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Frauen in SAP-Führungspositionen: Daniela Lange

Feature | 20. Juli 2015 von Susan Galer 0

Daniela Lange, Senior Director bei SAP, spricht über ihre Laufbahn und macht anderen Frauen Mut für eine Karriere in der High-Tech-Branche.

Daniela Lange, Senior Director bei SAP, kam vor 15 Jahren zur SAP und leitet das Produktmanagement für die SAP-Payroll-Software. Zuvor war sie fünf Jahre lang in der akademischen Forschung in der Astrophysik und in den Biowissenschaften tätig. Zwischen ihrem jetzigen High-Tech-Beruf und ihrer Kindheit im Schwarzwald liegen Welten. Einen großen Teil ihrer Jugend verbrachte sie buchstäblich im Wald – dort las sie, lernte, beobachtete die Natur und dachte über die Welt nach. Nach dem Abitur studierte Daniela Lange Physik am Karlsruher Institut für Technologie und machte dort ihren Abschluss als Diplom-Physikerin. Danach promovierte sie in Physik an der Clarkson University in New York. Sie sprach mit uns darüber, was es bedeutet, als Frau Karriere in einem IT-Beruf zu machen.

Für mich war eine Karriere in der High-Tech-Industrie sehr attraktiv, weil …

ich hier mehr persönliche Freiheit habe als in der akademischen Forschung. IT ist zwar nicht das Gleiche wie Physik, aber beide Disziplinen haben den gleichen Ansatz zur Problemlösung.

Die drei wichtigsten Eigenschaften, die mich dahin gebracht haben, wo ich jetzt bin:

Ich bleibe immer neugierig, setze mir ambitionierte Ziele und ich bin widerstandsfähig. Der Weg zum Erfolg ist wie ein Marathonlauf: Am Anfang bin ich mir unsicher, ob ich es schaffen werde. Während des Marathons tut alles weh, und ich frage mich, warum ich mir das antue. Die Belohnung winkt, wenn ich die Ziellinie überquere. Das Erfolgserlebnis gibt mir so viel neue Energie, dass ich das Gleiche wieder tun möchte. Wenn unterwegs etwas schief geht, dann verschwende ich keine Energie darauf, den Fehlern der Vergangenheit nachzuweinen. Ich analysiere einfach, was ich beim nächsten Mal anders machen muss und nehme dann einen neuen Anlauf.

Mein Rat für junge Frauen, die über eine Laufbahn im High-Tech-Sektor nachdenken: Macht es einfach!

Ihr müsst vor nichts Angst haben, außer vielleicht vor dem eigenen Mangel an Selbstvertrauen. Es gibt ja nichts grundlegend Männliches an der Softwareentwicklung. Man muss kein Technikfreak sein – es werden die unterschiedlichsten Talente benötigt. Ihr seid nicht allein. Es gibt andere Frauen und progressive Männer, die die gleichen Ziele verfolgen.

Ich möchte Frauen, die eine Führungsposition anstreben, dazu ermutigen, sich mit ihren Entscheidungen auch wohlzufühlen.

Andere Leute, Freunde oder Familienmitglieder werden vielleicht hinterfragen, warum ihr so viel arbeitet. Leider gibt es immer noch Leute, die der Meinung sind, dass man nicht gleichzeitig eine gute Mutter sein und eine ambitionierte Karriere haben kann. Mein Rat: Vertraue der positiven Stimme in dir. Du weißt am besten, welche die richtigen Prioritäten für dich und für deine Familie sind. Träume weiter von der Person, die du sein möchtest, entwickle dich und werde diese Person.

Meine Motivation für eine Führungsposition lässt sich am besten so beschreiben:

Eines meiner liebsten Hobbys ist das Bergwandern. Doch der Weg zum Gipfel kommt einem manchmal beschwerlich und unheimlich vor. Es wäre vielleicht vernünftiger, weiter unten zu bleiben und durch die schönen Blumenwiesen zu streifen. Doch der sensationelle Blick von der Bergspitze macht alles wett und ist den ganzen Aufstieg wert.

