich aus fünf Varianten zusammen: „Query, Reporting und Analyse“, „Ad-hoc-Query“, „Microsoft Excel Integration“, „Information Broadcasting“ sowie „Modellierung eingebetteter BI-Anwendungen“. Die neuen Funktionalitäten erfüllen sowohl die Ansprüche von Experten, die hocheffiziente Werkzeuge benötigen, als auch die Erwartungen von Endanwendern, die sich möglichst einfache Lösungen wünschen. Komplexe Reporting-Anforderungen lassen sich auf diese Weise mit einer einzigen Lösung verwalten.

1. Query, Reporting und Analyse

SAP Business Explorer Query Designer

SAP Business Explorer Query Designer

Das zentrale Werkzeug der Variante „Query, Reporting und Analyse“ ist der SAP Business Explorer Query Designer. Er erstellt oder ändert Queries und Query Views und führt Prozesse aus. Die neu überarbeitete, intuitiv gestaltete Benutzeroberfläche erleichtert diese Vorgänge. Per Drag&Drop lassen sich einzelne oder mehrere Objekte, etwa Verhältniszahlen oder Kennzahlen, in Zeilen beziehungsweise Spalten ablegen. Vom Anwender definierte und personalisierte Standardwerte und Eigenschaften erleichtern den Zugriff auf Informationen und steuern ihn. Verschiedene Erweiterungen erhöhen die Bedienfreundlichkeit. So ist es beispielsweise möglich, direkt auf grundlegende Aufgaben wie „Jump to Error“, „Restrict“ oder „Remove“ zuzugreifen.

Die Planungsfunktionen in SAP NetWeaver 2004s sind unmittelbar in das Reporting-Tool integriert, so dass Anwendungen mithilfe der Werkzeuge im SAP Business Explorer erstellt werden. Mit dem SAP Business Explorer Query Designer lässt sich beispielsweise eine Query definieren, über die Daten für Planungszwecke eingegeben und verschiedene Optionen dabei in ein und demselben Eigenschaftsbereich festgelegt werden können.

SAP Business Explorer Report Designer

SAP Business Explorer Report Designer

Auch der SAP Business Explorer Report Designer ist Teil der Variante „Query, Reporting und Analyse“. Dabei handelt es sich um eine völlig neue Lösung für das formatierte Reporting. Mit ihr lassen sich beliebig formatierte Berichte erstellen, die für den Druck und die Präsentation im Web optimiert sind. Zentrale Funktion des SAP Business Explorer Report Designers ist es, Zellen und Felder zu formatieren. Zu diesem Zweck wurde das Konzept der „Zeilenmuster“ entwickelt, das es erlaubt, dynamische Abschnitte unabhängig vom Datenset zu formatieren. Um einen Bericht zu bearbeiten, stehen ein Menü, Symbolleisten und ein Kontextmenü mit Funktionen für die einzelnen Elemente zur Verfügung. Die entsprechenden Formateigenschaften wie Farbe, Schriftart, Textgröße, Ränder und Abstände legt der Anwender über einen Formatierungsdialog fest.

Informationen schnell anpassen

SAP Business Explorer Web Application Designer

SAP Business Explorer Web Application Designer

Der SAP Business Explorer Web Application Designer erstellt Web-Applikationen und Dashboards im Szenario „Enterprise Reporting, Query und Analyse“. Er präsentiert Daten in einfachen und ansprechenden Grafiken und wartet obendrein mit neuen Layout-Elementen, Charts, Web Items und einem Befehlsassistenten auf. Web Templates, wie etwa die Designdarstellung einer Web Application, sind XHTML-Dokumente, die sich aus HTML-Standardelementen wie Tabellen, Bildern oder Formatierungen und verschiedenen, vordefinierten Web Items zusammensetzen. Der Anwender kann HTML-Seiten erzeugen, die BI-spezifische Inhalte wie Tabellen, Charts oder Karten enthalten. Gleichzeitig lassen sich Web-Applikationen als URL sichern, auf die über das Intranet oder mobile Endgeräte zugegriffen werden kann oder die sich als iView in ein Unternehmensportal integrieren lassen. Die Data Provider basieren auf Queries, Query Views oder InfoCubes.

