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„Härteprüfung“ hat begonnen – der zweite Integrationstest

Blog | 9. November 2015 von Georg Reich 0

#SAPLIVEBLOG Der zweite Integrationstest ist in vollem Gange. Trotz bestmöglicher Vorbereitungen sind Nacharbeiten nötig.

Zugegeben: Ein bisschen mutig war es schon, die Implementierung noch nicht ganz abgeschlossen zu haben und mit dem zweiten Integrationstest zu beginnen. Das Ideal ist, zu Testbeginn einen kompletten Entwicklungsstopp einzulegen, damit die Ergebnisse des Tests auch valide sind. Allerdings betrafen die ersten beiden der insgesamt 30 Testszenarien nicht die Bereiche, an denen noch leichte Anpassungen vorgenommen werden mussten. Deshalb haben wir schon mal mit dem Testen begonnen.

Szenario 1: Die Kostenstellenplanung

Zum ersten Szenario: Die Kostenstellenplanung lief wie erwartet ab – ohne Fehler und mit dem erwarteten Ergebnis.

Szenario 2: Die Produktkostenkalkulation

Beim zweiten Szenario – der Produktkostenkalkulation, in der es darum geht, die möglichst exakten Kosten für ein Produkt bestimmen zu können – sah es allerdings etwas anders aus: Diese Berechnung hat zwar technisch gut funktioniert, die Stammdaten waren allerdings noch nicht ausreichend gut aufeinander abgestimmt und die Ergebnisse deshalb noch nicht zu hundert Prozent plausibel. Preise, Leistungen, Mengen, Tarife: Diese Informationen (oder Stammdaten) sind nötig, um letztlich den Preis eines Produktes exakt berechnen zu können. Kleine Fehler können teilweise große Auswirkungen auf den berechneten Gesamtpreis haben. Hier ist noch etwas Arbeit nötig, das Netzwerk an Stammdaten zusammenzufügen.

Mir war schon bewusst, dass so etwas passieren kann: Nacharbeiten sind hier nicht selten, teilweise sogar längerfristig nötig. Hinzu kommt bei uns, dass das aktuelle System keine Produktkostenkalkulation „kann“ und die Produktpreise teilweise noch mit Excel gerechnet werden. Mit dem neuen ERP-System wird es sozusagen erstmals einen Referenzwert für alle künftigen Berechnungen geben. Umso wichtiger ist, dass er so präzise wie möglich ist.

Zudem geht die SAP wissenschaftlich an das Thema heran. Das Prinzip basiert auf der so genannten Grenzplankostenrechnung, die der Wirtschaftswissenschaftler Wolfgang Kilger und Unternehmensberater Hans-Georg Plaut vor Jahren entwickelt haben. Dessen Ziel ist es, kurzfristige Planungs- und Entscheidungsprozesse eines Betriebes mit relevanten Kosteninformationen zu versorgen (exakte Definition siehe Wikipedia). Es kam bereits in der zweiten Generation der ERP-Software von SAP, SAP R/2, zum Einsatz und wurde für SAP R/3 perfektioniert. Diese Herangehensweise ist für uns zwar nicht neu, aber eine große Herausforderung.

Szenario 3: Anbindung des Produktionssystems Qualifax

Als nächstes Szenario steht die Anbindung von Qualifax an, das die brauereispezifischen Prozesse in der Produktion abdeckt. Wir sind hier zwar nicht Pionier in unserer Branche. Trotzdem bin ich gespannt, ob die Schnittstelle zum neuen ERP so funktioniert, wie wir uns das vorstellen.

Bis zum 21. November wollen wir alle 30 Szenarien – also die End-to-End-Prozesse in den verschiedenen Varianten – getestet haben. Danach bleiben uns noch sechs Wochen für die Schulung der Mitarbeiter, die Datenmigration und nicht zu vergessen die Maßnahmen im Change Management. Es bleibt spannend.

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1 comment

  1. Michael Ghezzo

    Beeindruckende Offenheit und Einblick in die ERP Einführung! Chapeau! Sehr interessant zu verfolgen!

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