Geschäftsziele ausschlaggebend

Feature | 15. Dezember 2003 von admin 0

“Soll die IT-Strategie den Unternehmenserfolg fördern, muss sie auf die Geschäftsziele abgestimmt sein und wirksame Beschaffungs- und Sicherheitsmaßnahmen enthalten”, betonte Wolfgang Franklin, Vorstandsvorsitzender des CIOFORUM Deutschland e.V., in seiner Begrüßung. Wie Thomas Ochs, CIO der Villeroy & Boch AG, in seinem Vortrag verdeutlichte, ist dazu eine Transparenz auf allen Unternehmensebenen erforderlich: “Eine optimale IT-Strategie setzt eine klare Unternehmensvision und -strategie sowie eine eindeutige IT-Governance voraus.” Diese umfasse Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die sicherstellen, dass mit Hilfe der vorhandenen IT die Geschäftsziele abgedeckt, Ressourcen verantwortungsvoll eingesetzt und Risiken angemessen überwacht werden. Aus der klassischen Rolle der IT als Technologielieferant für andere Abteilungen erwachse die Prozessbeherrschung, die sich an den strategischen Unternehmenszielen orientiert.

Prozesswissen gefordert

Wie wichtig dabei eine systematische Kommunikation ist, zeigte der Vortrag von Achim Heidebrecht, Leiter Informationstechnologie von ProACTIV, der Management- und Verwaltungsgemeinschaft für Banken und Postorganisationsvertrieb: “Das Management der Erwartungshaltung ist das A und O in der Kommunikation zwischen Vorstand und IT.” Den IT-Mitarbeitern wiederum müssten die Veränderungen in den Arbeitsplatz- und Qualifikationsprofilen deutlich gemacht werden, die neben technischen Fähigkeiten zunehmend mehr Methoden- und Prozesswissen erfordern.

Stufenweise vorgehen

Wolfgang Franklin gab den Teilnehmern das Rüstzeug für die Entwicklung einer wirksamen IT-Strategie mit auf den Weg: “Identifizieren Sie strategische Themen, stellen Sie sicher, dass sich diese nicht in Konflikt mit anderen Unternehmensstrategien befinden, und sorgen Sie dafür, dass sie im Betrieb kommuniziert werden!” In einem ersten Schritt müssten Geschäftsstrategie, Geschäftsprozesse und Anforderungen an die IT analysiert und mit der aktuellen IT-Situation verglichen werden. Dann sei der Änderungsaufwand für die geplanten IT-Strategien und -Ziele zu formulieren und intensiv zu prüfen. Im Umsetzungsplan sollten schließlich Migrationsstrategie, strategische Projekte, Zeitplan, Kosten und Risikoanalyse enthalten sein.

Flexibler durch Sourcing

Dass das strategische Sourcing nicht nur ein großer Kostenhebel ist, verdeutlichte der Vortrag von Reinhard Eschbach, CIO Bayerische Hypo- und Vereinsbank: Zielgerichtete Beschaffungsmaßnahmen fördern Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und tragen zur Risikominimierung bei.
Dazu muss es klare Geschäftsaufträge geben, wie Eschbach an zwei Praxisbeispielen für die teilweise und vollständige Auslagerung von IT-Aktivitäten zeigte: “Die Anforderungen sind grundsätzlich vom Management zu formulieren und über die IT-Verantwortlichen an den Dienstleister zu übergeben.” Ebenso sei es notwendig, die Zusammenarbeit auf eine langfristige Partnerschaft auszulegen, während das Prozesswissen und das Management des Dienstleisters als Kernkompetenz im Unternehmen zu verbleiben haben.

Sicherheit ist Chefsache

Peter Vaterlaus, Chief Security Officer bei Swisscom IT Service, formulierte die Schlüsselfragen zur Umsetzung einer erfolgreichen IT-Sicherheitsstrategie: “Jedes Unternehmen muss klären, welche Risiken es eingehen, wie stark es die Nutzer kontrollieren und sein Netz abschirmen will.” Danach seien die technischen Schlüsselmaßnahmen zu bestimmen, zum Beispiel Systemverfügbarkeit und Manipulationssicherheit, Benutzerauthentisierung und Zugriffskontrolle für Netze und Systeme, Aufzeichnung zur Nachvollziehbarkeit und die Wiederherstellbarkeit. Allerdings gab Vaterlaus den Zuhörern zu bedenken: “80 Prozent der Störfälle haben nichts mit Technik zu tun: Security ist eine Frage der Aufmerksamkeit durch das Management und der Kommunikation.”
Als Vorsitzender des IT-Strategie Forums 2003 fasste Wolfgang Franklin zusammen: “Die Bandbreite der Vorträge belegt die Wichtigkeit des Themas. Informationstechnologie ist für Unternehmen als strategischer Wettbewerbs- und elementarer Produktionsfaktor bedeutsam und trägt in beiden Funktionen entscheidend zum Geschäftserfolg bei.”

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