Für das Anzeigen von Querydaten wie Analyse- oder Diagrammelemente stehen Web Items bereit. Mit ihnen lassen sich Daten in einer Web-Applikation visualisieren, Applikationen gestalten, Interaktionen, etwa eine Button-Group oder ein Dropdown-Element, ausführen und Elemente wie Registerkarten und Containerelemente gruppieren. Die Bereiche „Itemdefinition“ und „Interaktionen“ wurden umfassend erweitert. Web Items mit hierarchisch strukturierten Eigenschaften erleichtern das Customizing. Jede Eigenschaft besitzt Standardwerte, die überschrieben werden können. Außerdem lassen sich Web Items als „wiederverwendbare Web Items“ sichern, die dann als Referenz für andere Vorlagen dienen. Um einen Befehl wie „Als PDF exportieren“ zu definieren, bindet der Anwender einen Button ein und verwendet anschließend den neuen Befehlsassistenten. Zurzeit stellt SAP ungefähr 80 Befehle bereit, die 90 Prozent aller möglichen Interaktionen abdecken. Für Nicht-Standardinteraktionen in Web Templates kann weiterhin JavaScript integriert werden. Neu ist hingegen, dass sich der Quellcode in der XHTML-Sicht farbig kennzeichnen lässt und die Funktion zum automatischen Vervollständigen für die gesamte SAP-NetWeaver-BI-Syntax zur Verfügung steht.

2. Ad-hoc-Query

SAP Business Explorer Web Analyzer

SAP Business Explorer Web Analyzer

Die Szenariovariante „Ad-hoc-Query“ bietet ein völlig neuartiges Werkzeug, den SAP Business Explorer Web Analyzer. Er umfasst eine Thin-Client-Anwendung, die automatisch auf alle Ad-hoc-Anforderungen reagiert. Daten im Web lassen sich mit diesem Werkzeug, das auf SAP NetWeaver BI und Data-Providern von Drittanbietern aufsetzt, unmittelbar analysieren. Es verfügt unter anderem über eine intuitive Navigation per Drag&Drop, und der Anwender kann direkt auf Queries, Query Views oder InfoProvider zugreifen. Die Daten werden standardmäßig in einer Tabelle angezeigt. Über ein umfassendes Menü kann jedoch eine grafische Sicht hinzugefügt werden. Über das Internet ist eine große Anzahl an Diagrammen verfügbar, zum Beispiel GANTT. Die Einstellungen eines solchen Diagramms, also die Position der Legende oder die Bezeichnung der Achse, lassen sich direkt im SAP Business Explorer Web Analyzer ändern, indem über das Menü direkt auf Ausnahmen und Bedingungen zugegriffen wird.
Über eine universelle Datenintegration macht der SAP Business Explorer Web Analyzer auch Nicht-SAP-Daten zugänglich. Dank XML for Analysis (XMLA) und OLE DB for OLAP (ODBO) Java Connectors werden auch Werkzeuge von Drittanbietern zugänglich. Das heißt, der SAP Business Explorer Web Analyzer kann auf mehreren SAP-NetWeaver-BI-Lösungen aufsetzen und übernimmt somit die Rolle einer zentralen Reporting-Lösung. Der direkte Zugriff auf den SAP Business Explorer Broadcaster, der E-Mail-Adressen oder Verteilerlisten verwaltet, erleichtert die Verteilung von Queries oder Query Views.

3. Microsoft Excel Integration

Excel Integration

Excel Integration

Die Szenariovariante „Microsoft Excel Integration“ führt eine neue Version des SAP Business Explorer Analyzers sowie eine Vielzahl wichtiger Erweiterungen ein. Dazu zählen insbesondere ein intuitiverer Analyse- und ein völlig neuer Designmodus. Der Analysemodus verfügt über ein neues Standardlayout. Dank der intuitiven Navigation können Queries einfach per Drag&Drop erstellt oder abgewandelt werden, Informationen lassen sich heranzoomen, die Achsen von Diagrammen vertauschen oder Daten filtern. Will ein Benutzer für einen Bericht beispielsweise ein Land aus einer Länderliste ausschließen, zieht er es einfach per Drag&Drop aus der Query heraus. Für lokale Berechnungen innerhalb einer Query steht ein Editor bereit, der problemlos neue Formeln erstellt. Die Berechnung selbst wird entweder in der Arbeitsmappe oder in der Query View gesichert und kann für spätere Analysen wieder verwendet werden.

