Gute Chancen für Softwareentwickler und SAP-Experten

Feature | 13. Oktober 2003 von admin 0

Experten mit engem Blickwinkel haben ausgedient. Der Trend auf dem IT-Arbeitsmarkt geht zum zertifizierten Spezialisten mit einem breiten, Themen übergreifenden Wissen rund um die Informationstechnologie. Gefragt sind beispielsweise Softwareentwickler, die außer Programmier-Kenntnissen Know-how in den Fachgebieten Systemsoftware oder Datenbanken vorweisen können. Schlechter sieht es hingegen für diejenigen Arbeitssuchenden aus, die nicht über eine formale Qualifikation verfügen. Inzwischen liegt im IT-Umfeld der Anteil der Stellenanzeigen, in denen ein Studium verlangt wird, je nach Berufsbereich zwischen 55 Prozent und 65 Prozent. Eine Ausnahme ist der Bereich Service/Support, in dem nur in 39 Prozent aller Anzeigen eine akademische Ausbildung verlangt wird.

CDI

CDI

Dies geht aus einer Analyse des deutschen IT-Stellenmarkts hervor, die der Anbieter von IT-Weiterbildungen CDI Deutsche Private Akademie für Wirtschaft GmbH für 2003 erstellt hat. CDI wertete für die Studie die Stellenanzeigen aus 16 Tageszeitungen, drei Fachzeitschriften und aus den fünf größten Online-Jobbörsen aus. “Die CDI Stellenmarktanalyse 2003 zeigt, dass fundiert ausgebildete IT-Spezialisten nach wie vor gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Um für die wachsende Nachfrage nach IT-Fachkräften gerüstet zu sein, müssen wir in Deutschland vorausschauend qualifizieren”, lautet das Fazit von Rolf Scheuring, Geschäftsführer von CDI. Er sieht gute Berufsaussichten für IT-Spezialisten: “Der IT-Arbeitsmarkt zieht schon jetzt wieder an. Einige Gründe dafür sind die positive Entwicklung in der Mobilfunkbranche sowie der Investitionsrückstand in den Bereichen IT-Security und E-Government.”
Mit 6,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2002 spielt der Informations- und Telekommunikationsmarkt (ITK) eine wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft. Die ITK-Branche ist mit rund 784.000 Beschäftigten nach dem Maschinenbau und der Elektrotechnik der zweitgrößte arbeitgebende Wirtschaftszweig.

Script- und Markup-Sprachen auf dem Vormarsch

Dominiert wird der IT-Arbeitsmarkt weiterhin von den so genannten IT-Kernberufen, zu denen etwa Softwareentwickler, Datenbank-Spezialisten, Netzwerkadministratoren, IT-Berater und Servicemitarbeiter gehören. 78 Prozent aller IT-Stellenanzeigen entfielen auf dieses Segment. Im Jahr 2002 lag der Wert noch bei 84 Prozent.

Gefragtes Know-how bei Programmierern

Gefragtes Know-how bei Programmierern

Softwareentwickler und Programmierer sind hier wie schon im Jahr 2002 mit einem Anteil von 30 Prozent die am stärksten gefragte Berufsgruppe. Dabei werden bei fast 80 Prozent aller zu besetzenden Stellen Kenntnisse in Programmiersprachen wie C++/Visual C++, Java, C, SQL oder Visual Basic .net verlangt. Eine zunehmend wichtige Rolle spielen die Skript- und Markup-Sprachen, insbesondere XML, gefolgt von HTML und Perl: In fast einem Drittel der Anzeigen setzen Arbeitgeber entsprechendes Know-how voraus. Die zweite Position bei den IT-Kernberufen nehmen die Angebote für IT-Organisation/-Beratung/-Projekte ein. Ihr Anteil an den Stellenanzeigen liegt bei 25 Prozent, ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2002 mit 23 Prozent. In diesem Bereich wird bei 78 Prozent der Stellen ein Studium erwartete, vor allem der Wirtschaftsinformatik sowie der Betriebswirtschaft/Volkswirtschaft. Darüber hinaus kommt es auf ein breit gefächertes Wissen an. Am wichtigsten sind die Themen Datenbanken und Systemsoftware (Windows und Unix) sowie Telekommunikations-Know-how und Erfahrungen mit Programmiersprachen.
Der Stellenmarkt für Netzwerk- und Betriebssystem-Spezialisten ging von 23 Prozent im Jahr 2002 leicht auf 21 Prozent zurück. Gefragt ist hier Windows- (62 Prozent) und Unix-Expertise (58 Prozent). Know-how in Groupware-Technologien wird in 16 Prozent aller Anzeigen erwartet. Dabei setzte sich der Microsoft Exchange Server an Lotus vorbei an die Spitze.

