Forschung und Praxis

Feature | 26. Mai 2003 von admin 0

Die FHTW genießt einen guten Ruf weit über Berlin hinaus: Studierende schätzen die Qualität der Lehre und die moderne technische Ausstattung der Hochschullabore; Unternehmen finden aufgeschlossene Kooperationspartner für Projekte der angewandten Forschung und Entwicklung; Arbeitgeber aller Branchen rekrutieren an der FHTW Berlin qualifizierte Nachwuchskräfte. Die guten Praxiskontakte der Professorinnen und Professoren sorgen für eine frühzeitige Einbindung von neuen Themen in die Ausbildung: ein Pluspunkt für die FHTW-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt.

Herausforderung SAP-Software

Als die FHTW 1991/92 aufgebaut wurde, war es erklärtes Ziel der Verantwortlichen, die Ausbildung so zu gestalten und die Software so auszuwählen, dass die Absolventen mit fortschrittlichen Lösungen arbeiten können. Sie sollten in die Lage versetzt werden, die im späteren Beruf anstehenden Probleme zu lösen.
Für die Ausbildung von Wirtschaftsinformatikern bot es sich deshalb an, SAP R/3 zu nutzen. 1993 wurde SAP R/3 auf einem FHTW-Server installiert und erstmals von 20 Studierenden und Lehrenden genutzt. Schrittweise wurde die SAP-Software anschließend in mehreren Studiengängen eingeführt. Am Beispiel der IT-Unterstützung von Geschäftsprozessen lernen heute in jedem Semester rund 700 Studierende in sechs Studiengängen SAP-Software kennen. Von besonderem Vorteil ist dabei, dass die SAP-Software die Chance bietet, in Projekten auch anspruchsvolle Probleme zu bearbeiten.

Mit SAP R/3 zur integrierten Softwarelandschaft

Die Geschäftsprozesse wurden zunächst mit SAP R/3 modulspezifisch unterstützt. Sehr schnell konnten geschäftsbereichsübergreifende Prozessketten bearbeitet werden. Für Spezialisierungen im Studiengang Wirtschaftsinformatik und für weitere Studiengänge baute man spezifische Ausbildungsinhalte unter Nutzung von SAP-Software auf. 1997 wurde SAP R/3 mit dem Dokumenten-Management-System
iXOS ARCHIVE erstmals als integrierte Anwendung in die Ausbildung einbezogen: Damit konnten ein papierärmeres Büro und eine digitale Ablage realisiert werden.
1998 folgten Internetanwendungen auf Basis des SAP Internet Transaction Server (SAP ITS). In Zusammenarbeit mit SAP-Logopartnern und SAP-Anwendern wurden Lehrveranstaltungen zu speziellen SAP-Themen wie ABAP-Programmierung oder die Entwicklung von Internetanwendungen in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Praxis angeboten. Die gestiegenen Anwenderzahlen und die Ressourcenanforderungen der SAP-Software führten im Jahr 2000 zu einem neuen Schritt: weg vom “eigenen” R/3, hin zur Anbindung an das Hochschulkompetenzzentrum (HCC) der Uni Magdeburg – was die FHTW sowohl personell als auch finanziell entlastete.
“Ein neuer Schritt in der Nutzung von SAP-Software an der FHTW war die Anbindung an das HCC der Uni Magdeburg. Durch die Nutzung des HCC-Angebots können wir uns auf die Lehrinhalte konzentrieren, neue Freiräume für eine anspruchsvolle Ausbildung schaffen und komplexe Szenarien bearbeiten”, stellen die Projektleiter an der FHTW, Prof. Dr. Reinhard Ginnold und Prof. Dr. Jörg Courant, nach fast zweijähriger Nutzung fest.

Zusammenarbeit mit Unternehmen nutzt allen

Unzählige praxisnahe Projektthemen sind bisher von den Studierenden auf Basis der SAP-Software bearbeitet worden. Mehrere hundert Diplomarbeiten entstanden in weltweiter Zusammenarbeit mit Unternehmen. Partner sind dabei die SAP AG, zertifizierte SAP-Partner und SAP-Anwender. Die Ergebnisse der Ausbildung an der FHTW und der Diplomarbeiten schaffen sowohl für die beteiligten Unternehmen als auch für die FHTW eine Win-Win-Situation.
Die Abstimmung der Strategie zum Einsatz von SAP-Software mit der Hochschulleitung ist das A und O für den Erfolg. Ein Service-Team im Studiengang Wirtschaftsinformatik steht für alle Studierenden und Lehrenden der FHTW zur Beratung und Unterstützung bereit. Die Professoren Jörg Courant, Wilhelm Fais und Reinhard Ginnold sowie die Laboringenieure Claudia Frommhold und Olaf Behrendt sind seit Jahren studiengangübergreifend die erfahrenen Ansprechpartner vor Ort. Eine enge, unkomplizierte Zusammenarbeit mit SAP, dem HCC sowie zahlreichen weiteren Partnern bilden die Basis für eine solide Arbeit.
“Die eigene umfangreiche und intensive Arbeit mit SAP-Software ist eine unabdingbare Voraussetzung, damit diese erfolgreich in der Lehre eingesetzt werden kann”, resümiert Courant. So sind auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Hochschulen sowie die aktive Mitarbeit in Fachgremien und Anwenderforen für das Serviceteam selbstverständlich.

Auf dem Weg zur Notebook-University

In Abstimmung mit SAP und dem HCC testet die FHTW neue Wege und Technologien rund um die SAP-Software. Beispiel hierfür war in der Vergangenheit die Erprobung von IDES-Retail für die Ausbildung sowie aktuell die Erprobung des wireless LAN-Zugriffs zur SAP-Software innerhalb der FHTW-Aktivitäten zur Notebook-University.

Inge Hansen-Baschwitz

Inge Hansen-Baschwitz

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