Großhandel unter Wandlungsdruck

Feature | 15. Oktober 2008 von Neetin Datar, SAP AG 0

Drei Dinge sind aus SAP-Sicht für dauerhaften Erfolg wichtig:

  • Optimierung der Geschäftsprozesse
    Großhändler müssen schneller auf äußere Einflüsse reagieren können, dabei flexibel und innovativ sein und die Kosten möglichst gering halten. Deshalb müssen sie ihre Geschäftsprozesse automatisieren und vereinheitlichen. Das steigert die Kundenzufriedenheit und stärkt das Geschäft. Technologie spielt bei dieser Umwandlung zum „Echtzeitunternehmen“ eine zentrale Rolle.
  • Vorsprung sichern durch geändertes Geschäftsmodell
    Die wichtigsten Dienstleistungen des Großhandels (Abpacken kleiner Ware, lokale Lagerhaltung, Kreditverwaltung für Kunden) werden heutzutage von fast allen Unternehmen der Branche angeboten. Um sich abzusetzen, sollten Großhändler deshalb offen sein für innovative Profitmodelle. Dazu zählen Einzelhandelsmodelle, gebührenpflichtige Mehrwertdienste oder private Markenprodukte. Großhändler bieten ihren Kunden damit einen Mehrwert, der langfristig zu höheren Gewinnen führt.
  • Netzwerke nutzen = höherer Geschäftsnutzen
    Die angebotsorientierte Strategie ist tot, es lebe die nachfragegesteuerte Strategie! Sie hilft dabei, Lagerbestände zu verkleinern und die Kosten innerhalb des gesamten Geschäftsnetzwerkes zu senken. Entscheidende Bestandteile dieser Strategie sind ein reger Informationsaustausch und das Internet – eines der wichtigsten Servicewerkzeuge, denn der Kunde der Zukunft ist stets online.

Großhändler müssen sich deshalb wandeln – und Schritt für Schritt die Unternehmens-Reifekurve durchlaufen. Dabei werden vier Entwicklungsstufen unterschieden:

  • Stufe 1 – Unverbundene Unternehmen (Siloed Enterprise)
    – leiden unter zerstückelten, überflüssigen und manuellen Prozessen, die fehleranfällig, ineffizient und teuer sind.
    – können nur reagieren statt zu agieren.
    – müssen auf außergewöhnliche Leistungen von Einzelpersonen hoffen, was zu schwankender Kundenzufriedenheit und geringer Skalierbarkeit des Geschäftsmodells führt.
  • Stufe 2 – Integrierte Unternehmen (Integrated Enterprise)
    – nutzen Systeme, welche die Geschäftsprozesse innerhalb des gesamten Unternehmens automatisieren und vereinheitlichen.
    – setzen ihre Systeme gezielt ein, um optimal zu planen, einzukaufen, zu lagern und zu verkaufen. Gleichzeitig steigern sie dabei noch die Transparenz und Produktivität im Unternehmen.
    – können agieren und stellen ihre Kunden mit pünktlichen Lieferungen und minimaler Fehlerquote zufrieden.
  • Stufe 3 – Erweiterte Unternehmen (Extended Enterprise)
    – haben nicht nur übergreifende Geschäftsprozesse innerhalb des Unternehmens integriert, sondern auch externe Geschäftspartner an die eigenen Systeme angebunden. Dies führt zu einem besseren Informationsaustausch und lässt steigende oder sinkende Nachfrage schneller erkennen.
    – profitieren von zufriedenen Kunden, die dem Unternehmen vertrauen.
  • Stufe 4 – Vernetzte Unternehmen (Networked Enterprise)
    – haben innerhalb des Geschäftsnetzwerkes vollständig kompatible Lieferketten.
    – konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft und beauftragen Partner mit Arbeiten, die nicht wettbewerbsentscheidend sind.
    – bilden flexible Bündnisse mit Partnern, die dem Kunden maximalen Nutzen und den Unternehmen selbst profitables Wachstum verschaffen.

SAP-Untersuchungen zeigen, dass sich die meisten Unternehmen zwischen Stufe eins und Stufe zwei befinden. Einige Vordenker-Firmen schicken sich schon an, Stufe drei zu erreichen.

Erfolgsstory Tallard Technologies

Neetin Datar, SAP AG


Dass man die Unternehmens-Reifekurve erfolgreich erklimmen kann, zeigt der U.S.-amerikanische Großhandelsgigant Tallard Technologies. Mit der Lösung SAP for Wholesale Distribution vernetzt der Konzern seine bis vor kurzem noch isolierten Prozesse. Die SAP-Lösung bietet integrierte Geschäftsprozesse für eine bessere Leistung in Funktionen wie Finanzwesen, Vertrieb, Lagerverwaltung, Logistik, Planung und Beschaffung. Tallard kann heute mit einem halb so großen Lagerbestand Kundenaufträge doppelt so schnell bearbeiten. Zudem hat die Firma ihren Lagerumschlag um rund 60 Prozent gesteigert. Die verbesserte Lieferkette bescherte Tallard zufriedenere Kunden und mehr Aufträge.

Wandel jetzt und in der Zukunft gestalten

SAP verpflichtet sich, auch weiterhin in die Großhandelsbranche zu investieren und das Konzept der serviceorientierten Architekturen (SOA) sowie die Plattformen für Geschäftsprozesse ständig weiterzuentwickeln. So profitieren Großhändler heute und in Zukunft von modernen Systemen, die

  • sie nahtlos in ihr Geschäftsnetzwerk integrieren können,
  • sich veränderten Rahmenbedingungen anpassen und
  • die eine einträgliche Beziehung zwischen Handelspartnern ermöglichen.

Stufe vier erklimmen, Vorsprung sichern

SAP rät Großhändlern, den Wandel bis hin zu Stufe vier zu vollziehen, um sich langfristig am Markt durchzusetzen. In dieser Stufe konkurrieren nicht mehr Großhändler, sondern Großhandelsnetzwerke miteinander. Wer Stufe vier früher erreicht, wird aus diesem Konkurrenzkampf als Gewinner hervorgehen.

Neetin Datar ist Senior-Direktor des Produktmarketings für die Großhandelsbranche bei SAP. Seit 18 Jahren beschäftigt er sich mit ERP-Software, Welthandel, Lagerverwaltung und Absatzmärkten. Datar arbeitet seit 1994 bei SAP und ist ein gefragter Sprecher auf Industriekonferenzen, einschließlich SAPPHIRE, ASUG und Konferenzen für Beschaffungsmanagement.

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