Hosting-Service für den Mittelstand

Feature | 23. Februar 2005 von admin 0

Für jedes zweite Unternehmen mit mehr als 400 Mitarbeitern stellt die Kostenoptimierung im IT-Bereich aktuell die größte Herausforderung dar, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Meta Group. Das drängendste Problem: Einerseits müssen die Kosten reduziert werden, andererseits dürfen die Einsparungen aber nicht zu Lasten von Flexibilität, Hochverfügbarkeit oder Sicherheit des Systembetriebes gehen. Einen Ausweg aus dem Dilemma bietet der SAP Business und Hosting Partner Triaton mit Hauptsitz im niederrheinischen Krefeld. Mit seinem Modell einer ERP-Factory versteht sich der IT-Dienstleister vor allem als „Serienfertiger“, der seinen Kunden durch die Industrialisierung von IT-Dienstleistungen entscheidende Vorteile bietet.
Dass sich dieses Modell in den letzten sechs Jahren bereits sehr erfolgreich entwickelt hat, führt Hans Reiffer, Business Director bei Triaton und geistiger Urheber der ERP-Factory, vor allem auf die so genannte Shared Infrastructure zurück. Dabei hält das Dortmunder Hosting Center des IT-Dienstleisters einen gemeinsamen Ressourcenpool vor, aus dem jeder Kunde automatisch genau so viele Kapazitäten erhält, wie für die Erreichung der vereinbarten Service-Level erforderlich ist. „Der Kunde verfügt im ERP-Factory-Betriebsmodell über keine eigene Hardware mehr. Unsere Server- und Storage-Farm sowie ein Team von Fachleuten sorgen aber dafür, dass die vertraglich vereinbarten Services hundertprozentig erbracht werden“, erläutert Reiffer das Prinzip.

Höhere Flexibilität durch Anpassung

„Viele mittelständische Unternehmen planen ihre Kapazitäten lange im Voraus. Wenn nun außergewöhnliche Situationen eintreten, reichen diese Ressourcen nicht aus, oder aber es bleiben vorhandene Kapazitäten ungenutzt. Die Kosten sind in diesem Fall aber auf dem gleichen Niveau wie vorher. Dies ist bei Nutzung unserer Dienstleistung anders“, führt Ralph Müller, Business Manager für Business Processing im Hosting Service bei Triaton, aus. Denn die adaptive Infrastruktur des Hosting Centers bietet den Kunden maximale Flexibilität. Wenn ein Unternehmen beispielsweise wächst und höhere Kapazitäten benötigt, können Serverleistung und Speicherplatzbenutzung sofort entsprechend angepasst werden. Das Gleiche gilt bei sinkendem Kapazitätsbedarf; hier werden Serverleistung und Speicherplatzkapazität reduziert. Diese Flexibilität ist entscheidend, da sich auch die Kosten automatisch der Situation des Kunden anpassen. Dabei garantieren definierte Service Level Agreements gleichzeitig immer eine konstante Leistung.
Auch auf Datensicherheit wird großer Wert gelegt: Um in einem Störfall dennoch die Produktionssysteme für die Kunden bereitzustellen, sind die Hardware-Ressourcen auf zwei Rechenzentren verteilt. Die Notfallpläne werden monatlich überprüft und – wenn notwendig – angepasst. „Dadurch ist der Verlust von Daten praktisch ausgeschlossen“, meint Ralph Müller. Alle Rechenzentrumsprozesse des offiziellen SAP-Hosting-Partners entsprechen zudem den Vorschriften nach DIN ISO 9001 sowie BS 7799 und sind entsprechend zertifiziert.
In den beiden räumlich getrennten Hochsicherheitsrechenzentren in Dortmund, die über zwei voneinander unabhängige WAN-Verbindungen miteinander verbunden sind, sorgt eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für reibungslosen Betrieb auch im Störungsfall. Eine leistungsfähige Firewall-Infrastruktur ermöglicht den sicheren Zugang zum Internet. Der Zugriff auf die Anwendungen erfolgt über ein eigenes Virtual Private Network (VPN) – das Triaton EvolutioNet.
„SAP-Hosting ist für uns aber mehr als der reine Betrieb einer SAP-Server-Farm“, unterstreicht Hans Reiffer. Denn ob Dokumenten- oder Qualitätsmanagement, Business Information Warehouse, PPS-, CRM- und SCM-Anwendungen oder E-Business-Lösungen wie Portale, Online-Shops oder Marktplätze – rund um das klassische SAP-R/3-System gibt es immer mehr Anwendungen, die schnell eine Systemlandschaft mit steigenden Ansprüchen an das Management und den Betrieb entstehen lassen.

