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Frauen in SAP-Führungspositionen: Diane Fanelli

31. März 2017 von Susan Galer 7

Im Interview erzählt Diane Fanelli, wie sie als Controllerin ihre IT-Leidenschaft entdeckte, warum Frauen ihre Karriere selbst in die Hand nehmen müssen und was sie dazu gebracht hat, eine Führungsposition zu übernehmen.

Diane Fanelli, Senior Vice President für Global Channels & Digital Enterprise Platform bei der SAP, setzt sich aktiv für einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen ein.

Diane Fanelli, Senior Vice President für den Bereich Global Channels & Digital Enterprise Platform bei SAP, hat es nicht einmal bereut, dass sie ihre Position in der Kundenbetreuung gegen eine globale Führungsrolle eingetauscht hat. Ganz im Gegenteil: In ihrer neuen Position kann sie ihre Begeisterung für innovative Software und effiziente Prozesse ideal miteinander kombinieren und so Partnern und Kunden bei ihrem Wandel unterstützen.

Fanelli wuchs fünf Meilen von der Nordamerika-Zentrale der SAP in Pennsylvania auf. Schon als Kind kam sie durch ihren älteren Bruder mit betriebswirtschaftlichen Themen in Berührung, die sie ihr Leben lang nicht mehr loslassen sollten. Nach ihrem Abschluss im Bereich Rechnungswesen an der Drexel University arbeitete sie zunächst in Boston und Chicago. Dann führte sie ihr Weg zurück nach Pennsylvania und schließlich zur SAP.

Inzwischen ist Fanelli über 20 Jahre bei der SAP und bekleidet eine Doppelrolle: Sie kümmert sich um Ko-Innovationsprojekte mit Partnern auf dem Plattformportfolio der SAP und verantwortet die Plattform-Vermarktungsstrategie der SAP. An ihren Reisen zu Partnern und Kunden, die sie jedes Jahr in über 70 Länder führen, fasziniert sie vor allem, neue Kulturen kennenzulernen und dadurch die Menschen und Unternehmen besser zu verstehen. Ganz besonders wichtig ist es für Fanelli, bei ihrer Arbeit viel zu bewirken und zu leisten. Mit ihrer Aufgabe, die bisherige Vertriebskanalstrategie der SAP umzustellen und neue digitale Geschäftsmöglichkeiten für Kunden zu erschließen, sieht sie sich bei SAP an der richtigen Stelle.

Meine Begeisterung für Software wurde geweckt, als ich als junge Controllerin für ein Softwareimplementierungsprojekt verantwortlich war. Ich kannte mich fachlich aus und konnte mir deshalb genau vorstellen, wie sich die Prozesse durch Software verbessern ließen. Ein Freund erzählte mir, dass bei SAP eine Stelle offen ist, und meinte: „Wenn du Software magst, wird es dir bei SAP bestimmt gefallen!“

Eine wichtige Eigenschaft, die mich dahin gebracht hat, wo ich heute stehe, ist meine unbändige Neugier, neue Dinge zu verstehen und sie zu nutzen, um etwas zu verbessern.

Man musste mich überzeugen, Führungskraft zu werden, weil ich mich in meiner Rolle als Mitarbeiterin ohne Führungsverantwortung sehr wohl gefühlt habe. Ich war gerne für meine Kunden da, und wenn man Manager wird, muss man sich die Zeit aufteilen zwischen dem Führen des Fachbereichs, dem Lösen von Kundenproblemen und der Betreuung und Förderung seiner Mitarbeiter.

Das Tolle an SAP ist, dass man von so vielen kompetenten Leuten umgeben ist, die so viel wissen. Wenn man von einem bestimmten Thema keine Ahnung hat, kann man sich dadurch in ein paar Wochen einarbeiten.

Meine Rolle gibt mir die Freiheit kreativ zu sein, auch mal Fehler zu machen und aus Erfahrungen zu lernen. Ich kann neue Modelle für Kundenkanäle ausprobieren, austesten, was funktioniert und was nicht, und daraus erfolgreiche Initiativen ableiten.

Angesichts der Schnelllebigkeit von Innovationen bleibe ich fokussiert und produktiv, indem ich bewusst die Zeit in meinem Kalender für das Tagesgeschäft, die Weiterbildung und mein Privatleben aufteile.

Mein Rat an Frauen, die über eine Laufbahn in der Hightech-Branche nachdenken, lautet: Wartet nicht darauf, dass jemand anderes euren Weg plant. Bildet euch permanent und in schnellem Tempo weiter und sagt in jeder Phase, was ihr für euer Vorankommen wollt und braucht.

Wie einige andere Unternehmen hat auch die SAP bei den Themen Vielfalt und Inklusion große Fortschritte gemacht, aber wir haben unser Ziel noch nicht erreicht. Wir müssen das weiter vorantreiben und darauf hinarbeiten, dass der Frauenanteil in Führungspositionen 50 Prozent beträgt. Denn schließlich machen Frauen auch 50 Prozent der Bevölkerung aus.

Unternehmen können den Anteil von Frauen in der IT-Branche erhöhen, wenn sie flexibler auf die Entwicklungen im Markt reagieren. Deshalb unterstützen Mitarbeiter aus meinem Team auch das Back2Work-Programm der SAP, das Frauen die Rückkehr ins Berufsleben erleichtert.

Ich helfe Frauen voranzukommen, indem ich mich für Frauen bei der SAP als Mentorin und Sponsor zur Verfügung stelle. Ich bin auch Executive Sponsor für unser „Diversity and Inclusion“-Programm und setze mich aktiv dafür ein, dass wir hier entscheidend vorankommen.

Der Trend, der mich am meisten fasziniert, ist, wie neue Partnerschaften bahnbrechende Veränderungen in der Branche bewirken. Viele unserer Kunden – sowohl im Privatkunden- als auch im Firmenkundenbereich — führen interne IT-Abteilungen ein. Diese untersuchen, wie ihre Kunden bestmöglich von ihren Produkten durch Services profitieren können, die Innovationen wir IoT und Cognitive Computing nutzen.

Ein wichtiges Vorbild für mich war zunächst mal meine Mutter, die eine tolle Frau und ein Freigeist war. Ich bewundere auch Eleanor Roosevelt, die sich nie in die zweite Reihe gestellt hat. Sie hatte ihre eigenen Vorstellungen und Meinungen und zeigte, dass man Dinge, die einem wichtig sind, hartnäckig verfolgen muss.

Am Wochenende kann ich abschalten und entspannen, wenn ich mit meinem Mann Fahrradtouren unternehme. Wir radeln 30 bis 50 Meilen und dabei kann ich richtig runterkommen. Ich versuche außerdem, einmal pro Vierteljahr eine Woche Urlaub zu nehmen, um etwas anderes zu sehen und zwischendurch meine Batterien aufzuladen.

Folgen Sie Susan Galer auf Twitter unter @smgaler.

Fotos: Shutterstock, SAP

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