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HR: 4 Wege in die Cloud

18. Januar 2016 von Andreas Schmitz 0

Meist ist es ein Mix aus On-Premise- und Cloud-Funktionen, die die Personalprozesse in Unternehmen abdecken. Allerdings stellen Unternehmen auch immer häufiger auf komplette Cloud-Lösungen um: die vier Szenarien im Einzelnen.

Innovationen im Vierteljahrestakt, vereinfachte Prozesse, keine Investitionen in neue Hardware: Das sind einige der Gründe, die für SAP-Experten Georg Kerle dafür sprechen, Personalprozesse in die Cloud zu verlagern. Insbesondere unterstützt Cloud-basierte HR-Software jedoch die Digitalisierung der Prozesse im Unternehmen: Die Datenhaltung von Personaldaten in der Cloud etwa vereinfacht die Integration auch in andere Cloud-Prozesse, die nicht das Personalwesen betreffen. Darüber hinaus sind feste Mitarbeiter sowie Leiharbeiter gleichermaßen „verwaltbar“. Je nach Voraussetzung und Anforderungen des Kunden, bietet die SAP derzeit vier Szenarien an, um Personalprozesse in der Cloud abzubilden. Dabei stehen Unternehmen, die bereits große Teile ihrer personalwirtschaftlichen Prozesse mit SAP ERP HCM abgebildet haben, vor einer anderen Ausgangssituation als Firmen, die den Einstieg in eine Standardsoftware planen oder Konzerne, die in- und ausländische Beteiligungen und Tochtergesellschaften anzubinden.

Die vier Optionen im Einzelnen:

1. Talentmanagement aus der Cloud, Kernprozesse „On Premise“

Bildschirmfoto 2015-12-08 um 14.04.29Das Talentmanagement aus der Cloud und Kernprozesse aus der bestehenden On-Premise-Lösung nutzen: Bei diesem Ansatz besteht die Möglichkeit, etwa die Suche und Einstellung von Mitarbeitern, die Zielvereinbarungen und Beurteilungen sowie den Bereich der Fort- und Weiterbildungen in der Cloud abzuwickeln. Die Stammdaten des Mitarbeiters, historische Gehaltsdaten, die Informationen über Planstellen werden dabei weiterhin vom On-Premise-System SAP ERP HCM bereitgestellt. Gehaltsanpassungen oder Bonuszahlungen, die in Folge einer guten Beurteilung im Vergütungsmanagement der Cloud-Lösung abgewickelt werden, fließen über eine Standardschnittstelle genauso an SAP ERP HCM zurück wie Informationen über Neueinstellungen oder Details über neu erworbene Kompetenzen. Wer die etablierten Kernanwendungen für das Personalwesen von SAP in dieser Form bestehen lassen will, aber die Bedienoberfläche modernisieren möchte, kann parallel zum ersten Schritt in die Cloud die GUI-Welt durch eine browserbasierte Oberfläche ersetzen – mit Hilfe von HR Renewal.

2. Kernprozesse On Premise und in der Cloud parallel nutzen (Side by Side)

Bildschirmfoto 2015-12-08 um 14.05.15Kernprozesse sowohl aus der On-Premise- wie aus der Cloud-Welt bedienen: Das ist der zweite Ansatz, der sich besonders an Unternehmen richtet, die Beteiligungsgesellschaften oder Niederlassungen im Ausland haben, deren heutige Systeme allerdings eine konsolidierte Sicht auf das Gesamtunternehmen schwierig oder gar unmöglich machen. „Unternehmensteile, die On-Premise SAP ERP HCM im Einsatz haben, können so weiter machen wie bisher“, erläutert Kerle: „Wo allerdings eine andere oder gar keine Softwarelösung im Einsatz ist, kann die Stammdatenverwaltung aus der Cloud genutzt werden: SuccessFactors Employee Central.“ SuccessFactors wird zudem für alle Mitarbeiter- und Manager- Selfservices der zentrale Einstiegspunkt, egal ob die Mitarbeiterdaten im ERP oder in SuccessFactors Employee Central gehalten werden. Der große Vorteil ist, dass Mitarbeiter und Führungskräfte mit einer einheitlichen, benutzerorientierten Oberfläche alle ihre Selfservice-Prozesse abwickeln können, während die Personalsachbearbeiter, die bisher in der On-Premise-Welt gearbeitet haben, ihre gewohnten Prozesse und Transaktionen weiter nutzen können.

3. Gehaltsabrechnung und/oder Zeitwirtschaft „On Premise“, ansonsten Cloud-Lösungen – der „Core Hybrid“

Wie gehabt ein- und ausstempeln und auch die Gehaltsabrechnung beim Alten lassen, sonst aber auf die Cloud setzen: Das ist die Idee des dritten Ansatzes. Sie richtet sich an Unternehmen, „die die Personalprozesse zwar aus der Cloud heraus betreiben wollen, auf die derzeitige Zeitwirtschafts- oder Payroll-Lösung aber nicht verzichten können“, so Kerle, da bei vielen On-Premise-Kunden die Payrollanwendung über die Jahre hinweg stark modifiziert wurde. Das A und O ist hier, dass die Daten aus der Cloud – also aus der Cloud-basierten Stammdatenverwaltung SuccessFactors Employee Central – sauber mit der SAP Zeitwirtschaft und/oder der Abrechnung im ERP-System synchronisiert werden. Employee Central ist damit die zentrale Komponente zur Pflege der Mitarbeiterdaten. Die Erfassung von „Kommt- und Geht-Zeiten“ ist über Partnerlösungen möglich.

4. Vollständige Cloud-Lösung

Bildschirmfoto 2015-12-08 um 14.05.59Von der Gehaltsabrechnung, über das Talentmanagement bis hin zur Zeiterfassung – das gesamte Spektrum der Personalprozesse in der Cloud abwickeln: Das ist die konsequenteste Umsetzungsvariante einer Cloud-Strategie. Sie richtet sich an Unternehmen, die einen wirkungsvollen Ansatz suchen, komplexe Prozesse zu vereinfachen und bereit sind, sich komplett von ihrer On-Premise-Anwendung zu trennen. Naheliegend ist die Nutzung der „Full-Cloud“ Option bei Unternehmen, die Altsysteme nicht zwingend weiter betreiben müssen und den Betrieb der Anwendung nicht oder nicht mehr selbst verantworten möchten. „Bei solchen Unternehmen sollte die Cloud komplett ins Auge gefasst werden“, meint Kerle von der SAP.

Veranstaltungshinweis

SAP ist auf der LEARNTEC 2016 vor Ort, die vom 26. bis 28. Januar 2016 in Karlsruhe stattfindet. Weitere Informationen.

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