Big Data und SAP HANA im Fokus

Feature | 3. Juli 2013 von Jeff Reich 0

Startup Forum_SAP

Startup Forum Berlin, Foto: SAP

Auf dem SAP-Startup-Forum Berlin nutzten 32 junge Unternehmen die Gelegenheit einer SAP-Jury ihre Geschäftsideen zu präsentieren. Die 21 Sieger wurden in das diesjährige SAP Startup Focus Program aufgenommen. Im Rahmen dieses einjährigen Förderprogramms werden ihnen kostenlos SAP-HANA-Software, Marketing- und Supportdienstleistungen und gegebenenfalls Zugang zu Wagniskapital zur Verfügung gestellt.

Die Finalisten des Forums waren: Apaxo GmbH, Blue Cell Networks GmbH, Brand a Trend GmbH, ChargePartner GmbH, CONIS Risk Consulting, ConWeaver GmbH, Deltamethod, Echobot Media Technologies GmbH, EGR Energy Systems GmbH, Elefunds, enercast GmbH, GoEuro Travel GmbH, 360°, JC Analytics GmbH, Paymill, RetentionGrid, Sablono, VersionEye GmbH, yetu AG, yovisto GmbH, Zellkraftwerk.

Eine einmalige Chance für Start-ups

Das erste Startup-Forum fand 2012 am SAP-Standort in Palo Alto statt. Denn immer mehr Unternehmer im Silicon Valley, die ihre Ideen zur Marktreife bringen wollten, sahen in SAP HANA die Lösung ihrer Wachstumsprobleme. So entstand die Idee, eine Veranstaltung ins Leben zu rufen, auf der die SAP und junge Unternehmer zusammenkommen, deren Ideen soweit gediehen sind, dass sie von der Technologieplattform SAP HANA profitieren können. Seither haben sich lokale Veranstaltungen nach diesem Muster in vielen Märkten und Regionen weltweit verbreitet.

Start-ups, die in das Programm aufgenommen werden, erhalten wertvolle Unterstützung, um ihre Ideen umzusetzen – von kostenlosem technischen Support über gute Beratung bis hin zu Finanzierungsmöglichkeiten:

  • Test- und Entwicklungslizenzen für SAP HANA, ein Development Toolkit und kostenlose technische Unterstützung vonseiten der SAP im Wert von rund 50.000 Euro, bis die Unternehmen mit SAP HANA produktiv sind. Als Zeitrahmen ist ein Jahr vorgesehen.
  • Umfassende Unterstützung bei der Markteinführung, Zugang zum Partnernetz der SAP, Teilnahme- und Präsentationsmöglichkeiten bei Veranstaltungen der SAP und anderer Hersteller.
  • Kontakt zu SAP Ventures und weiteren Wagniskapitalgesellschaften, um Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen. Im Mai 2013 stockte SAP Ventures ihren ursprünglichen Fonds für SAP HANA auf rund 310 Millionen Euro auf, um Unternehmer und das Partnernetz zu unterstützen.

Ideen reichten von Life-Science-Robotern bis zum Internet der Dinge

Unter den neuen Start-up-Unternehmen, die an der Veranstaltung teilnahmen, war eine große Bandbreite an Branchen und Geschäftsmodellen vertreten. Die Palette der Ideen reichte von Life-Science-Robotern über die semantische Videosuche bis hin zur Nutzung des Internets der Dinge. Bei aller Verschiedenartigkeit war den Teilnehmern doch eines gemeinsam: Ihr Erfolg setzt voraus, dass sie für ihre Kunden gigantische Datenmengen in Echtzeit verarbeiten können. Und dafür brauchen sie SAP HANA:

  • Enercast bietet einen Webservice an, mit dem Energieerzeuger, Energiehändler und Netzbetreiber die Leistung von Wind- und Solarkraftwerken prognostizieren können. Um zu möglichst genauen Vorhersagen zu gelangen, werden präzise Wetterdaten ausgewertet. Diese komplexen Berechnungen erfordern Datenmengen von bis zu 70 Gigabyte pro Tag. Durch den Zugang zu SAP HANA wird diese Datenkapazität auf bis zu 120 Terabyte steigen, sodass die Vorhersagegenauigkeit durch verbesserte Algorithmen deutlich gesteigert werden kann.
  • RetentionGrid unterstützt Unternehmen bei der automatischen Kundensegmentierung. Auf der Grundlage einer reichhaltigeren Datenbasis können dann für jedes Kundensegment gezielte Angebote entworfen werden. Im Laufe der Zeit gewinnt RetentionGrid verwertbare Einblicke in die Kaufgewohnheiten ihrer Kunden. Dabei werden in Echtzeit Meldungen über Kauftrends erstellt. Zurzeit liefert RetentionGrid pro Kunde Daten im Umfang von etwa drei Gigabyte, die Aufschluss über Bestellungen, Produkte, Käufer und Verkaufsförderungsaktionen bieten. Das Unternehmen wächst so schnell, dass es schon nächstes Jahr eine um das 30- bis 50-Fache vergrößerte Datenmenge verarbeiten muss, was mit Hilfe der Hochleistungsfunktionen von SAP HANA möglich wäre.
  • Zellkraftwerk trägt durch die Konstruktion eines Life-Sciences-Roboters oder „Cytobot“ zum Kampf gegen Krebs bei. Bei dieser Maschine handelt es sich um eine hochkomplexe Kombination von Biowissenschaften und Informatik. Sie dient dazu, unter Hunderten von Therapiekombinationen die richtige medizinische Strategie herauszufiltern, um Tumore zu bekämpfen. Ermöglicht wird dies durch eine Software, die die Vorgeschichte des Patienten und eine Gewebeprobe aus seinem Tumor mit den entsprechenden Angaben über andere Patienten vergleicht, die in einer riesigen Datenbank hinterlegt sind. Die beschleunigte Technologie versetzt Mediziner in die Lage, eine Probe auf bis zu 30 Biomarker zugleich zu untersuchen. Außerdem liefert sie Aufschluss über Zellstrukturen, Funktionen und Mechanismen, mit deren Hilfe weitere Biomarker für mögliche Therapien entdeckt werden können. Durch die Integration von SAP HANA in den Cytobot von Zellkraftwerk wird die Analyse der Zellen beschleunigt und auch qualitativ verbessert.

Rolf Schumann, Head of SAP HANA Business Development bei SAP Deutschland, bezeichnete die Ideen und Geschäftsmodelle, die auf dem Startup-Forum vorgestellt wurden, als qualitativ und quantitativ höchst bemerkenswert. „An den Lösungen vieler Teilnehmer beeindruckt mich vor allem, dass sie große, hervorragende Konzepte entwickeln, die mit der heutigen Technologie aber nicht umsetzbar sind. Daher kämpfen sie hier um den Zugang zu SAP-Technologie. Sie brauchen SAP HANA als Fundament ihres Geschäftsmodells.“

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