Software für den Großeinkauf

Feature | 17. März 2011 von Christiane Stagge 0

Lieferketten und Transportwege: Im Großhandel kommt es auf die richtige Mischung an. (Foto: Fotolia)

Frische Ware, optimale Transportwege: Software regelt Großhandel (Foto: Fotolia)

Anschaffen, aufbewahren, ausliefern – Großhandelsunternehmen kaufen Produkte von Herstellern, um diese mit Gewinn an Einzelhändler weiterzuverkaufen. Im Mittelpunkt der Geschäftsabläufe stehen Lieferantenbeziehungen, Lieferkettenmanagement und Lagerhaltung.

Aber nicht nur Prozesse wie Kundenbeziehungsmanagement, Buchhaltung und Logistik – auch Technologien wie RFID, die Warenkennzeichnung mittels Funkchips,  spielen im Großhandel eine Rolle.

Die SAP-Software für den Großhandel deckt verschiedene Geschäftsabläufe  ab. Diese sind in der Lösung entweder vorkonfiguriert, beispielsweise in der klassischen ERP-Software oder in Business All-in-One als Best Practices for Wholesale Distribution.

Folgende Softwarepakete und Applikationen gibt es von SAP für den Großhandel:

  • SAP Demand and Supply Planning for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Extended Manufacturing for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Extended Procurement for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Extended Sourcing for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Extended Warehouse Management for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Forecasting and Replenishment for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Marketing for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Sales for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Supplier Relationship Management for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Supply Network Collaboration for Retail and Wholesale Distribution
  • SAP Transportation Operations for Retail and Wholesale Distribution

Die Software ist speziell für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Industriegüterproduktion sowie für die Herstellung von Medizin- und Gesundheitsprodukten konzipiert.

Als technische Grundlage dient SAP NetWeaver. Mit Hilfe der Technologieplattform können Admins die Software mit eigens programmierten Anwendungen verbinden, IT-Systeme integrieren und Stammdaten verwalten.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Von der Lieferkette bis zur Lagerhaltung: Die wichtigsten Funktionen

Von der Lieferkette bis zur Lagerhaltung: Die wichtigsten Funktionen

SAP for Wholesale Distribution hilft Großhandelsunternehmen bei der Beschaffung und Planung, beim Verwalten ihrer Logistikkette, bei Verkaufsvorgängen und der Unternehmensführung. Außerdem bietet SAP for Wholesale Distribution zusätzliche Funktionen.

Der Bereich „strategische Planung“ und „Beschaffung“ umfasst Tätigkeiten wie Bedarfs- und Transportplanung, Lieferantenmanagement, Einkauf und Rückvergütungsmanagement. Die Software hilft dem Anwender dabei, Lieferanten für das entsprechende Produkt auszuwählen, Distributions- und Transportnetze zu gestalten, Transportkapazitäten zu verwalten, Lieferketten zu steuern und zu bewerten, aber auch Änderungen innerhalb der Lieferkette zu simulieren.

Innerhalb der Logistikkette spielen Eingangs- und Ausgangslogistik eine Rolle. Auch Lager- und Bestandsverwaltung, Transportmanagement und die Nach- und Rückverfolgung innerhalb der Logistikkette sind von Bedeutung. Vertragsverwaltung und Bestellbündelung gehört ebenfalls zum Lieferantenmanagement.

Bestandsführung, Rabatte und Co.

Mit SAP for Wholesale Distribution kann der Nutzer eine doppelte Bestandsführung in verschiedenen Mengeneinheiten durchführen. Die Funktion „Supplier-Managed  Inventory“ zeigt dem Nutzer, wann Lagerbestände wieder aufgefüllt werden müssen. Außerdem werden mit dieser Funktion Rückvergütungsprozesse abgewickelt beziehungsweise  Preisvereinbarungen und periodische Rabatte verwaltet.

