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Datenwissenschaftlerinnen machen Karriere

Feature | 8. Februar 2017 von Jeanette Rohr 25

Women in Data Science (WiDS) heißt eine Initiative der Universität Stanford, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Karriere von Frauen in technischen und IT-Berufen weiter zu fördern. Als einer der Hauptsponsoren organisierte SAP University Alliances/SAP Next-Gen letzte Woche an 24 SAP-Standorten weltweit Veranstaltungen im Rahmen der jährlichen Konferenz von Women in Data Science, die für Datenwissenschaft begeistern und den Austausch unter Expertinnen und Experten anregen soll, – auch in Berlin.

Ob Unternehmen Trendtechnologien wie maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz einsetzen, hängt vor allem von qualifizierten Mitarbeitern ab. Besonders begehrt sind Bewerber, die das nötige Know-how im Bereich Datenwissenschaften mitbringen. Dies ist ein hervorragender Zeitpunkt für junge Frauen, den „sexiest job of the 21st century” zu ergreifen und den Talentpool, aus dem Unternehmen schöpfen können, zu erweitern.

Nun, da die Digitalisierung maschinellem Lernen den Weg in unterschiedlichste Geschäftsbereiche ebnet, eröffnet sich Datenwissenschaftlerinnen eine ganze Palette neuer Karrieremöglichkeiten. Maschinelles Lernen beruht wesentlich auf der Nutzung großer Datenmengen (Big Data). Somit gibt es einen großen Bedarf an Spezialisten, die mit Hilfe von Big Data Algorithmen für maschinelles Lernen trainieren können. Eine solche Spezifikation macht das Berufsbild „Data Scientist“ wertvoller denn je zuvor.

„Für viele unserer Kunden ist es schwierig, maschinelles Lernen einzusetzen, da ihnen fähige DatenwissenschaftlerInnen fehlen,“ sagte Dr. Sebastian Wieczorek, Head of Machine Learning Platform bei SAP, während der Berliner Veranstaltung der globalen Konferenz 2017 Women in Data Science der Universität Stanford. Frauen, die eine Ausbildung und Karriere im Fach Datenwissenschaften anstreben, können also aktuelle Bedürfnisse des Arbeitsmarktes decken. Außerdem tragen sie durch Diversität zur nachhaltigen Entwicklung in Unternehmen bei.

Technologie ist der Katalysator für Veränderungen – Frauen spielen hier ein große Rolle und müssen aktiv Verantwortung übernehmen.  

— Anka Wittenberg, SAP Chief Diversity and Inclusion Officer

Teams mit einer diversen Zusammensetzung was Geschlechter, aber auch kulturelle Hintergründe und Altersgruppen betrifft, sind unentbehrlich, um Innovation und Kreativität in Unternehmen voranzutreiben. Eine diverse Belegschaft hat Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg, den Umsatz und die Kundenbeziehungen in einer zunehmend disruptiven Geschäftswelt.

Mit maschinellem Lernen gegen Vorurteile bei der Einstellung

Obwohl nachgewiesen ist, dass eine höhere Diversität in Teams zu besseren Leistungen führt, werden tendenziell noch immer homogene Teams gebildet. Im Einstellungsprozess spielen Vorurteile eine Rolle. Da diese jedoch häufig unbeabsichtigt sind, können sie nur sehr schwer vermieden werden.

Abhilfe könnte hier tatsächlich ein Algorithmus schaffen. Zum Beispiel ist die SAP SuccessFactors Human Capital Management Suite dank maschinellem Lernen in der Lage, potenziell voreingenommene Formulierungen in Stellenanzeigen aufzuspüren. Diese können weibliche Bewerber entmutigen. SAP HCM kann jedoch alternative Begriffe vorschlagen, um die Anzeige gender-neutral zu formulieren.

Die in der Entwicklung begriffene Lösung Résumé Matching soll durch maschinelles Lernen die Vorauswahl von Bewerbern automatisieren, indem sie deren Lebensläufe analysiert und passenden Stellenprofilen zuordnet. Potenzielle menschliche Voreingenommenheit wird so gar nicht erst ins Spiel gebracht.

Weibliche Netzwerke bieten Karrierechancen

Neben Agnieszka Walorska von Creative Construction Heroes, die für WiDS in Berlin eine Keynote über die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und Künstlicher Kreativität hielt, waren bei der anschließenden Paneldiskussion fünf Gründerinnen und Datenwissenschaftlerinnen vertreten. Cindy Perscheid vom Hasso-Plattner-Institut, Designforscherin Zwetana Penova, Hajnalka Hejja von MediLad, Dr. Vedrana Högqvist Tabor und Astrid Mochtarram von Twindly stimmten darin überein, dass Netzwerken eine Schlüsselrolle beim Erfolg von Frauen in Technologiebereichen wie Datenwissenschaft zukommt.

Durch den wachsenden Frauenanteil in MINT-Fächern (Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik) stehen Frauen, die eine Karriere in diesen Bereichen anstreben, auch zunehmend mehr Mentorinnen und weibliche Vorbilder zur Verfügung. Initiativen wie Girls Who Code, Women in Technology oder lokale Organisationen wie Berlin Geekettes bieten Unterstützung von Programmierkursen bis zur Beratung rund um die Gründung von Start-ups.

SAP unterstützt diese Bemühungen, eine Community für Datenwissenschaftlerinnen aufzubauen. Deshalb wurde die Veranstaltung WiDS 2017 in Berlin von SAP Innovation Center Network, SAP Diversity and Inclusion sowie SAP University Alliances / SAP Next-Gen gesponsert. Rund 150 Frauen in Technologieberufen aus der Region Berlin-Brandenburg nahmen teil, darunter zahlreiche Berufseinsteigerinnen.

Initiativen wie Women in Data Science sind so wichtig, weil sie Licht auf die hervorragenden Leistungen weiblicher Führungskräfte der Technologiebranche werfen. Ich hoffe, dass viele Frauen sich von deren Laufbahn inspirieren und motivieren lassen und anfangen, ihren eigenen Weg im Technologiebereich zu gehen.

— Juergen Mueller, SAP Chief Innovation Officer

Ein Arbeitsumfeld, in dem alle die gleichen Chancen haben

Neben Netzwerken ist auch ein Arbeitsumfeld, das Männern und Frauen in gleichem berufliche Entwicklungschancen und Aufstiegsmöglichkeiten bietet, ausschlaggebend für den Erfolg von Frauen in der Technologiebranche. Der Prozentsatz von Frauen in MINT-Fächern liegt derzeit in Deutschland bei knapp über 30 Prozent. Jedoch verlassen Frauen, die ihren MINT-Abschluss gemacht haben, Bereiche wie das Ingenieurswesen häufig bereits nach einigen Jahren wieder. Das Weltwirtschaftsforum vermutet Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz als wichtigsten Grund dafür.

Im Einklang mit Ziel #5 der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung (Geschlechtergleichstellung), plant die SAP, 25 Prozent der Managementpositionen im Unternehmen bis Ende 2017 mit Frauen zu besetzen. Echter Chancengleichheit ist mit dem Zusatz „m/w“ zu jeder Stellenanzeige nicht Genüge getan. Das ist nur der erste Schritt in Richtung Gleichstellung.

Foto via Shutterstock

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