4. Information Broadcasting

SAP Business Explorer Broadcaster

SAP Business Explorer Broadcaster

Der SAP Business Explorer Information Broadcaster bildet die vierte Variante des Szenarios „Enterprise Reporting, Query und Analysen”. Mit ihm lassen sich Informationen innerhalb eines Unternehmens und über Unternehmensgrenzen hinweg flexibel verteilen, Web-Applikationen, Queries und Arbeitsmappen vorberechnen und im SAP NetWeaver Portal publizieren oder per E-Mail verschicken. Neben den berechneten Dokumenten, die historische Daten enthalten, können auch Online-Links auf Queries und Web-Applikationen erzeugt werden. Um selbst definierte Objekte zu verteilen, kann auf Queries, Query Views, Excel-Anwendungen, Web-Applikationen oder formatierte Berichte zurückgegriffen werden. Informationen lassen sich entweder sofort verteilen – oder auf Termin, der durch ein Ereignis, eine definierte Ausnahme oder innerhalb einer Prozesskette ausgelöst wird. Der Anwender kann zudem Broadcasts versenden, die sich aus den Stammdaten von SAP NetWeaver BI ableiten. Bei Bedarf lässt sich das Ausgabeformat für jeden Empfänger anpassen. Die Verteilung läuft über verschiedene Typen: Broadcast an E-Mail, Broadcast an Portal, Broadcast an Drucker oder Broadcast an mehrere Kanäle. Ferner stehen verschiedene Ausgabeformate bereit, zum Beispiel MHTML (MIME Encapsulation of Aggregate HTML Documents), PDF oder ein Online-Link zum Objekt.

5. Modellierung eingebetteter BI-Anwendungen

Visual Composer

Visual Composer

Im letzten Szenario ruft der Anwender mithilfe des Visual Composers BI-Daten aus einzelnen oder verteilten Datenquellen ab und bettet diese in analytische oder zusammengesetzte Anwendungen ein. Der Visual Composer basiert auf der Flex-Technologie, die es ermöglicht, intuitive Benutzeroberflächen für SAP-Lösungen und kundenspezifische Internetanwendungen auf Basis von SAP NetWeaver Portal zu erstellen. Dank der Modellierungsfunktionen lassen sich alle Informationen benutzerfreundlich und flexibel visualisieren; Anwendungen können intuitiv und vollständig modellbasiert entwickelt und erstellt werden. Mit dem Visual Composer lassen sich Inhalte sowohl aus SAP NetWeaver BI als auch aus heterogenen Datenquellen wie OLAP und relationalen Datenquellen integrieren. Die Anbindung an SAP-NetWeaver-BI-Systeme ist im Portal definiert und basiert auf folgenden SAP NetWeaver BI Java Connectors: XMLA Connector, ODBO Connector, JDBC Connector und SAP Query Connector.

Der SAP NetWeaver BI Connector verbindet den Visual Composer mit SAP NetWeaver BI und ermöglicht den direkten Zugriff auf Services, die für die Integration von SAP NetWeaver BI erforderlich sind. Ist das Visual-Composer-Modell vollständig, wird der entsprechende Code in HTML/B oder Flash konvertiert. Nun lässt sich das Modell nahtlos in SAP NetWeaver Portal implementieren und direkt als iView verwenden. Dank der Interoperabilität von SAP NetWeaver BI und Visual Composer nähern sich BI- und Unternehmensanwendungen an, so dass sowohl historische als auch Echtzeitdaten innerhalb eines Geschäftsprozesskontexts bereitgestellt werden können.

Yannick Peterschmitt

Yannick Peterschmitt

Karol Kalisz

Karol Kalisz

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