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Hier machen Roboter die Schmutzarbeit

6. November 2015 von Judith Magyar 0

Brasilianisches Unternehmen entdeckt die Vorteile des Internets der Dinge und verwirklicht mit SAP-Lösungen das CRM der Zukunft.

Sicherheitsschlösser werden schon seit Pharaonenzeiten genutzt, um Besitz zu schützen – damals bearbeiteten jedoch noch Sklaven das Metall. Die industriellen Fertigungsprozesse von heute hingegen laufen mit höchster Geschwindigkeit und sind sehr gefährlich. Deshalb entschied sich PADO, ein brasilianischer Hersteller von Tür- und Vorhängeschlössern, sechs Roboter für seine Fertigungsanlage anzuschaffen.

„Wir sind sehr um die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter bemüht“, erklärt Matheus Hirata, Leiter von Infrastructure PADO. „Roboter sind sehr teuer. Wir setzen sie nur dort ein, wo sie die Sicherheit und Produktivität wesentlich verbessern.

Für den Produktionsbereich heißt das: Anpassen oder untergehen

 

Neben dem Sicherheitsaspekt, muss jede Fertigungsumgebung kontinuierlich überwacht und gemessen werden, um die Produktivität zu steigern – quasi eine Big-Data-Goldgrube. „Die konfigurierbaren Fertigungsansätze von SAP erlauben es uns, dynamisch zu reagieren. Bei rund 1.000 arbeitenden Maschinen im Werk, merkt man manchmal nicht sofort, wenn eine davon störanfällig ist. Jetzt allerdings schickt das System sofort eine Warnmeldung an die Vorarbeiter. Wenn die Maschine nicht innerhalb einer Stunde gewartet wurde, sendet das System eine weitere Warnmeldung – diesmal an den Geschäftsführer des Unternehmens“, erläutert Hirata.

Alle maschinellen Daten von PADO, darunter die Temperatur des Öls oder die Maschinentaktzahl, werden gesammelt und auf der SAP-HANA-Plattform analysiert. Die Daten sind über Bildschirme im ganzen Produktionsbereich ersichtlich. Damit wird eine vorbeugende Instandhaltung in Echtzeit gewährleistet. Sollte ein Kunde ein defektes Produkt zurückgeben, kann der Produktionsablauf zurückverfolgt und so die störanfällige Maschine gewartet werden, um künftig Fehler zu vermeiden.

„SAP MII verbindet unseren Produktionsbereich mit unserem ERP-System, bei dem wir schon seit Jahren auf SAP setzen“, berichtet Andrea Gardemann, Industriekauffrau bei PADO. „Wir können nun Einstellungen von der Zentrale aus vornehmen, ohne die Produktion unterbrechen zu müssen. Da alles auf der Cloud-Lösung basiert, kann man von überall, auf jedem Gerät auf die Daten zugreifen. Die Dauer der Entscheidungsfindung hat sich um 50 Prozent reduziert. Die SAP-Tools ermöglichen uns außerdem, die Daten in vielen verschiedenen Formaten einzusehen. Maschinenbediener können die Designs der Schlösser direkt an ihrem Arbeitsplatz in 3D aufrufen und Änderungen vor Ort durchführen.

Über CRM hinaus

Mit fast 75 Prozent Marktanteil in Brasilien sind die Vertriebsmitarbeiter von PADO über das ganze Land verteilt. Doch in den verschiedenen geografischen Regionen gibt es große Unterschiede beim Internetzugang. „Bisher waren Vertriebsmitarbeiter an abgelegenen Standorten wie im Amazonas nicht dazu in der Lage, zu jeder Zeit auf das CRM-System zuzugreifen. Dies führte zu Verspätungen im Kundenservice.“ Da nun alles über die Cloud abgewickelt wird, sind wir nicht mehr vom Internet abhängig“, so Hirata.

„Unsere Vertriebsteams sind nun viel flexibler“, fügt Gardemann hinzu. „Sie haben auf diese Weise alle Berichte und Verkaufsdetails direkt vor sich liegen. Und auch die Kunden profitieren. Wir entwickeln gerade ein Portal, auf dem sie den Status ihrer Bestellungen, Bezahlungen und Rechnungen abrufen können. Außerdem können sie unser 3D-Tool nutzen, um schneller eine Produktentscheidung zu treffen.“

Mit den Tools von SAP ist PADO in der Lage, sowohl Mitarbeiter als auch Kunden langfristig stärker einzubinden.

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