Beispiel KHS Maschinen- und Anlagenbau AG

Und dass die ERP-Factory nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis funktioniert, zeigt das Beispiel der Dortmunder KHS Maschinen- und Anlagenbau AG. Das traditionsreiche Unternehmen – einer der internationalen Marktführer bei der Herstellung von Maschinen und Anlagen für die Getränkeindustrie – hat den Betrieb seiner SAP-Applikationen komplett an Triaton ausgelagert. „Für uns war es von großer Bedeutung, dass unser Hosting-Provider nicht nur die Probleme der Industrie kennt, sondern auch seine Dienstleistungen fabrikmäßig organisiert“, betont Dr. Andreas Schumann, Leiter des Zentralbereichs Informationsverarbeitung bei der KHS Maschinen- und Anlagenbau AG. Und so lagerte der Mittelständler bereits 1999 sämtliche SAP-Systeme wie beispielsweise die Applikationen für Enterprise Resource Planning (ERP) und Human Resources (HR) für insgesamt etwa 1.200 User an die heutige HP-Tochter aus. Damit liegt der komplette Rechenzentrumsbetrieb bei dem IT-Dienstleister, während die Anwendungsentwicklung weiterhin bei dem Dortmunder Mittelständler angesiedelt ist.
Den Ausschlag für die Entscheidung, das Projekt mit Triaton zu verwirklichen, gab vor allem die Größe und Organisationsstruktur des Service-Partners. Denn das umfangreiche, auf der fabrikmäßigen Organisation basierende Dienstleistungsangebot im Hosting Center bietet erhebliche Vorteile gegenüber dezentral oder individuell geprägten IT-Architekturen – bei günstiger Kostenstruktur und hoher Qualität. Die Nutzung einer leistungsfähigen, weitgehend standardisierten und optimierten Systemplattform bildet dabei die Basis für einen zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb der Applikationen. Dadurch lässt sich auch das Personal äußerst effizient und rationell einsetzen. Flexible, am Kunden orientierte Service-Level-Agreement-Pakete garantieren gleichzeitig eine hohe Servicequalität. Hinzu kommen Kostenvorteile durch die vergleichsweise besseren Einkaufskonditionen des Dienstleisters bei Hard- und Softwarelieferanten. Außerdem werden bei diesem Modell die ehemals fixen Kosten für den Betrieb eines eigenen Rechenzentrums zu variablen Kosten, die sich an den jeweils benötigten Kapazitäten orientieren. „Der industrialisierte Betrieb von ERP-Applikationen führt durch weitgehende Rationalisierungen letztlich zu niedrigeren Kosten“, hat auch Dr. Andreas Schumann festgestellt.

Bewährtes Konzept

Seit nunmehr fünf Jahren arbeitet die KHS Maschinen- und Anlagenbau AG mit Triaton zusammen, und der IT-Leiter ist mit seinem Hosting-Partner sehr zufrieden: „Wir haben keinerlei Sorge um unsere Daten und könnten den Rechenzentrumsbetrieb selbst nicht stabiler abwickeln.“ Triaton besitze nicht nur die fachliche Kompetenz und langjährige Erfahrung, sondern auch die professionelle Flexibilität, die nötig ist, um einen entsprechenden Betriebsvertrag zu handhaben, der viele komplizierte Details enthält.
Denn nach Auffassung des IT-Leiters ist jedes Industrieunternehmen gut beraten, einen Partner zu finden, der bereits bei der Ausarbeitung des Outsourcing-Vertrages sein Know-how hilfreich zur Verfügung stellt. „Man kennt ja die kostentreibenden Faktoren nicht und kann nicht einschätzen, wie sich beispielsweise der Speicherplatz entwickelt oder wie sich ein Release-Wechsel auswirken wird.“ Deshalb sei es wichtig, dass der Vertragspartner die entsprechenden Posten für die Betriebsführung quantifizieren kann und eine angemessene Kalkulationsbasis vorschlägt.

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