„Supply Chain Execution“ hilft beim Managen der Ein- und Ausgangslogistik, der Lagerverwaltung, Bestandsführung, der Einhaltung von Außenhandelsbestimmungen sowie Zollabwicklungen.

Im „Order-to-Cash-Management“ laufen sämtliche Verkaufsvorgänge ab. Dazu gehören Auftragsverarbeitung, Kundenbeziehungsmanagement, Rechnungsstellung, Inkassomanagement sowie Management von Kundenvereinbarung. Bietet die Firma einen Online-Shop an oder wickelt sie Verkaufsprozesse über ein Call Center ab, bildet die SAP-Software diese Vorgänge ebenfalls ab.

Für die Unternehmensführung bietet SAP for Wholesale Distribution Analysefunktionen, vorgefertigte Berichte, Reisekostenabrechnungen und Qualitätsmanagement an.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: In-Memory-Technologie,  BI und Sustainability – das ist neu bei SAP for Wholesale Distribution

Von Web 2.0 bis BI – das ist neu bei SAP for Wholesale Distribution

Mitarbeiter bewerten, für Fortbildungskurse anmelden und Zielvereinbarungen verwalten – für Personalabteilungen kommen demnächst Funktionen für das Talentmanagement hinzu.

Um Regelungen und Gesetze einzuhalten, erhalten Finanzabteilungen Funktionen aus dem BusinessObjects Portfolio for GRC.

Die Material- und Katalogsuche soll ebenfalls optimiert werden. Das hat vor allem bei saisonalen Beschaffungen Vorteile und garantiert eine schnellere und flexiblere Suche. Im One-Step-Buying-Szenario können Nutzer nach Lieferantenprodukten suchen und diese im zentralen Katalog ihres ERP-System einspeisen. Veränderungen innerhalb der Lieferkette sollen sofort sichtbar gemacht werden, damit der Mitarbeiter sofort darauf reagieren kann. Daran anknüpfend, sollen Fahrtenplanungen automatisch durchgeführt werden können.

Auch im After-Sales-Service sind Verbesserungen geplant: Dies betrifft Reklamationen und Warenrücksendungen. Der Mitarbeiter kann die entsprechenden Änderungen direkt von SAP for Wholesale Distribution in SAP CRM einspeisen.  Außerdem lassen sich künftig bei Reparaturen entsprechend verschiedene Services-Level zuordnen.

In-Memory-Technologie macht künftig Auswertung in Echtzeit möglich, da Daten statt in der Datenbank im Arbeitsspeicher vorgehalten werden. Für die Großhandelssoftware greift diese Errungenschaft insbesondere beim Bestellprozess:  So kann der Call-Center-Mitarbeiter künftig Angebote in Echtzeit präsentieren und diese stets veränderten Parametern anpassen.

Mehr Kunden mit Facebok und Twitter

Web 2.0- Anwendungen kommen besonders dem Kundenbeziehungsmanagement zu Gute: Über Twitter, Facebook und Co. haben Marketingmitarbeiter die Möglichkeit herauszufinden, was Kunden von den Produkte halten und an welchen Stellen es Probleme gibt. Twitter hat sich dabei schon bei vielen Unternehmen als praktischer Support-Kanal erwiesen. Mit nur wenigen Zeichen können Mitarbeiter sofort auf Probleme reagieren und die Lösung in nur wenigen Sekunden online veröffentlichen.

Mit einer Facebook-Fanpage können Unternehmen zusätzlich ihre Kunden binden beziehungsweise neue Interessenten gewinnen.

SAP for Wholesale Distribution wird künftig Web 2.0-Features abbilden. Dadurch können Kanäle wie Twitter und Facebook direkt über die Eingabemaske der Software bedient werden.

Auch der Umweltschutzaspekt wird künftig nicht vernachlässigt: Mit den neueren Versionen von SAP for Wholesale Distribution ist es Nutzern möglich zu messen, wie nachhaltig ihre Lieferkette ist und an welchen Stellen es sich lohnt, den Transportweg von der Straße auf die Schiene zu verlegen.

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