Überdurchschnittlich hohe Anforderungen an SAP-Experten

Die IT-Mischberufe, bei denen anwendungsbezogene Qualifikationen im Vordergrund stehen, haben ihren Anteil von 17 Prozent im Jahr 2002 auf jetzt 22 Prozent ausgebaut. Hier nehmen die offenen Stellen für SAP-Experten mit Abstand den größten Raum ein. Spezialisten in Sachen SAP wurden in 92 Prozent der Anzeigen für IT-Mischberufe gesucht. Insgesamt richtete sich ein Fünftel aller IT-Stellenanzeigen an SAP-Spezialisten, ein deutlicher Zuwachs gegenüber Jahr 2002 mit 13 Prozent. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Das SAP-Umfeld ist ein stetig wachsender Berufsbereich. Gesucht werden vor allem SAP-Berater/-Projektleiter mit 54 Prozent sowie SAP-Anwendungsentwickler (21 Prozent). Im Vergleich zu 2002 haben sich die offenen Stellen für SAP-Systemberater/-Administratoren verdoppelt, ihr Anteil an den SAP-Stellenanzeigen liegt mittlerweile bei 19 Prozent.

SAP-Stellenmarkt

SAP-Stellenmarkt

Bei fast 60 Prozent der offenen Stellen für SAP-Experten erwarten Arbeitgeber Kenntnisse der “klassischen” SAP-Anwenderkomponenten, stark nachgefragt sind besonders die Funktionalitäten Finanzwesen (FI), Controlling (CO), Vertrieb (SD) und Materialwirtschaft (MM). Die neueren Anwendungen als Grundlage für elektronische Geschäftsprozesse, allen voran SAP Business Information Warehouse (SAP BW) mit 19 Prozent (Vorjahr: neun Prozent), werden wie schon im Vorjahr in einem Drittel der Stellenanzeigen im SAP-Umfeld genannt.
Im Bereich SAP stellen Arbeitgeber überdurchschnittlich hohe Anforderungen an die Qualifikation der Bewerber: So wird in 63 Prozent der Anzeigen ein Studium erwartet. Zudem sollten Bewerber je nach Stelle nicht nur über SAP-Know-how, sondern auch über Kenntnisse in Java, Datenbanken, Betriebssysteme, Data Warehouse und Customer Relationship Management verfügen.

Team- und kommunikationsfähige Bewerber gesucht

Neben den fachlichen und formalen Qualifikationen sind in 78 Prozent der IT-Stellenanzeigen auch so genannte Schlüsselqualifikationen gefragt. Die Bedeutung der “weichen” Qualifikationen ist somit gegenüber dem Vorjahr mit 76 Prozent erneut leicht gestiegen. Im Durchschnitt nennt jede Stellenanzeige zwei bis drei dieser Persönlichkeitsmerkmale. Arbeitgeber legen vor allem Wert auf Teamfähigkeit, gefolgt von Kommunikationsfähigkeit. Diese Eigenschaften werden in jeder zweiten beziehungsweise jeder dritten Anzeige gewünscht, Erfolgsorientierung und Flexibilität schließen sich an.
Die “CDI Stellenmarktanalyse 2003” mit zahlreichen Grafiken ist als Broschüre und auf CD-ROM kostenlos bei CDI erhältlich oder lässt sich im Internet unter http://www.arbeitsmarkt.cdi.de herunterladen.

Dietrich M. Scheringer

Dietrich M. Scheringer

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