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Handel: Drei Digitalisierungsszenarien zum Anfassen

Feature | 23. Juni 2016 von Andreas Schmitz 0

Live-Wissen für den Einzelhändler, ein IoT-Miniatur-Shop für Zukunftsszenarien und ein virtueller Einkaufskorb: Anhand von drei Beispielen zeigt SAP auf dem SAP-Forum für den Handel, welches Potenzial in der Digitalisierung steckt.

Neue Technologien für den Handel sind gefragt: Wie eine aktuelle Untersuchung des EHI Retail Institutes zeigt, werden immer mehr digitale Technologien im Handel eingesetzt werden. Bei 72 Prozent der befragten Einzelhändler sind etwa Beacons entweder bereits im Einsatz oder aber geplant. Sie senden dem Kunden im Laden auf ihn zugeschnittene Informationen über Aktionen und Angebote. Fast so begehrt sind mobile Zahlungssysteme, die bei 62 Prozent der Händler die Barzahlung ersetzen sollen. Eigene Apps, digitale Preisschilder und der digitale Bon sind weitere Ansätze, die mehr und mehr Einzug halten bei den Einzelhändlern.

Wie konkrete Lösungen die digitale Transformation im Einzelhandel voranbringen, zeigt SAP mit drei Beispielen in der Ausstellung des SAP-Forums für den Handel, das am 6. und 7. Juli 2016 in Mannheim stattfindet.

1. Der Live-Einzelhändler:

Einmal via App registriert steht dem individuellen Mixgetränk nichts mehr im Wege. Auf Basis individueller Vorlieben bekommt der Kunde Produktvorschläge am interaktiven Screen– im Webshop oder in der Filiale. Nach der Produktauswahl kann der Kunde mithilfe des QR-Codes sein personalisiertes Smoothie an der Smart Vending Machine abholen. Die Idee bietet einerseits dem Kunden „sein“ Produkt, andererseits wissen die Verkäufer und Filialmanager dank der digitalisierten Prozesse schnell, welcher Mix in welcher Filiale am beliebtesten ist. Doch die Analyse der einkaufenden Kunden im Laden geht über die Smart Vending Machine hinaus. Der Filialleiter erfährt, wann die meisten Kunden kommen und an welchen Regalen sie sich am längsten aufhalten. Er ist in der Lage, zu prognostizieren, welche Einflüsse das Wetter oder die Fußballeuropameisterschaft auf potenzielle Einkäufe haben wird und kann so zielgerichtetere Angebote machen und seine Umsätze steigern.

2. Miniatur Shop mit IoT-Sensorik:

Das Internet der Dinge steht im Mittelpunkt des IoT-Filialmodells aus dem SAP Retail Innovation Lab in St. Ingbert. Das bildet eine typische Filiale ab und fungiert als „Spielwiese“ für technologische Vordenker. So haben die Retail-Experten aus der Beratung, Produktentwicklung und dem Custom Development die SAP HANA Cloud Platform dafür genutzt, diverse Daten, die sie über die Messsensorik empfangen, in Echtzeit auszuwerten und zu analysieren. Zieht ein Kunde seinen Einkaufswagen über die Ladenschwelle, sendet ein Sensor im Wagen kontinuierlich Ortsinformationen. Er zeichnet so den Weg nach, den der Kunde zurücklegt, registriert, wie lange er im Laden blieb, wo er sich lange aufgehalten oder nicht den direktesten Weg genommen hat, um seinen Wunschartikel zu finden. Nimmt er etwas aus dem Regal oder von dem Warenträger, wird auch das über einen RFID-Chip registriert. Sobald der Bestand sehr gering wird, bekommen die Mitarbeiter eine Information darüber, wo sie Artikel wieder auffüllen müssen. Doch das sind erst die ersten Ideen, denen die „Miniaturladenforscher“ mit Playmobilfiguren bisher nachgegangen sind. Weitere Informationen und ein Video zum Thema.

Zusammen mit den Hardwareanbietern bieten wir schon heute Projektansätze, die jederzeit live gehen können. (Oliver Reulmann, strategischer Architekt in der Beratung für die SAP HANA Retail Platform über die IOT-Filiale).

3. Infinite Cart:

Der „virtuelle Einkaufskorb“ hat das Ziel, Kunden das Einkaufen zu erleichtern. Denn allzu oft gehen sie aus dem Laden und haben schon wieder den Namen des Produktes vergessen, das doch eigentlich ganz interessant zu sein schien. Zudem weiß der Einzel- und auch Großhändler nichts über die Interessen des B-to-C- bzw. B-to-B-Kunden. Das soll sich mittels Infinite Cart ändern. Bei Betreten des Ladens kann sich der Kunde ein kleines Handgerät nehmen, mit dem er sich jene Produkte per Near Field Communication (NFC) markieren kann, die ihm aufgefallen sind. Mit diesem „Token“ geht er auf einen Mitarbeiter der Filiale zu und lässt sich zielgerichtet weitere Informationen geben. Oder er druckt einen QR-Code als Resümee des Ladenbesuchs aus. Nach Scan des QR-Codes erscheint die persönliche Liste der vorausgewählten Produkte auf dem Smartphone oder dem eigenen Rechner. Sollte er sich später für das Produkt entscheiden, bestellt er oder ein beauftragter Dienstleister es über den Online-Shop. Der Hauptvorteil für den Händler: Der ehemals anonyme Kunde bekommt ein individuelles Profil – und der Händler damit die Chance, langfristig Interessen zu analysieren und Angebote besser auf ihn abzustimmen. Besonders dient der Infinite Cart jedoch dazu, die physische mit der Online-Welt zu verbinden, ist also ein weiteres Instrument für eine moderne Omnichannel-Strategie – im Einzel- wie im Großhandel.

Informationen: Hier geht es zur Agenda des SAP-Forums für den Handel am 6. und 7. Juli in Mannheim.

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