Windows 8: „Für’s Business gemacht“

Feature | 12. März 2013 von Andreas Schmitz 0

Tischner

Gotthard Tischner, cundus (Foto: cundus)

SAP.info: Herr Tischner, vor einem halben Jahr waren Sie davon überzeugt, dass Windows 8 anderen mobilen Betriebssystemen den Rang ablaufen wird. Denken Sie immer noch so?

Gotthard Tischner: Mein Eindruck ist, dass sich das bewahrheitet. Zugegeben: Man merkt, dass das Microsoft Surface noch nicht so rund läuft wie das iPad. Aber es ist ja auch das erste Release. Dagegen hat Apple schon einige Verbesserungszyklen hinter sich.

Sie arbeiten gerade an einem Proof of Concept für einen Dax-Konzern. Auch hier ziehen Sie zunächst einmal Microsoft in Betracht…

Ja, das stimmt. Wir entwickeln eine Idee, wie man das bestehende Berichtswesen mit einem Online-Berichtswesen vernetzen kann. Für die Online-Funktionalität nutzen wir in diesem Fall das neue SAP-Frontendtool SAP BusinessObjects Designstudio auf dem Surface.

Warum muss es das Surface und Windows 8 sein?

Zunächst einmal hat Microsoft das Gerät für Business-User gemacht. Microsoft nimmt die Bedürfnisse der Business-User ernst. Zudem ist die Basis für das Gerät ein Betriebssystem, das am Desktop, auf dem Laptop, dem Tablet und dem Telefon gleichermaßen läuft.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Flexible Mediennutzung mit dem Surface

 

Beim Surface und anderen Windows-8-Tablets ist es – anders als bei Apple- oder Android-Geräten – möglich, die Maus einzusetzen, man kann wählen zwischen der Kachelfunktion und der herkömmlichen Darstellungsweise. Der Eindruck entsteht, die Ingenieure konnten sich von gar nichts trennen…

Microsoft schreibt – anders als Apple – niemandem vor, wie die Welt zu funktionieren hat. Was ist das auf dem iPad für ein Gefummel, mit dem Finger den Cursor an die richtige Stelle im Text zu setzen. Da ist es doch sinnvoll, einen Cursor zu haben, einen Stift nutzen zu können und die Flexibilität zu haben, zwischen verschiedenen Medien zu wählen. Diese Flexibilität macht das Surface für den Business-Nutzer universeller. Beim iPad hat das gefehlt, weshalb ja auch ein eigener Zubehörmarkt dafür entstanden ist.

SAP-CIO Oliver Bussmann sieht im Surface eine Verschmelzung des Tablets mit dem Laptop …

Das ist so. Nehmen Sie das Office-Paket. Das können Sie auf dem Surface zuverlässig nutzen, während Sie sich in der Applewelt irgendwelcher Hilfsprogramme bedienen müssen, die häufig nicht hundertprozentig funktionieren – insbesondere was die Kompatibilität angeht. Letztlich ist das oft eine rudimentäre Unterstützung von Text-, Kalkulations- und sonstigen Programmen. Das ist beim Microsoft-Produkt anders.

Sie haben Ihre BI-App cundus cNews inzwischen auch als Windows-8-App entwickelt. So breit ist dieser Win8-App-Markt noch nicht. War es kompliziert, die App zu entwickeln und in den Microsoft Store zu bekommen?

Wir haben die Applikation für Windows 8 komplett neu entwickelt, besonders auch um uns vollständig in dessen neues Bedienkonzept zu integrieren. Vom Entwicklungsaufwand ist das vergleichbar mit einer App, die letztlich im App-Store von Apple zum Download bereit liegt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Brückenschlag zwischen Berichtssystem und Analysefunktionen

Was soll die App leisten?

Das Plus unserer App ist, den Brückenschlag zwischen dokumentenbasiertem Berichtssystem und Analysefunktionen im Livesystem des Unternehmens hinzubekommen. Dadurch entsteht ein Management-Informationssystem, das sowohl die wertvollen Analysen des Contollings als auch den Online-Zugriff auf Zahlen und Analysen zulässt. Und das machen wir nun auch in Zusammenarbeit mit SAP und etwa dessen neuen BI-Tool SAP BusinessObjects Designstudio.

Beim Logistikunternehmen Schindler hat man sich zunächst einmal dem Druck der Mitarbeiter gebeugt und iPads angeschafft. Erst wenn die abgeschrieben sind, kommen wieder andere Geräte wie das Surface in Betracht. Ist das iPad nicht schon derart in den Köpfen der Konsumenten, das ein anderes Gerät da kaum eine Chance hat?

Sie müssen sehen, dass es beim Einsatz von Tablets im Unternehmen vorrangig um Businessfunktionalitäten geht. Die Entscheidung für oder gegen ein Tablet ist also unweigerlich ein Infrastrukturthema.

Zudem dürfte den Mitarbeitern ein Umstieg auf ein neues Gerät deshalb besonders leicht fallen, weil sie auf ihrem Desktop die gleiche Oberfläche wählen können, die sie auch auf dem Tablet haben. Auch in der Nutzung der Programme, der möglichen Tastur, der Bedienung der Maus ist kaum eine Umgewöhnung nötig.

Am Ende entscheidet, dass das Gerät dem Unternehmen auch nutzt, es produktiver macht …

Viele wollen am Tablet nicht nur konsumieren, sie wollen damit auch aktiv arbeiten.

Letzte Frage: Welches Tablet haben Sie persönlich?

Ich nutze noch ein iPad, warte zugegebenermaßen allerdings gespannt auf den Verkaufsstart des Surface Pro in Europa.

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