Anderen Frauen bei der Verwirklichung ihrer beruflichen Wünsche zu helfen …

ist mir ein wichtiges Anliegen. Wir dürfen es nicht hinnehmen, wenn eine andere Frau als dominant oder herrisch hingestellt wird, nur weil sie entschlossen auftritt und entscheidungsfreudig ist. Ich gehöre zu einem informellen Frauennetzwerk bei SAP, in dem wir einander Mut zusprechen und unsere Erfolge gegenseitig feiern. Die Flut an guten Wünschen, die ich bei meiner letzten Beförderung von Kolleginnen erhielt, hat mich sehr gerührt. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen und vertrauen – und das muss nicht nur innerhalb von Frauennetzwerken sein – schafft das eine Motivation, die wir alleine gar nicht aufbauen und aufrechterhalten könnten. So bedeutet mir meine Arbeit sehr viel mehr als nur die Entwicklung von Software.

Die High-Tech-Branche braucht mehr weibliche Führungskräfte, damit …

wir die bestmöglichen Geschäftsergebnisse erzielen. Frauen sind häufig diejenigen, die in den Firmen über den Kauf von Softwareprodukten entscheiden, daher müssen sie maßgeblich am Design dieser Produkte mitwirken. Außerdem sind viele Frauen stärker auf Zusammenarbeit ausgerichtet. Das kann ein Vorteil sein, wenn man die unausgesprochenen emotionalen Konflikte meistern will, die Projekte zum Scheitern bringen können.

Die Gründe, warum Frauen in der Arbeitswelt benachteiligt sind, …

können sehr unterschwellig sein, zum Beispiel die Art und Weise, wie sie kommunizieren. Es kann der Eindruck entstehen, dass Frauen von ihren eigenen Ideen nicht so überzeugt sind, einfach weil sie sie anders präsentieren. Sowohl Männer als auch Frauen sollten in der Lage sein, diese Unterschiede in der Kommunikation zu erkennen und zu verstehen.

Der Geschäftstrend, über den ich mir am meisten Gedanken mache …

ist Big Data. Auf der einen Seite kann Big Data missbraucht werden, um unsere Werte wie persönliche Freiheit oder Datenschutz zu gefährden. Auf der anderen Seite hat die Big-Data-Technologie großes Potenzial, das Leben der Menschen zu verbessern.

Die eine App, ohne die ich nicht leben kann, …

ist WhatsApp. Sie unterstützt mich ganz praktisch dabei, die tagtägliche Logistik mit meinen Kindern in den Griff zu bekommen.

Als Produktmanagerin bei SAP habe ich die Möglichkeit, …

mit ganz unterschiedlichen Menschen aus allen Teilen der Welt zusammenzuarbeiten. Dadurch lerne ich, dass es viele unterschiedliche Wege gibt, Situationen zu betrachten und Probleme zu lösen. Das ist ein sehr inspirierendes Umfeld für mich.

Mein Traum ist es, …

eines Tages in China oder Afrika zu leben und zu arbeiten, wenn unsere Kinder mit der Schule fertig sind.

Bei der hohen Innovations-geschwindigkeit um mich herum bleibe ich zentriert und produktiv,  indem …

ich mir sehr gründlich überlege, welches die wichtigsten Probleme sind und ich mich diszipliniert auf diese konzentriere.

Eines der einflussreichsten Vorbilder für mich …

war Pippi Langstrumpf aus Astrid Lindgrens Kinderbüchern. Sie hat das Herz am rechten Fleck, ist voller Lebensfreude und kennt keine Angst.

Um nach der Arbeit zu entspannen, …

gehe ich nach draußen in die Natur. Ich laufe oder fahre Rad, um meine Gedanken wieder zu ordnen, und ich verbringe Zeit mit meinen Kindern. Ihre Lebendigkeit führt mir immer wieder vor Augen, dass die Arbeit nur ein kleiner Teil unseres Lebens ist.

Die Frau, die ich wirklich bewundere und respektiere, …

ist Grace Hopper, eine brillante und mutige Pionierin der IT. Sie sagte: „Der gefährlichste Satz einer Sprache ist: ‚Das haben wir schon immer so gemacht.‘“ Das ist auch die perfekte Maxime für meine Arbeit bei SAP Payroll. Trotz unseres erfolgreichen Erbes müssen wir mutig sein und uns immer wieder neu erfinden, sodass wir den Wandel im Markt für Payroll-Software federführend gestalten und revolutionäre Produkte für unsere Kunden entwickeln können.

 

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