Hansgrohe optimiert Produktionsdaten mit RFID

Feature | 5. Januar 2009 von admin 0

Die Einführung der Radio Frequency Identification (RFID) bei dem Bad- und Sanitärspezialisten erfolgte in zwei Schritten – für die Umsetzung zeichnete der SAP-Partner Freudenberg IT verantwortlich.

Produktinformationen in Echtzeit

RFID-gestützter Kanban-Prozess
Kanban ist ein Verfahren zur Steuerung von Produktion und Materialfluss, basierend auf dem physischen Materialbestand. Im RFID-gestützten Kanban-Prozess werden alle Kanban-Behälter (Transportboxen) oder Kanban-Karten mit eindeutig identifizierbaren und wieder verwendbaren Tags ausgestattet. Erfasst ein RFID-Lesegerät einen Behälter, so wird eine vorkonfigurierte Aktion ausgelöst. Die gelesenen RFID-Daten werden von SAP Auto-ID Infrastructure, einer Komponente von SAP NetWeaver, an das SAP-Backendsystem übertragen. Je nach Aktion wird dort der Nachschub angestoßen bzw. der Wareneingang gebucht. Gleichzeitig wird der Status des Kanbans aktualisiert, so dass die aktuelle Situation jederzeit im System dargestellt wird.

Im ersten Schritt stattete Freudenberg IT einen bestehenden Kanban-Prozess zwischen dem Produktionsstandort in Schiltach und dem Offenburger Logistikzentrum mit der RFID-Technologie aus. Dazu wurden alle zwischen Produktion und Lager im Umlauf befindlichen Kanban-Karten mit RFID-Chips ausgestattet. Diese, mit allen Warendaten versehenen Karten, werden jeder Transportbox beigelegt. Am Bestimmungsort werden sie gesammelt und anschließend per Tunnelleser in wenigen Sekunden ausgelesen. In nur einem Lesevorgang werden die Daten von hunderten Kanban-Karten erfasst und in die Fertigung zurückgemeldet.

Durch die vollständige Integration in SAP Auto-ID Infrastructure werden alle Nachrichten in Echtzeit an das SAP-Backendsystem gesendet. Die Fertigung kann die Informationen direkt berücksichtigen und Fertigungsaufträge oder Nachbestellungen auslösen. Der automatisierte Prozess vermeidet Fehler durch manuelle Buchungen und erhöht die Qualität der Fertigung durchgängig.

Genau dimensioniertes Lagermanagement

Im zweiten Schritt realisierte Hansgrohe mittels RFID ein schlankes, automatisiertes Lagermanagement. Die Einlagerung der Produktpaletten erfolgt über Förderbänder, die mit Lesegeräten versehen sind. Diese zeichnen alle Daten der mit RFID-Funkchips ausgestatteten Waren auf und übermitteln sie via Funktechnologie in das SAP-System.

„Mit der Integration der RFID-Technologie in unser SAP-System bekommen nun Produktions- und Logistikplaner sämtliche Produktionsdaten in Echtzeit, ohne unsere Geschäftsprozesse neu modellieren zu müssen“, so Frank Semling, Leiter Geschäftsprozesse/IT bei Hansgrohe.

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