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Erst mal eine Runde zocken

8. November 2016 von Celine Burgle, Patrick Robinson, Corinna Machmeier 0

Wie ein Computerspiel neuen Mitarbeitern den Einstieg erleichtert – und was einen guten Start außerdem ausmacht.

Caipei Song trat im August 2016 seine Stelle als Associate Developer an. Es ist sein erster Job nach dem Studium, und er ist mit Freude dabei. Aber bevor man Teil der SAP-Welt wird, erfährt man häufig einen Kulturschock. „Es war gar nicht so leicht, sich über das Unternehmen schlau zu machen. Ich wusste überhaupt nicht, wo ich anfangen sollte“, erinnert sich Caipei.

Hier greift das Global Development Program for Early Talents. “Early Talents“ sind von SAP eingestellte Studienabgänger mit höchstens zwei Jahren weiterführendem Studium und ohne Berufserfahrung. Diese können sich durch die Teilnahme am genannten Programm wichtiges Grundwissen zu SAP aneignen und ein Netzwerk bilden. SAP hat sein Angebot für die Neuzugänge inzwischen sogar „gamifiziert“.

Lernen mit Spaßfaktor

„Ich bin auch privat ein Gamer. Daher war ich sofort Feuer und Flamme für das SAP-Lernspiel. Im Gegensatz zu privaten Computerspielen geht es hier natürlich nicht nur um den Spaßfaktor, sondern man lernt auch was dabei“, meint Caipei.

Statt nur stur irgendetwas auswendig zu lernen, müssen die Spieler unterschiedliche Aufgaben meistern. Jede Aufgabe hat mit einem bestimmten Bereich zu tun und macht den Spieler auf diese Weise mit den SAP-Kunden dieser Bereiche vertraut.

Gleich bei der ersten Aufgabe geht es zum Beispiel ums Essen. In diesem Zukunftsszenario haben wir den Welthunger besiegt, und die Farm-to-Fork-Nahrungskette funktioniert reibungslos. Das Problem ist, dass die Nahrungsvielfalt drastisch abgenommen hat. Der Student muss nun herausfinden, warum und dafür sorgen, dass die Vielfalt an Nahrungsmitteln wieder zunimmt.

5 interessante Gaming-Fakten

  • Der Wert der Videospiel-Branche beläuft sich weltweit auf 70 Mrd. $.
  • „Atari“ ist japanisch und heißt „Erfolg“.
  • Pac-Man wurde vom Designer Toru Iwatani beim Pizzaessen erfunden.
  • Der durchschnittliche Gamer ist 31 und spielt seit 14 Jahren.
  • 48 % der Gamer sind Frauen.

Während des Spiels verdient man Punkte und Abzeichen. Innerhalb jeder Aufgabe lassen sich mit Extraspielen außerdem Zusatzpunkte sammeln. Damit es nicht zu einfach wird, sind manche Spiele versteckt, sodass man auf der Suche nach ihnen kreativ werden muss.

Die Spieler tauschen über Jam-Gruppen ihre Erfahrungen mit Kollegen aus oder nutzen Go-Dos (ein Go-Do kann beispielsweise ein kurzer Austausch mit dem Manager sein, um das Gelernte am Arbeitsplatz anzuwenden). Zurzeit gibt es 700 aktive Spieler.

Für Caipei ist das Lernspiel ein wichtiges Asset und kein Schnickschnack. „Es fällt mir schwer, mich hinzusetzen und zahllose Dokumente nach Informationen zu durchforsten. Ein Spiel ist viel spannender. Man kann im Verlauf des Spiels auch Puzzle und Rateaufgaben lösen oder sich Videos ansehen. Auch die Hintergrundgrafik ist ansprechend: eine virtuelles mikrobiologisches Zellsystem. Außerdem messe ich mich gerne mit anderen. Als ich gesehen habe, dass es eine Rangliste gibt, wollte ich natürlich ganz oben stehen.“

Teil eines großen Ganzen mit der Lernplattform

„Es gibt viele Annahmen in Bezug auf Millennials, was deren angebliche Ansprüche und Neigungen angeht“, sagt Jennifer Prevoznik, Global Head of Early Talent Acquisition. „Im Endeffekt möchten sie aber auch nichts anderes, als einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen, bei der sie für ihre Leistung Anerkennung finden. Unsere Aufgabe besteht darin, ihnen die Mittel und technischen Werkzeuge für einen erfolgreichen Start an die Hand zu geben.“

Der Einsatz von Spielen, um neuen Mitarbeitern ihre Firma näher zu bringen, mag ein Indiz für eine sich wandelnde Arbeitswelt sein. Dabei wird das Ermitteln der richtigen Lernplattform für die entsprechende Lernanforderung immer wichtiger. Die richtige Lernplattform alleine bringt es allerdings nicht. So meint Caipei, der es tatsächlich bis an die Spitze der Rangliste geschafft hat, dass ein Spiel kein Ersatz für den direkten Austausch mit Kollegen sei, aus deren Erfahrungen man lernt.

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